Markt­raum­um­stel­lung: Auch ein The­ma für Ver­trieb und Beschaf­fung!

Lesedauer: 3 Minuten

Gro­ßen Tei­len des Gas­ver­sor­gungs­mark­tes im Nor­den und Wes­ten Deutsch­lands steht eine infra­struk­tu­rel­le Her­aus­for­de­rung bevor: Die dor­ti­gen Netz­ge­bie­te wer­den bis­her vor­wie­gend mit nied­rig-kalo­ri­gem L-Gas ver­sorgt, das aus den Nie­der­lan­den stammt. Unter ande­rem auf­grund erhöh­ter Erd­be­ben­ge­fahr hat die dor­ti­ge Regie­rung beschlos­sen, die Gas­för­de­rung stark zu redu­zie­ren und Expor­te schritt­wei­se ein­zu­stel­len. Dadurch wer­den ande­re Bezugs­we­ge benö­tigt, um die deut­sche Gas­ver­sor­gung wei­ter­hin sicher­zu­stel­len.

Die­se bie­ten allen vor­an Nor­we­gen, Groß­bri­tan­ni­en und Russ­land, die eine ande­re Gas­art (H-Gas) mit höhe­rem Brenn­wert lie­fern. Dar­um wer­den bis 2030 vie­le deut­sche Gas­ver­sor­gungs­net­ze schritt­wei­se auf hoch­ka­lo­ri­sches H-Gas umge­stellt. Betrof­fen sind damit in Sum­me etwa 30 Pro­zent aller in Deutsch­land mit Erd­gas betrie­be­nen End­ge­rä­te.

Die Markt­raum­um­stel­lung betrifft nicht nur Netz­be­trei­ber
Infol­ge des höhe­ren Ener­gie­ge­halts von H-Gas ist die Anpas­sung von Gerä­ten im häus­li­chen, gewerb­li­chen und indus­tri­el­len Gebrauch not­wen­dig und betrifft somit pri­mär die Markt­ak­teu­re rund um den Netz- und Mess­stel­len­be­trieb.

Eini­ge Ener­gie­ver­sor­ger sehen in der Umstel­lung eine Chan­ce und haben Stra­te­gi­en und Maß­nah­men dazu ent­wi­ckelt, wie der anste­hen­de Kun­den­kon­takt des Infra­struk­tur­be­trei­bers  für ver­trieb­li­che Zwe­cke genutzt wer­den kann (sie­he con|energy news­let­ter von Okto­ber 2017).

Mit den ers­ten Erfah­run­gen eini­ger Ver­sor­ger setzt sich jedoch zuneh­mend die Erkennt­nis durch, dass die Umstel­lung nicht nur eine mög­li­che Chan­ce, son­dern auch ein Risi­ko für die Ver­sor­ger dar­stellt. Kon­kret hat die Markt­raum­um­stel­lung ins­be­son­de­re Aus­wir­kun­gen auf die ver­trieb­li­chen und beschaf­fungs­sei­ti­gen Auf­ga­ben und Pro­zes­se der Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men. Betrof­fen sind ins­be­son­de­re die­je­ni­gen, die Kun­den in meh­re­ren Net­zen ver­sor­gen.

Sind Sie schon bereit für die Markt­raum­um­stel­lung? – Zen­tra­le Fra­gen
Um sich adäquat auf die Markt­raum­um­stel­lung ein­zu­stel­len und etwai­gen dar­aus resul­tie­ren­den Risi­ken vor­zu­beu­gen,  müs­sen Ener­gie­ver­sor­ger auf ver­schie­de­ne Fra­gen Ant­wor­ten bzw. Lösun­gen erar­bei­ten:

▪ Wie wird die Umstel­lung von Kun­den­an­la­gen beim ver­trieb­li­chen
  Pri­cing berück­sich­tigt?
▪ Woher erhält der Ver­trieb die Infor­ma­ti­on, dass eine Umstel­lung im
avi­sier­ten Lie­fer­zeit­raum erfol­gen wird?
▪ In wel­chem Sys­tem wird die Infor­ma­ti­on gepflegt?
▪ Was geschieht im Bereich Beschaf­fung mit etwai­gen
über­schüs­si­gen LGas-Men­gen?
▪ Wie wer­den die Kun­den in den absatz- und bezugs­fer­ti­gen
  Port­fo­li­en in den PFM-Sys­te­men umge­bucht (ohne  dabei
Schief­stän­de zu ver­ur­sa­chen)?
▪ Müs­sen Bezugs­ver­trä­ge ange­passt wer­den?
▪ Wel­che Berichte/Reports müs­sen (wie) ange­passt wer­den?

Bei genaue­rer Betrach­tung der Aus­wir­kun­gen der Markt­raum­um­stel­lung ergibt sich sehr schnell die Erkennt­nis, dass das The­ma Aus­wir­kun­gen auf fast alle Unter­neh­mens­be­rei­che eines Ver­sor­gers hat. Die­se Erkennt­nis ist zuneh­mend am Markt zu beob­ach­ten. Daher haben ers­te Unter­neh­men in den letz­ten Mona­ten reagiert und ent­spre­chen­de Ana­ly­sen durch­ge­führt, auf Basis derer Maß­nah­men defi­niert bzw. ein­ge­lei­tet wur­den.


Wie wir Sie unter­stüt­zen kön­nen
Die con|energy unter­neh­mens­be­ra­tung bie­tet Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men hier­zu  Unter­stüt­zung in Form eines “Quick-Checks” an. Die­ser beinhal­tet eine kom­pak­te Ana­ly­se mit anschlie­ßen­der Maß­nah­men­de­fi­ni­ti­on. Durch unse­re Erfah­run­gen und Kom­pe­ten­zen in den rele­van­ten ener­gie­wirt­schaft­li­chen Wert­schöp­fungs­stu­fen ver­fü­gen wir über ein Set an Fra­gen, mit denen wir gezielt die ver­schie­de­nen Aus­wir­kun­gen auf die unter­neh­mens­spe­zi­fi­schen Auf­ga­ben und Pro­zes­se sowie betrof­fe­ne IT-Sys­te­me prü­fen. Dar­auf basie­rend wer­den Hand­lungs­be­dar­fe iden­ti­fi­ziert und Maß­nah­men defi­niert —  sowohl prä­ven­tiv als auch für einen even­tu­el­len Ein­tritts­fall.

Der Quick-Check kann inner­halb von drei Wochen durch­ge­führt wer­den. Unser Kun­de hat hier­bei die Wahl zwi­schen einer Vor-Ort-Erhe­bung oder einer fra­ge­bo­gen­ba­sier­ten Vari­an­te.

Unse­re Exper­ten Niko Papa­ni­ko­lau (02011022−314, papanikolau(at)conenergy.com) und Simon Knitt­ler (0201−1022−347, knittler(at)conenergy.com) ste­hen Ihnen jeder­zeit ger­ne für einen Aus­tausch zur Ver­fü­gung.

Simon Knittler

Simon Knittler

Projektleiter
con|energy unternehmensberatung
knittler@conenergy.com

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