ETRM vs. PFM — So gleich und doch ver­schie­den?

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Ver­sor­ger mit stark aus­ge­präg­ten Han­dels­ak­ti­vi­tä­ten ent­schei­den sich mehr und mehr für die Anschaf­fung von Han­dels­sys­te­men mit Ursprung in der Finanz­bran­che. Die­se soge­nann­ten ETRM-Sys­te­me (Ener­gy Trading und Risk Mana­ga­ment), ange­bo­ten fast aus­schließ­lich von inter­na­tio­na­len Anbie­tern, wer­den damit zuneh­mend zu star­ken Wett­be­wer­bern der eta­blier­ten Anbie­ter „klas­si­scher“ Port­fo­lio­ma­nage­ment-Sys­te­me.

Wie­so erst jetzt? – könn­te man sich fra­gen.

Dies­be­züg­lich sind sowohl die wesent­li­chen Unter­schie­de der Sys­te­me – und damit die ver­schie­de­nen Ein­satz­ge­bie­te – als auch die Ent­wick­lun­gen des Mark­tes zu betrach­ten. ETRM-Sys­te­me haben eine sehr wei­te Ver­brei­tung im Finanz­sek­tor und kom­men inter­na­tio­nal zum Ein­satz. Sie sind aus­ge­legt für den Han­del und die (Mas­sen-) Abwick­lung von stan­dar­di­sier­ten, finan­zi­el­len Pro­duk­ten. Nicht-stan­dar­di­sier­te Pro­duk­te wie Lie­fer­ver­trä­ge mit Fle­xi­bi­li­tä­ten müs­sen mit teil­wei­se hohem Cus­to­mi­zing- und Ent­wick­lungs­auf­wand abge­bil­det wer­den.

Die größ­ten­teils von deut­schen Sys­tem­häu­sern ange­bo­te­nen PFM-Sys­te­me haben einen star­ken funk­tio­na­len Zuschnitt auf die Ener­gie­wirt­schaft. Die Haupt­funk­ti­on – das Mana­gen von Port­fo­li­en ins­be­son­de­re der ver­schie­de­nen Bezugs­ver­trä­ge – steht hier­bei im Mit­tel­punkt und wird durch ver­schie­de­ne Zusatz­funk­tio­nen wie Pro­gno­se, Bilanz­kreis­ma­nage­ment, Opti­mie­rung etc. flan­kiert.

In den letz­ten 3 – 5 Jah­ren hat eine Ent­wick­lung auf bei­den Sei­ten statt­ge­fun­den. Die im Ver­gleich zu ETRM-Sys­te­men eher schlan­ken PFM-Lösun­gen sind in Bezug auf Leis­tungs­fä­hig­keit und Funk­tio­na­li­tät stark gewach­sen und kön­nen mitt­ler­wei­le auch in der Home­zo­ne der ETRM mit­hal­ten. Wäh­rend ETRM-Sys­te­me als „New­co­mer“ in der Bran­che zu Beginn der Deka­de noch wenig bis kei­ne ener­gie­wirt­schaf­ti­chen Spe­zi­fi­ka (z. B. Abbil­dung des Gas­tags, Abbil­dung der ver­schie­de­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­zes­se und For­ma­te) umge­setzt hat­te, besteht hier nun ein guter Grund­stock im Stan­dard.

Neben der Wei­ter­ent­wick­lung der Sys­te­me hat sich auch das Markt­um­feld und damit der Bedarf an Sys­tem­un­ter­stüt­zung geän­dert. Das Ver­hält­nis der gehan­del­ten Men­gen über Stan­dard­han­dels­pro­duk­te und indi­vi­du­el­le, nicht stan­dar­di­sier­te Pro­duk­te hat sich deut­lich in Rich­tung Stan­dard ver­scho­ben. Auch sind nicht-stan­dar­di­sier­te Pro­duk­te im Markt mehr und mehr gefes­tigt. Pro­dukt­in­no­va­tio­nen wie Regres­si­ons­mo­del­le in 2010 f. tre­ten nur noch ver­ein­zelt auf, was den Ent­wick­lungs­be­darf zur Abbil­dung der Model­le in den Sys­te­men redu­ziert.

Durch die Annä­he­rung der Sys­te­me und die Fes­ti­gung des Mark­tes im Sin­ne einer zuneh­men­den Stan­dar­di­sie­rung fällt die zu tref­fen­de Sys­tement­schei­dung zwi­schen den Sys­temar­ten ETRM und PFM nicht leicht. Eine Emp­feh­lung für oder wider ETRM kann lei­der nicht pau­schal gege­ben wer­den. Die Ent­schei­dung ist viel­mehr abhän­gig von den spe­zi­fi­schen Anfor­de­run­gen des Kun­den und des geplan­ten Ein­satz­ge­biets. Fol­gen­de Kern­fra­gen sind dabei zu berück­sich­ti­gen: Wel­che Akti­vi­tä­ten im Bereich Handel/Portfoliomanagement wer­den durch­ge­führt (Spar­ten, Pro­duk­te, Markt­plät­ze etc.)? Wel­che Anfor­de­run­gen bestehen im Hin­blick auf Risi­ko­ma­nage­ment und Accoun­ting? Wel­che Volu­mi­na sol­len im Sys­tem abge­bil­det und gehan­delt wer­den? Wer­den Dienst­leis­tun­gen in die­sem The­men­feld ange­bo­ten? Und letzt­end­lich natür­lich auch: Wel­ches Bud­get steht zur Ver­fü­gung?

Ste­hen Sie kurz vor der Ent­schei­dung einer Sys­tem­neu­be­schaf­fung? Möch­ten Sie sich vor der Durch­füh­rung einer Aus­schrei­bung noch­mal kon­kret mit der Fra­ge­stel­lung „ETRM oder PFM“ aus­ein­an­der­set­zen? Oder möch­ten Sie sich ein­fach unver­bind­lich zu dem The­ma aus­tau­schen? Wir ste­hen Ihnen hier als kom­pe­ten­ter und erfah­re­ner Part­ner ger­ne zur Ver­fü­gung.

Die con|energy unter­neh­mens­be­ra­tung beglei­tet seit über 15 Jah­ren Unter­neh­men bei der Aus­wahl und Imple­men­tie­rung von ener­gie­wirt­schaft­li­chen Sys­te­men. Ein Schwer­punkt hier­bei sind Han­dels­sys­te­me jeg­li­cher Art und Grö­ße.

Erschie­nen im con­en­er­gy News­let­ter Aus­ga­be 21 (August 2015).

Rachel Mende

Rachel Mende

Geschäftsführerin
con|energy swiss
mende@conenergy.com

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