# Revue KW 07

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Olten (ener­ga­te) — Die Umwelt­kom­mis­si­on des Stän­de­ra­tes hat sich für ein CO2-Inland­re­duk­ti­ons­ziel von min­des­tens 60 Pro­zent aus­ge­spro­chen. Sie ist über­zeugt, “dass inlän­di­sche Mass­nah­men viel Wert­schöp­fung in der Schweiz gene­rie­ren”. Schlep­pen­der geht es im Kan­ton Bern in Sachen Kli­ma­schutz vor­an: Dort stimm­te die Bevöl­ke­rung mit knap­per Mehr­heit gegen ein neu­es kan­to­na­les Ener­gie­ge­setz.

 

Fünf Fra­gen an VSE-Prä­si­dent Micha­el Wider

Was sind der­zeit die wich­tigs­ten The­men für die Schwei­zer Strom­wirt­schaft? Wel­che Rol­le spie­len die Digi­ta­li­sie­rung und mög­li­che Gas­kraft­wer­ke? Dar­über sprach ener­ga­te mit VSE-Prä­si­dent Micha­el Wider. In Bezug auf das immer noch feh­len­de Strom­ab­kom­men mit der EU sag­te er: “Die Aus­gangs­la­ge für die Schweiz bei der Euro­pa­fra­ge im Strom­be­reich ist eine ande­re als in ande­ren Berei­chen. Es geht nicht dar­um zu wis­sen, wo wir bei­tre­ten, son­dern wovon wir aus­ge­schlos­sen wer­den. […] Der Export wird schwie­ri­ger, der Import teu­rer. Das ist kei­ne gute Posi­ti­on für die Schweiz. Nicht strom­tech­nisch und auch nicht strom­wirt­schaft­lich.”

 

Reak­tio­nen zum Nein zum Ber­ner Ener­gie­ge­setz

Die Bevöl­ke­rung des Kan­tons Bern hat sich knapp mit 50,6 Pro­zent der Stim­men gegen ein neu­es kan­to­na­les Ener­gie­ge­setz aus­ge­spro­chen. Damit ist die Über­füh­rung der soge­nann­ten Mus­ter­vor­schrif­ten der Kan­to­ne im Ener­gie­be­reich (MuKEn) in kan­to­na­les Recht nach Solo­thurn bereits zum zwei­ten Mal an der Urne geschei­tert. “Es harzt mit der Ener­gie­wen­de”, kon­sta­tier­te die Erd­öl-Ver­ei­ni­gung. Eine bemer­kens­wer­te Leh­re der Abstim­mung sei, dass die Schwei­zer Bevöl­ke­rung der Ener­gie­stra­te­gie 2050 im Jahr 2017 zwar zuge­stimmt habe, die damit ein­her­ge­hen­den Ver­bo­te und Sach­zwän­ge nun aber mehr­heit­lich ableh­ne. Es brau­che daher mehr fle­xi­ble Lösun­gen und Inno­va­ti­on in der Ener­gie­po­li­tik, so die Erd­öl-Ver­ei­ni­gung.

 

Urek-S für Inland­ziel und kli­ma­ver­träg­li­chen Finanz­platz

Die Umwelt­kom­mis­si­on des Stän­de­ra­tes (Urek-S) folgt dem Bun­des­rat “klar” in sei­nem Bestre­ben, die Treib­haus­gas­emis­sio­nen bis 2030 gegen­über 1990 hal­bie­ren zu wol­len. Zudem will sie sich für einen umwelt­ver­träg­li­chen Finanz­platz ein­set­zen. Im Rah­men der Detail­be­ra­tung zur Total­re­vi­si­on des CO2-Geset­zes hat sich die Urek-S zudem mit 7 zu 6 Stim­men dazu ent­schie­den, dem Bun­des­rat auch beim Inland­ziel zu fol­gen und ihrem Rat eine Ver­min­de­rungs­leis­tung von im Mini­mum 60 Pro­zent im Inland zu bean­tra­gen. Mit die­sem Ent­scheid wählt die Kom­mis­si­on einen ande­ren Weg als der Natio­nal­rat.

 

Indus­trie­ge­schäft: Alpiq und Bou­y­gues unei­nig über Kauf­preis

Die Alpiq hat eine Schieds­ge­richts­kla­ge gegen die fran­zö­si­sche Fir­ma Bou­y­gues Con­struc­tion ein­ge­lei­tet. Die bei­den Unter­neh­men strei­ten sich über den defi­ni­ti­ven Kauf­preis für das Indus­trie­ge­schäft, wel­ches Alpiq im ver­gan­ge­nen Juli an die Fran­zo­sen ver­kauft hat­te. “Grund dafür sind unter­schied­li­che Ansich­ten über den end­gül­ti­gen Anpas­sungs­be­trag zum Kauf­preis auf­grund der Über­ga­be­bi­lanz”, teil­te Alpiq mit. Daher strei­ten sich bei­de Par­tei­en nun um den beträcht­li­chen Betrag von 218 Mio. Fran­ken. Kon­kret ver­langt Alpiq vom Bau­rie­sen eine Nach­zah­lung von 12,9 Mio. Fran­ken, wäh­rend Bou­y­gues vom Schwei­zer Ener­gie­un­ter­neh­men 205,1 Mio. Fran­ken zurück­for­dert.

 

Ebit-Ein­bruch bei der AEW

 

Die AEW Ener­gie AG konn­te ihren Umsatz im Geschäfts­jahr 2017/18 um 3,7 Pro­zent auf 378,6 Mio. Fran­ken stei­gern. Deut­lich gesun­ken ist jedoch das ope­ra­ti­ve Betriebs­er­geb­nis (Ebit). Die­ses ging um 32,4 Pro­zent auf 31,9 Mio. Fran­ken zurück. Dass die­ser Ebit-Ein­bruch davon zeugt, dass es “die­ser Fir­ma schlecht gehe” oder sie “schlecht geführt sei”, woll­te Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Ernst Werth­mül­ler nicht gel­ten las­sen. Er ver­wies auf den gestie­ge­nen Absatz, ein schwie­ri­ges Markt­um­feld, sowie dar­auf, dass man mit die­sem Ergeb­nis sogar leicht über den Erwar­tun­gen gele­gen habe. Das Unter­neh­mens­er­geb­nis nach Steu­ern betrug 30,7 Mio. Fran­ken (-33,5%). /kb/mf/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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