EVU, Ü50, Sin­gle, sucht…“ – Wie Ener­gie­ver­sor­ger wirk­lich pas­sen­de Star­tups fin­den

Lesedauer: 3 Minuten
Die Kon­takt­an­zei­ge eines Ener­gie­ver­sor­gers auf der Suche nach einem pas­sen­den Start­up könn­te wohl wie folgt klin­gen:

EVU, Ü50, Sin­gle, gut situ­iert, nicht der Schlan­kes­te, aber mit viel Erfah­rung und loka­ler Popu­la­ri­tät sucht Start­up, jung, dyna­misch und ide­en­reich für eine Koope­ra­ti­on mit Per­spek­ti­ve. Bit­te nur ernst­ge­mein­te Anfra­gen.“ Ob die­se Anzei­ge zum Erfolg füh­ren wür­de? Es ist zu bezwei­feln. Zwar sind die wesent­li­chen Cha­rak­ter­zü­ge und Anfor­de­run­gen ehr­lich beschrie­ben, doch zeigt die Anzei­ge nicht die indi­vi­du­el­le Attrak­ti­vi­tät des EVUs und lässt kei­ne Aus­sa­gen zur Pass­fä­hig­keit zu. Die Anzei­ge wür­de also jeden Part­ner anspre­chen, nicht nur den wirk­lich pas­sen­den. Zum Glück schrei­ben EVU kei­ne Kon­takt­an­zei­gen. Doch wie ent­ste­hen Part­ner­schaf­ten und was ist die rich­ti­ge Metho­de für ein EVU, die wirk­lich pas­sen­de Koope­ra­ti­on zu fin­den?

Wer ist der per­fek­te Part­ner?

In Dis­kus­sio­nen über Part­ner­schaf­ten mit Star­tups wird häu­fig die finan­zi­el­le Betei­li­gung in den Vor­der­grund gestellt. Eine gute Koope­ra­ti­on muss aller­dings viel mehr sein als eine koexis­tie­ren­de Inves­ti­ti­on – im Zwei­fel ist eine finan­zi­el­le Betei­li­gung auch gar nicht nötig. Start­up und EVU müs­sen per­fekt zuein­an­der pas­sen und sich in der Zusam­men­ar­beit an zen­tra­len Stel­len ergän­zen. Star­tups brin­gen Inno­va­ti­ons­men­ta­li­tät, agi­le Pro­zes­se für die Pro­jekt­ar­beit sowie aus­ge­präg­ten Prag­ma­tis­mus und Unter­neh­mer­geist ein. EVU bie­ten umfas­sen­de Bran­chen- und Kun­den­kennt­nis, eine ver­läss­li­che Ent­wick­lungs­um­ge­bung und haben Zugriff auf unter­stüt­zen­de Funk­ti­ons­be­rei­che.
Bei erfolg­rei­cher Suche wer­den also Koope­ra­tio­nen gefun­den, wel­che die indi­vi­du­el­len Stär­ken des ande­ren opti­mal ein­set­zen und för­dern kön­nen. Um die­ses Ziel zu errei­chen, soll­ten EVU eine effi­zi­en­te Such­me­tho­dik ver­wen­den, die geeig­ne­te Star­tups im Markt iden­ti­fi­ziert und anhand einer detail­lier­ten Ana­ly­se fil­tert.

Wie wer­den Koope­ra­tio­nen gefun­den?

Im pri­va­ten Umfeld wer­den Part­ner­schaf­ten über vie­le Wege gefun­den. Freun­des­kreis, Arbeits­platz und Bekann­te von Bekann­ten sind hier die klas­si­schen Vari­an­ten. Ande­re Metho­den sind ambi­tio­nier­ter: Vom orga­ni­sier­ten Speed-Dating über den ober­fläch­li­chen App-Match bis hin zur algo­rith­mi­schen Ver­kupp­lung mit Cha­rak­te­r­ana­ly­sen. Wohl mit Erfolg schaut man auf das Wachs­tum des Mark­tes.
Ein Blick auf die Metho­den in der Ener­gie­wirt­schaft zeigt einen klei­ne­ren Alter­na­tiv­raum. Koope­ra­tio­nen ent­ste­hen meist aus bestehen­den Kon­tak­ten und Pro­jek­ten oder fol­gen reak­tiv auf Anfra­ge suchen­der Star­tups. Aktiv wird mit Hil­fe punk­tu­el­ler Recher­chen bis zum tur­nus­mä­ßi­gen Markt-Check gesucht. Ohne die Qua­li­tät bestehen­der Koope­ra­tio­nen bewer­ten zu wol­len, scheint die Such­me­tho­dik opti­mier­bar zu sein. Stellt sich die Fra­ge: Kann sich ein EVU etwas aus dem pri­va­ten Umfeld abgu­cken?

Wel­ches Vor­ge­hen ver­bes­sert die Tref­fer­quo­te bei der Suche?

1. Über Star­tups infor­miert blei­ben
Der Start­up-Markt ist bunt, für eine gute Über­sicht­lich­keit sogar zu bunt. Vie­le Akteu­re tum­meln sich bei hoher Fluk­tua­ti­on. Ein geeig­ne­tes Start­up kann kurz­fris­tig zur Ver­fü­gung ste­hen und bald schon finan­ziert und vom Markt ver­schwun­den sein. Aus­gangs­punkt der Suche soll­te daher eine stets aktu­el­le Daten­bank sein.

2. Umfas­sen­de Infor­ma­tio­nen ein­ho­len
Die ange­bo­te­nen Pro­duk­te und Leis­tun­gen der Star­tups sind viel­fäl­tig — und das bei unter­schied­lichs­ten Ent­wick­lungs­stu­fen. Von her­aus­ra­gen­den Ide­en in der Ori­en­tie­rungs­pha­se bis zum kun­den­rei­chen Per­for­mer mit erbrach­tem POC (Pro­of Of Con­cept) hat der Markt eini­ges zu bie­ten. Möch­te man gezielt suchen, bedarf es detail­lier­ter Infor­ma­tio­nen, um nach dem pas­sen­den Part­ner fil­tern zu kön­nen. Die For­mu­lie­rung von kon­kre­ten Such­fel­dern kann hier die Suche ver­ein­fa­chen.
Bei der Suche nach rele­van­ten Star­tups kommt erschwe­rend hin­zu, dass – wie im Pri­va­ten – vor­ab nur ein ober­fläch­li­cher Blick mög­lich ist. Mar­ket Insights, also Berich­te aus der Pra­xis zu Erfah­run­gen mit genau die­sem oder ähn­li­chen Star­tups sind immens wich­tig.

3. Geschäfts­mo­dell maß­schnei­dern
Dockt man das Start­up ein­fach nur an, ent­ste­hen nicht die gewünsch­ten Mehr­wer­te. Im Gegen­teil, es ist eine aus­ge­klü­gel­te Ver­flech­tungs­stra­te­gie erfor­der­lich, die auch Details zur Anbin­dung berück­sich­tigt. Wie soll dabei das Most Via­ble Pro­duct, also der Kern der Start­up-Idee, kon­kret genutzt wer­den? In wel­cher Kom­bi­na­ti­on mit bestehen­den Tätig­kei­ten des EVUs ent­steht die größ­te Wert­schöp­fung?

Die con|energy unter­neh­mens­be­ra­tung unter­stützt Sie bei Ihrer Suche nach einem pas­sen­den Koope­ra­ti­ons­part­ner mit dem con|energy Start­up Watch.

 

Erschie­nen im con­en­er­gy News­let­ter Aus­ga­be 39 (Novem­ber 2017).

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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