Eine Orga­ni­sa­ti­on, die kei­ne Idee von der Zukunft hat, hat auch kei­ne Zukunft — Ide­en­ent­wick­lung in Stadt­wer­ken”

Digi­ta­li­sie­rung hier, neue Geschäfts­mo­del­le dort. Als neue Dok­trin oder gar „All­heil­mit­tel“ unter ande­rem gegen sin­ken­de Mar­gen im Com­mo­di­ty­ver­trieb sind die­se Schlag­wör­ter bran­chen­weit in der Dis­kus­si­on. Doch nur weni­gen Stadt­wer­ken ist bis heu­te ansatz­wei­se das gelun­gen, was Start-ups in gefühl­ter Licht­ge­schwin­dig­keit bewäl­ti­gen. Näm­lich den Kun­den mit all sei­nen (auch zukünf­ti­gen) Bedürf­nis­sen und Kauf­prä­fe­ren­zen ganz­heit­lich zu betrach­ten und dar­auf auf­bau­end Ide­en und Inno­va­tio­nen zu ent­wi­ckeln, nahe­zu zu kre­ieren.

Bestand das all­täg­li­che und vor allem gewinn­brin­gen­de Geschäfts­mo­dell der Stadt­wer­ke bis vor weni­gen Jah­ren noch größ­ten­teils aus dem Com­mo­di­ty­ver­trieb mit beson­de­rem Schwer­punkt auf phy­si­scher Kun­den­nä­he, wird heu­te hän­de­rin­gend nach neu­en, zukunfts­fä­hi­gen Geschäfts­mo­del­len gesucht. Denn Ener­gie­wen­de, Digi­ta­li­sie­rung, Markt­re­gu­lie­rung und neue bran­chen­frem­de Kon­kur­renz erfor­dern Fle­xi­bi­li­tät, Anpas­sungs­be­reit­schaft und gege­be­nen­falls eine stra­te­gi­sche Neu­aus­rich­tung.

Wäh­rend in vie­len Bran­chen, wie bei­spiel­wei­se der Auto­mo­bil­in­dus­trie, struk­tu­rier­te Inno­va­ti­ons­pro­zes­se unter Ein­be­zug sämt­li­cher Akteu­re – vom Zulie­fe­rer bis zum Kun­den – zum Stan­dard­re­per­toire gehö­ren, fin­den wir in kaum einem Stadt­werk einen sol­chen Pro­zess vor. Dabei sind gera­de die­se Pro­zes­se bei der effek­ti­ven und effi­zi­en­ten Ent­wick­lung neu­ar­ti­ger Geschäfts­mo­del­le von beson­de­rer Bedeu­tung. Stadt­wer­ke hin­ken mit der Pro­dukt­pa­let­te, der Kun­den­an­spra­che, den Pro­zes­sen sowie den Ser­vices sowohl ande­ren Bran­chen als auch der zuneh­mend bran­chen­frem­den Kon­kur­renz (z. B. 1&1 Ener­gy, die sich als ursprüng­li­cher IKT-Anbie­ter im Ener­gie­ver­trieb plat­ziert haben) hin­ter­her. Nicht sel­ten besteht die Pro­dukt­ent­wick­lung der Stadt­wer­ke­welt auch heu­te noch aus­schließ­lich aus Tarif­an­pas­sun­gen. „Neue“ Ange­bo­te wer­den allen­falls von Part­nern über White-Label-Lösun­gen in den Markt ein­ge­bracht.

Auf der Suche nach den nöti­gen inno­va­ti­ven Ide­en sto­ßen Stadt­wer­ke bereits in der frü­hen Pha­se der Ide­en­ent­wick­lung ver­mehrt auf zahl­rei­che Pro­ble­me und Her­aus­for­de­run­gen. Über Jahr­zehn­te eta­blier­te inter­ne Struk­tu­ren, die das klas­si­sche Stadt­wer­ke-Selbst­ver­ständ­nis und die Unter­neh­mens­kul­tur wider­spie­geln, stel­len Hemm­nis­se für fle­xi­ble und krea­ti­ve Ide­en­fin­dungs­pro­zes­se und auch für die wei­te­re Ide­en­um­set­zung dar. So nützt jede krea­ti­ve, neu­ar­ti­ge Pro­dukt- oder Geschäfts­mo­del­l­idee nichts, wenn sie auf­grund lan­ger Pla­nungs- und Ent­schei­dungs­we­ge nicht oder gege­be­nen­falls zu spät „auf die Stra­ße gebracht“ wird.

