E‑Mobilität in der Woh­nungs­wirt­schaft — Wie Stadt­wer­ke die Poten­tia­le voll ausschöpfen

Im Febru­ar 2021 hat der Deut­sche Bun­des­tag das Gebäu­de-Elek­tro­mo­bi­li­täts­in­fra­struk­tur-Gesetz (GEIG) ver­ab­schie­det. Ziel des GEIG ist es, den Auf­bau der Ladein­fra­struk­tur für die Elek­tro­mo­bi­li­tät im Gebäu­de­be­reich zu beschleu­ni­gen. Das Gesetz soll dazu bei­tra­gen, dass Bau­her­ren und sanie­ren­de Eigen­tü­mer im Bestand einer­seits die Infra­struk­tur dafür schaf­fen jedoch auch ande­rer­seits Lade­punk­te für Elek­tro­fahr­zeu­ge bereit­stel­len. In Bezug auf Wohn­ge­bäu­de bedeu­tet dies bei­spiels­wei­se: Immo­bi­li­en­be­sit­zer, die ein Wohn­ge­bäu­de mit min­des­tens elf Park­plät­zen neu bau­en oder zumin­dest auf­wän­dig sanie­ren, müs­sen alle Stell­plät­ze mit einer elek­tro­mo­bi­li­täts­fä­hi­gen Infra­struk­tur (Strom­lei­tun­gen) ausstatten.

Im Dezem­ber 2020 ist zudem das Woh­nungs­ei­gen­tums­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz (WEMoG) in Kraft getre­ten. Die­ses Gesetz sieht unter ande­rem vor, dass in Gebäu­den mit meh­re­ren Woh­nungs­ei­gen­tü­mern die Errich­tung einer Ladein­fra­struk­tur pri­vi­le­giert wird. Eine sol­che Maß­nah­me bedarf somit bei­spiels­wei­se nicht mehr der Zustim­mung aller Wohnungseigentümer.

Bei­de Geset­ze betref­fen den Aus­bau der Ladein­fra­struk­tur an den Orten, an denen sich Men­schen für gewöhn­lich län­ger auf­hal­ten und somit unter ande­rem auch die Ange­hö­ri­gen von rund 20 Mil­lio­nen deut­schen Haus­hal­ten, die in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern behei­ma­tet sind. Die­se Haus­hal­te erfah­ren durch die bei­den Geset­ze eine Erleich­te­rung in Bezug auf das hei­mi­sche Laden eines Elektrofahrzeugs.

In Anbe­tracht der hohen Anzahl an Haus­hal­ten und dem­entspre­chen­dem Poten­ti­al an zukünf­ti­gen Elek­tro­mo­bi­lis­ten, stel­len wir uns die Fra­ge, wie vie­le der zu den Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern direkt zuor­den­ba­ren Stell­plät­zen bis 2030 mit Ladein­fra­struk­tur aus­ge­stat­tet sein wer­den. Unser Zahlenspiel:

  • Wir gehen davon aus, dass in Deutsch­land in 2030 rund 9,5 Mil­lio­nen rein elek­trisch betrie­be­ne PKW ange­mel­det sein wer­den. Dies ent­spricht einer Elek­tri­fi­zie­rungs­quo­te von rund 20% aller zuge­las­se­nen PKW (sie­he dazu­ge­hö­ri­ge The­se)
  • In Deutsch­land exis­tie­ren rund 20 Mil­lio­nen Haus­hal­te, die in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern (MFH) behei­ma­tet sind (Gebäu­den mit mehr als drei Wohnparteien)
  • Gemäß der Dena haben rund 50% die­ser MFH-Haus­hal­te einen Zugang zu einem eige­nen Stell­platz. 10 Mil­lio­nen Haus­hal­te haben dem­nach Zugang zu min­des­tens einem Stellplatz
  • Ver­ein­facht gehen wir davon aus, dass exakt ein Stell­platz pro Haus­halt zur Ver­fü­gung steht
  • Wir gehen eben­falls ver­ein­facht davon aus, dass par­al­lel zur ins­ge­sam­ten Elek­tri­fi­zie­rungs­quo­te von 20%, auch 20% der betrach­te­ten Haus­hal­te (Haus­hal­te im Mehr­fa­mi­li­en­haus mit Zugang zu eige­nem Stell­platz) bis 2030 ein rein elek­trisch betrie­be­nes Elek­tro­au­to fah­ren wer­den, jedoch nur 50% davon über­haupt ein grund­sätz­li­ches Inter­es­se an einer Lade­lö­sung am Stell­platz haben (da der Rest bei­spiels­wie­se lie­ber an einer öffent­li­chen Ladein­fra­struk­tur lädt)
  • Nach Ver­rech­nung aller getrof­fe­nen Annah­men wer­den bis 2030 1–2 Mil­lio­nen zu einem Haus­halt im Mehr­fa­mi­li­en­haus gehö­ri­ge Stell­plät­ze mit einer Lade­lö­sung ver­se­hen werden

