20 The­sen in 20 Wochen – gemein­sam in der Elek­tro­mo­bi­li­tät durch­star­ten: The­se #7

Pro Jahr wer­den zukünf­tig 100.000 — 200.000 Stell­plät­ze in der Woh­nungs­wirt­schaft mit Lade­sta­tio­nen versehen. ” 

Im Febru­ar 2021 hat der Deut­sche Bun­des­tag das Gebäu­de-Elek­tro­mo­bi­li­täts­in­fra­struk­tur-Gesetz (GEIG) ver­ab­schie­det. Ziel des GEIG ist es, den Auf­bau der Ladein­fra­struk­tur für die Elek­tro­mo­bi­li­tät im Gebäu­de­be­reich zu beschleu­ni­gen. Das Gesetz soll dazu bei­tra­gen, dass Bau­her­ren und sanie­ren­de Eigen­tü­mer im Bestand einer­seits die Infra­struk­tur dafür schaf­fen jedoch auch ande­rer­seits Lade­punk­te für Elek­tro­fahr­zeu­ge bereit­stel­len. In Bezug auf Wohn­ge­bäu­de bedeu­tet dies: Immo­bi­li­en­be­sit­zer, die ein Wohn­ge­bäu­de mit min­des­tens elf Park­plät­zen neu bau­en oder zumin­dest auf­wän­dig sanie­ren, müs­sen alle Stell­plät­ze mit einer elek­tro­mo­bi­li­täts­fä­hi­gen Infra­struk­tur (Lei­tun­gen) ausstatten.

Im Dezem­ber 2020 ist dane­ben das Woh­nungs­ei­gen­tums­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz (WEMoG) in Kraft getre­ten. Die­ses Gesetz sieht unter ande­rem vor, dass in Gebäu­den mit meh­re­ren Woh­nungs­ei­gen­tü­mern die Errich­tung einer Ladein­fra­struk­tur pri­vi­le­giert wird. Eine sol­che Maß­nah­me bedarf somit nicht mehr der Zustim­mung aller Wohnungseigentümer.

Bei­de Geset­ze betref­fen den Aus­bau der Ladein­fra­struk­tur an den Orten, an denen sich Men­schen für gewöhn­lich län­ger auf­hal­ten und somit unter ande­rem auch die Ange­hö­ri­gen von rund 20 Mil­lio­nen deut­schen Haus­hal­ten, die in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern behei­ma­tet sind. Die­se Haus­hal­te erfah­ren durch die bei­den Geset­ze eine Erleich­te­rung in Bezug auf das hei­mi­sche Laden eines Elektrofahrzeugs.

In Anbe­tracht der hohen Anzahl an Haus­hal­ten und dem­entspre­chen­dem Poten­ti­al an zukünf­ti­gen Elek­tro­mo­bi­lis­ten, stel­len wir uns die Fra­ge, wie vie­le der zu den Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern direkt zuor­den­ba­ren Stell­plät­zen bis 2030 mit Ladein­fra­struk­tur aus­ge­stat­tet sein wer­den. Unser Zahlenspiel:

  • Wir gehen davon aus, dass in Deutsch­land rund 9 Mil­lio­nen rein elek­trisch betrie­be­ne PKW ange­mel­det sein wer­den. Dies ent­spricht einer Elek­tri­fi­zie­rungs­quo­te von rund 20% aller zuge­las­se­nen PKW (sie­he dazu­ge­hö­ri­ge These)
  • In Deutsch­land exis­tie­ren rund 20 Mil­lio­nen Haus­hal­te, die in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern (MFH) behei­ma­tet sind. (Gebäu­den mit mehr als drei Wohnparteien)
  • Gemäß der Dena haben rund 50% die­ser MFH-Haus­hal­te einen Zugang zu einem eige­nen Stell­platz. 10.000.000 Haus­hal­te haben dem­nach Zugang zu min­des­tens einem Stellplatz
  • Ver­ein­facht gehen wir davon aus, dass exakt ein Stell­platz pro Haus­halt zur Ver­fü­gung steht
  • Wir gehen eben­falls ver­ein­facht davon aus, dass par­al­lel zur ins­ge­sam­ten Elek­tri­fi­zie­rungs­quo­te von 20%, auch 20% der betrach­te­ten Haus­hal­te (Haus­hal­te im Mehr­fa­mi­li­en­haus mit Zugang zu eige­nem Stell­platz) bis 2030 ein rein elek­trisch betrie­be­nes Elek­tro­au­to fah­ren wer­den, jedoch nur 50% davon über­haupt ein grund­sätz­li­ches Inter­es­se an einer Lade­lö­sung am Stell­platz haben (da der Rest bei­spiels­wie­se lie­ber an einer öffent­li­chen Ladein­fra­struk­tur lädt)
  • Nach Ver­rech­nung aller getrof­fe­nen Annah­men wer­den bis 2030 1–2 Mil­lio­nen zu einem Haus­halt im Mehr­fa­mi­li­en­haus gehö­ri­ge Stell­plät­ze mit einer Lade­lö­sung ver­se­hen werden.

Das Ergeb­nis: Bei einer ver­ein­fach­ten Gleich­ver­tei­lung von 2021 bis 2030 ergibt sich ein jähr­li­cher Zubau von 100.000 – 200.000 Lade­punk­ten inner­halb der Woh­nungs­wirt­schaft. Das ent­spricht einem hohen Poten­ti­al für Ener­gie­ver­sor­ger, da die Lade­sta­tio­nen nicht nur ein­ma­lig instal­liert wer­den son­dern wei­te­re Dienst­leis­tun­gen, wie etwa das Last­ma­nage­ment oder die War­tung und der Strom­ver­kauf umfang­rei­che, wie­der­keh­ren­de Ein­nah­men ver­spre­chen. Mehr zu einer mög­li­chen Posi­tio­nie­rung auf dem Markt erfah­ren Sie schon bald in einem sepa­ra­ten Arti­kel von uns. 

Sie haben eine Mei­nung zu die­ser The­se? Dis­ku­tie­ren Sie ger­ne mit uns auf Lin­kedIn oder kon­tak­tie­ren uns per­sön­lich. Die nächs­te The­se wer­den bereits am kom­men­den Diens­tag veröffentlichen. 

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Tim Kimpel

Tim Kimpel

Seniorberater
con|energy unternehmensberatung
kimpel@conenergy.com

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