Revue de la Semai­ne KW 05

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Olten (ener­ga­te) — Die Revi­si­on des Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes (StromVG) und im Zuge des­sen auch die geplan­te Strom­markt­öff­nung stösst an vie­len Stel­len auf Kri­tik. Die AEE Suis­se und der Schwei­ze­ri­sche Städ­te­ver­band bewer­te­ten ins­be­son­de­re die Arbeit des Bun­des­ra­tes nega­tiv und wer­fen ihm vor, die Zie­le der Ener­gie­stra­te­gie 2050 im Ent­wurf zum revi­dier­ten StromVG nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt zu haben.

 

Grund­ver­sor­gung spal­tet Strom­bran­che

Kun­den, die bei einer all­fäl­li­gen Markt­öff­nung in der geschütz­ten Grund­ver­sor­gung ver­blei­ben möch­ten, sol­len künf­tig stan­dard­mäs­sig aus­schliess­lich Strom aus der Schweiz erhal­ten. Zudem soll die­ser zu einem Min­dest­an­teil aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en stam­men. Ob das sinn­voll ist, dar­über sind sich der VSE und Swis­spower uneins. “Im Fall einer voll­stän­di­gen Markt­öff­nung ist eine Grund­ver­sor­gung im Prin­zip nicht not­wen­dig”, so der Ver­band Schwei­ze­ri­scher Elek­tri­zi­täts­un­ter­neh­men (VSE). Swis­spower hin­ge­gen ist für die Grund­ver­sor­gung. Eine Quo­te für den Min­dest­an­teil an erneu­er­ba­rem und/oder inlän­di­schem Strom for­dert die Stadt­wer­ke­al­li­anz Swis­spower jedoch für alle Kun­den glei­cher­mas­sen.

 

Aar­gau­er Regie­rungs­rat will Elek­tro­bus­se för­dern

Der Aar­gau­er Regie­rungs­rat will den Ein­satz von Elek­tro­bus­sen nicht vor­schrei­ben. Er ist aber bereit, deren Ein­satz zu för­dern. Zuvor hat­te CVP-Gross­rat Andre­as Mei­er in einer Moti­on gefor­dert, dass die Dienst­leis­ter des öffent­li­chen Ver­kehrs ab 2023 nur noch Hybrid­bus­se und ab dem Jahr 2028 nur noch Elek­tro­bus­se anschaf­fen dür­fen. “Ein Fahr­zeug, das heu­te bestellt und im nächs­ten Jahr aus­ge­lie­fert wür­de, blie­be bis 2033 im Ein­satz — bis in eine Zeit also, in wel­cher der Die­sel­an­trieb im ÖV von der Bevöl­ke­rung wohl nicht mehr akzep­tiert wird”, gab Mei­er zu beden­ken.

 

AEE Suis­se for­dert ver­bind­li­che Erneu­er­ba­ren-För­de­rung

Die AEE Suis­se hat zum Ent­wurf des revi­dier­ten Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes Stel­lung bezo­gen. Ihr zufol­ge hat der Bun­des­rat ins­be­son­de­re die Zie­le der Ener­gie­stra­te­gie zu wenig berück­sich­tigt. Ohne zusätz­li­che Inves­ti­ti­ons­an­rei­ze sei die Ener­gie­stra­te­gie nicht zu rea­li­sie­ren, kom­men­tier­te die Dach­or­ga­ni­sa­ti­on der Wirt­schaft für erneu­er­ba­re Ener­gi­en und Ener­gie­ef­fi­zi­enz den Geset­zes­ent­wurf. “Der Markt ist bereit für die Umset­zung der Ener­gie­stra­te­gie 2050. Er braucht aber kla­re Signa­le und ein dazu pas­sen­des Strom­markt­ge­setz. Noch haben wir hier gros­sen Opti­mie­rungs- und Hand­lungs­be­darf”, so AEE-Suis­se-Prä­si­dent Gian­ni Operto.

 

Zahl­rei­che Städ­te skep­tisch gegen­über Strom­markt­öff­nung

Der Schwei­ze­ri­sche Städ­te­ver­band hat sich zur Revi­si­on des Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes und somit auch zur Fra­ge der voll­stän­di­gen Strom­markt­öff­nung geäus­sert. Ihm zufol­ge sind zahl­rei­che Städ­te und Gemein­den gegen­über dem Libe­ra­li­sie­rungs­schritt skep­tisch ein­ge­stellt. Sie haben “erheb­li­che Beden­ken, dass die voll­stän­di­ge Markt­öff­nung die Trans­for­ma­ti­on in Rich­tung erneu­er­ba­re Ener­gi­en und Ener­gie­ef­fi­zi­enz eher hin­dert als unter­stützt”, hiess es in der Ver­nehm­las­sungs­ant­wort. “Die im erläu­tern­den Bericht gemach­ten Aus­sa­gen, dass die Markt­öff­nung die Ener­gie­stra­te­gie 2050 unter­stüt­ze, erschei­nen etwas blau­äu­gig, wenn nicht gar unwahr­schein­lich”, lau­tet die schar­fe Kri­tik in Rich­tung des Bun­des­rats.

 

Strom­markt­öff­nung: SVP warnt vor Euro­pa, CVP ver­misst EU-Kom­pa­ti­bi­li­tät

 

Sowohl die CVP als auch die SVP spre­chen sich für die voll­stän­di­ge Strom­markt­öff­nung aus. “In die­sem Zusam­men­hang stel­len wir aber aus­drück­lich klar, dass damit kein Prä­ju­diz für den Abschluss eines Strom­ab­kom­mens mit der EU oder für die Über­nah­me von deren Vor­schrif­ten geschaf­fen wird”, betont die euro­pa­kri­ti­sche SVP. Sie for­dert, dass in jedem Fall dafür zu sor­gen sei, dass die Schweiz auch künf­tig die Rah­men­be­din­gun­gen ihres Strom­mark­tes selbst gestal­ten kann. Die CVP gibt dage­gen eine feh­len­de EU-Kom­pa­ti­bi­li­tät des revi­dier­ten Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes zu beden­ken. /kb/mf/vr 

Mehr Nach­rich­ten zum Schwei­zer Ener­gie­markt (inkl. kos­ten­lo­sem Test­zu­gang) auf

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Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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