Dass aus einem Stadt­werk von heu­te auf mor­gen kein Start-up und auch kein durch Stan­dar­di­sie­rung und Pro­zess­au­to­ma­ti­on bestimm­ter Auto­bau­er wird, soll­te allen Akteu­ren bewusst sein.

Doch: Zahl­rei­che Vor­tei­le der Start-up-Welt und ande­rer Bran­chen sind für die Stadt­wer­ke­welt eben­so erfolgs­ver­spre­chend wie umsetz­bar. Stadt­wer­ke kön­nen sich die Start-up-Kul­tur zu nut­zen machen, indem sie der Ide­en­ent­wick­lung einen ent­spre­chen­den und pas­sen­den Raum geben. Heut­zu­ta­ge sind Pro­duk­te häu­fig noch nicht zu
100 % aus­ge­reift und wer­den den­noch mit dem Kun­den getes­tet und auch in den Markt gebracht. Der Mut zu agi­ler Pro­dukt­ent­wick­lung und in Tei­len auch zum Schei­tern (natür­lich in wirt­schaft­li­chem Rah­men) kann eines der Erfolgs­re­zep­te für neue Geschäfts­mo­del­le dar­stel­len. Es ist also auch eine Fra­ge der Kul­tur.

Die Fra­gen, die Sie sich nun dabei stel­len soll­ten, sind: Wie kom­me ich an neue Ide­en und wie wird aus einer Idee ein funk­tio­nie­ren­des Geschäfts­mo­dell?

Zwar gibt es kei­ne Erfolgs­ga­ran­ten, aber fol­gen­de Ansät­ze hel­fen Ant­wor­ten zu fin­den:

Kun­den ver­ste­hen

Ler­nen Sie wirk­lich die Bedürf­nis­se Ihrer Kun­den ken­nen. Fra­gen Sie nach und nut­zen Sie moder­ne Krea­tiv­me­tho­den, um dar­aus Pro­duk­te zu ent­wi­ckeln, die wirk­lich gewollt wer­den.

Umset­zungs­ori­en­tie­rung

Fokus­sie­ren Sie sich zu 100 % auf die Umset­zung, ana­ly­sie­ren Sie weni­ger und „machen“ Sie mehr. In der Pro­dukt­ent­wick­lung wer­den kei­ne lan­gen Lauf­zei­ten benö­tigt.

Klein star­ten

Las­sen Sie lie­ber ein Detail weg als eins zu viel zu betrach­ten. Kom­ple­xe Pro­jek­te sind in die­sem Zusam­men­hang ein „No-Go“.

Was zum Anfas­sen

Ent­wi­ckeln Sie Ihre Idee und bau­en etwas, das man sehen kann. Ver­ab­schie­den Sie sich von schö­nen Foli­en und gestal­ten Sie etwas, das Kun­den auch tes­ten kön­nen.

Wich­tig dabei ist, nicht die eige­nen Stär­ken aus den Augen zu ver­lie­ren. Nut­zen Sie ins­be­son­de­re Ihre Kun­den­nä­he und Ihr Bran­chen­wis­sen, um gemein­sam mit Kun­den und auch bran­chen­frem­den Akteu­ren neue Geschäfts­mo­del­le zu ent­wi­ckeln.

Auf­grund unse­rer Erfah­run­gen im Bereich der Pro­dukt­ent­wick­lung und ‑umset­zung kön­nen wir sagen: Es ist kein leich­ter Weg! Daher wol­len wir unse­re Erfah­rung mit Ihnen tei­len und gemein­sam die­sen Weg gehen.

Wir selbst leben die Kul­tur intern und konn­ten bereits bei vie­len Pro­jek­ten auch unse­re Kun­den davon über­zeu­gen. Dabei kon­zi­pie­ren und ent­wi­ckeln wir neben den klas­si­schen Struk­tu­ren neue Ide­en und set­zen die­se in kur­zer Zeit um.

Mit klei­nen, inter­dis­zi­pli­nä­ren Teams, bestehend aus Kun­den­mit­ar­bei­tern und con|energy Exper­ten, schaf­fen wir Sicht­bar­keit nach außen und auch bes­se­re Akzep­tanz nach innen.

Wir sind an jeder Idee inter­es­siert – las­sen Sie uns ein­fach dar­über spre­chen und etwas dar­aus „machen“.

Für die Zukunft und die Ihrer Orga­ni­sa­ti­on haben wir immer ein offe­nes Ohr.

Erschie­nen im con­en­er­gy News­let­ter Aus­ga­be 31 (Okto­ber 2016).

Fabian Dawin

Fabian Dawin

Projektleiter
con|energy unternehmensberatung
unternehmensberatung@conenergy.com

Bei­trag Tei­len:

Facebook
Google+
Twitter
LinkedIn