Das Ergeb­nis: Bei einer ver­ein­fach­ten Gleich­ver­tei­lung von 2021 bis 2030 ergibt sich ein jähr­li­cher Zubau von 100.000 – 200.000 Lade­punk­ten inner­halb der Woh­nungs­wirt­schaft. Das ent­spricht einem hohen Poten­ti­al für Ener­gie­ver­sor­ger (EVU) da die im Ver­gleich zum typi­schen Ein­fa­mi­li­en­haus deut­lich kom­ple­xe­re Ladein­fra­struk­tur nicht nur ein­ma­lig instal­liert wird, son­dern wei­te­re Dienst­leis­tun­gen — wie etwa das Last­ma­nage­ment oder die War­tung und der Strom­ver­kauf —  umfang­rei­che, wie­der­keh­ren­de Ein­nah­men ver­spre­chen. Höchs­te Zeit also, dass sich Ener­gie­ver­sor­ger mit der Fra­ge beschäf­ti­gen, in wel­cher Form sie von der Elek­tro­mo­bi­li­tät in der Woh­nungs­wirt­schaft pro­fi­tie­ren wol­len.  Schließ­lich sind die­se in sol­chen Fra­ge­stel­lun­gen nicht zuletzt wegen der bestehen­den Ener­gie­lie­fer­ver­trä­ge ers­ter Ansprech­part­ner für die Akteu­re der Wohnungswirtschaft.

Wir als con|energy hel­fen in die­sem Kon­text zahl­rei­chen Ener­gie­ver­sor­gern einer­seits in der grund­sätz­li­chen Posi­tio­nie­rung und ande­rer­seits in der dar­auf­fol­gen­den Pro­dukt­ent­wick­lung. In bei­den Fäl­len brin­gen wir neben des umfang­rei­chen, inhalt­li­chen Inputs auch die pas­sen­den und viel­fach bewähr­ten Metho­di­ken mit, um die jewei­li­gen Zie­le der Posi­tio­nie­rung und Pro­dukt­ent­wick­lung mög­lichst effi­zi­ent zu erreichen.

Ein mög­li­ches und in Bezug auf die woh­nungs­wirt­schaft­li­che Elek­tro­mo­bi­li­tät bereits häu­fig bewähr­tes Vor­ge­hen zur Posi­tio­nie­rung ist in der nach­fol­gen­den Dar­stel­lung auf­ge­zeigt und kann inner­halb eini­ger Tage durch­lau­fen werden.

Als Ergeb­nis der Posi­tio­nie­rung ist dem­zu­fol­ge klar, ob und wenn ja, in wel­cher Form das EVU mit Lade­lö­sun­gen für die Woh­nungs­wirt­schaft im Markt posi­tio­niert sein möch­te. Hier­für ist ein kla­res Bild der zukünf­tig zu erwar­ten­den Markt­ent­wick­lung erzielt, das spe­zi­fi­sche Poten­ti­al quan­ti­fi­ziert, Pro­dukt­ideen sind gene­riert und die viel­ver­spre­chends­ten Ideen in kon­kre­te Kon­zep­te über­führt. Auch die Wert­schöp­fungs­tie­fe ist defi­niert. So reicht die­se in der Pra­xis von der ein­fa­chen Lead­ver­mitt­lung zu auf Lade­lö­sung spe­zia­li­sier­te Koope­ra­ti­ons­part­ner bis hin zum Auf­tritt als Gene­ral­un­ter­neh­mer. All die­se und wei­te­re Erkennt­nis­se füh­ren letzt­end­lich zu einer kon­kre­ten Posi­tio­nie­rung. Soll­te die Posi­tio­nie­rung dar­auf abzie­len neue Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen auf den Markt zu eta­blie­ren, kann die dafür not­wen­di­ge Pro­dukt­ent­wick­lung auf Grund­la­ge der Posi­tio­nie­rung ver­gleichs­wei­se schnell erfol­gen. Denk­bar ist bei­spiels­wei­se ein Pro­dukt­port­fo­lio der nach­fol­gen­den Struktur.

Von der Part­ner­aus­wahl bis zur Pro­zess­ab­bil­dung, vom Busi­ness Case bis zum Mar­ke­ting­fly­er, von der Per­so­nal­pla­nung bis zum Ein­ho­len von Kun­den­feed­back. Auf dem Weg zu einem sol­chen oder ähn­li­chem Pro­dukt­port­fo­lio bestehen zahl­rei­che To-Dos. Mit der not­wen­di­gen Erfah­rung, den pas­sen­den Metho­di­ken und vie­len „Vor­la­gen aus der Schub­la­de“ unter­stüt­zen wir Sie ger­ne auf dem Weg von der kon­kre­ten Idee bis zum fer­ti­gen Pro­dukt, arbei­ten tat­kräf­tig mit und tra­gen aktiv zu Ihrem Erfolg in der woh­nungs­wirt­schaft­li­chen Elek­tro­mo­bi­li­tät bei. 

Wir haben Ihr Inter­es­se geweckt? Ger­ne tau­schen wir uns mit Ihnen unver­bind­lich zu mög­li­chen Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten aus. 

Tim Kimpel

Tim Kimpel

Seniorberater
con|energy unternehmensberatung
kimpel@conenergy.com

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