Digi­ta­li­sie­rung im Stadt­werk: Revo­lu­ti­on oder Evo­lu­ti­on?

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Digi­ta­li­sie­rung ist in aller Mun­de: Der Reser­vie­rungs­ser­vice myta­xi greift die Taxi­bran­che an und der Über­nach­tungs-Such­dienst Airb­nb macht Hote­liers Kon­kur­renz. Auch die Ban­ken­bran­che wird nicht ver­schont, wenn sich ein digi­ta­ler Bezahl-Anbie­ter wie Pay­Pal in die Wert­schöp­fungs­ket­te ein­bringt oder rei­ne Online-Ban­ken Filia­len eta­blier­ter Geld­in­sti­tu­te ver­drän­gen.

Nicht sel­ten erwach­sen sol­che Ide­en in Start-ups, in denen auf Basis digi­ta­ler Tech­ni­ken oder Platt­for­men unbe­darft neue Geschäfts­fel­der gefun­den und lang eta­blier­te Bran­chen­struk­tu­ren ver­meint­lich plötz­lich durch­ein­an­der gewir­belt wer­den.

Ent­schei­dend ist, dass es aber nicht die neu­en tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten und das Vor­lie­gen nun­mehr digi­ta­li­sier­ter Daten als sol­che sind, die den Erfolg aus­ma­chen, son­dern viel­mehr die inno­va­ti­ven smar­ten Ser­vices, die die intel­li­gen­te Tech­nik mit einem ech­ten Mehr­wert für den Kun­den und einer kom­for­ta­blen und ein­fa­chen Hand­ha­bung ver­bin­den. Was nützt es einem Smart Home-Besit­zer, dass er über eine Kame­ra auf sei­nem Smart­pho­ne beob­ach­ten kann, wie bei ihm zu Hau­se ein­ge­bro­chen wird, wenn er hun­der­te Kilo­me­ter ent­fernt nicht selbst sofort reagie­ren kann?

Erst durch die Ver­net­zung z. B. mit einem Sicher­heits­un­ter­neh­men, wel­ches sofort alle erfor­der­li­chen Schrit­te unter­nimmt, ent­steht aus Kun­den­sicht ein inte­grier­ter Ser­vice mit Mehr­wert.

Ein Groß­teil der Kun­den der Ener­gie­ver­sor­ger hat den Trans­fer in die digi­ta­le Welt bereits voll­zo­gen und nutzt die sich bie­ten­den tech­ni­schen Errun­gen­schaf­ten wie Smart­pho­ne, Tablet oder LTE. Kun­den wer­den kom­mu­ni­ka­ti­ver, ver­netz­ter und mobi­ler. Ein Ener­gie­ver­sor­ger muss auf die zuneh­men­de Digi­ta­li­sie­rung sei­ner Kun­den reagie­ren und die­se „da abho­len, wo sie tat­säch­lich ste­hen“. Näm­lich mit dem Smart­pho­ne in der Hand und Infor­ma­tio­nen „kon­su­mie­rend“ oder suchend – in ver­schie­dens­ten digi­ta­len Kanä­len und sozia­len Medi­en.

Heu­te zwingt ein Stadt­werk auch sei­nen „digi­ta­len Kun­den” immer wie­der in die ana­lo­ge Welt zurück. Die­ser hat die Kanä­le zu nut­zen, die das Stadt­werk „abwi­ckeln” kann, also z. B. den Zäh­ler­stand per Zäh­ler­a­b­le­se­kar­te pos­ta­lisch zu mel­den. Wenn also – wie man häu­fig hört – Ener­gie­ver­sor­ger „mit ihrem Abrech­nungs­dienst­leis­ter über Digi­ta­li­sie­rung spre­chen”, dann soll­ten sich Anpas­sun­gen an Pro­zes­sen und Sys­te­men vom Kun­den­be­darf her ablei­ten – und kein Selbst­zweck sein.

Ein Kun­de ist es schon heu­te z. B. von Hotel­bu­chungs­platt­for­men gewohnt, wäh­rend sei­ner „Custo­mer Jour­ney” (von ers­ter Wahr­neh­mung über Abschluss bis zur Bin­dung) indi­vi­du­ell beglei­tet zu wer­den. In jeder Pha­se erhält er regel­mä­ßig sei­nem Kon­text ent­spre­chen­de Ange­bo­te und Ser­vices: Hotel­an­ge­bo­te, Rei­se­füh­rer, Upgrades, Miet­wa­gen etc. Ein sol­ches Vor­ge­hen in der Ener­gie­wirt­schaft setzt u. a. vor­aus, dass die „Hei­li­ge Kuh” zu Gra­be getra­gen wird, den Kun­den nicht durch „unnö­ti­ge” Kom­mu­ni­ka­ti­on auf­stö­ren zu wol­len. Zudem sind Anpas­sun­gen sowohl im Tem­po als auch bei den Metho­den der Pro­dukt­ent­wick­lung not­wen­dig, um sich die immer schnel­le­re Wei­ter­ent­wick­lung der Tech­no­lo­gi­en nutz­bar machen – und mit dem Kun­den­be­darf Schritt hal­ten zu kön­nen. Auch das The­ma IT gilt es – mal wie­der – anzu­ge­hen.

Wir als con|energy unter­neh­mens­be­ra­tung dis­ku­tie­ren das The­ma „Digi­ta­li­sie­rung” mit unse­ren Kun­den auf die­sen ver­schie­de­nen Ebe­nen. Mit unse­rer prak­ti­schen Erfah­rung z. B. aus der „Stadt­wer­ke-App” oder Über­le­gun­gen, die in ein „Ener­gie­wen­de-Por­tal” oder „digi­ta­le Strom­pro­duk­te” ein­ge­flos­sen sind, ent­wi­ckeln wir gemein­sam eine auf Ihre Ansprü­che und Anfor­de­run­gen abge­stimm­te „Digi­ta­le Road­map” – und beglei­ten Sie ganz kon­kret bei der Umset­zung.

Erschie­nen im con­en­er­gy News­let­ter Aus­ga­be 22 (Okto­ber 2015).

Rachel Mende

Rachel Mende

Geschäftsführerin
con|energy swiss
mende@conenergy.com

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