Revue de la Semai­ne KW 46

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Olten (ener­ga­te) — Der West­schwei­zer Ener­gie­spei­cher­her­stel­ler Leclan­ché hat aus Nor­we­gen einen Gross­auf­trag in Rekord­um­fang für Schiffs­bat­te­rie­sys­te­me erhal­ten. Und auch von der Aqua Zoom AG aus Zug, die Was­ser­wir­bel­kraft­wer­ke ver­treibt, gibt es posi­ti­ve Neu­ig­kei­ten: Eine erfolg­rei­che Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne hat vie­le neue inter­es­sier­te Inves­to­ren ange­zo­gen.

 

BFE posi­tio­niert sich zu EU-Bei­hil­fe­re­ge­lun­gen

Beim 13. Forum des Dach­ver­bands der Schwei­zer Ver­teil­netz­be­trei­ber sprach Jean-Chris­to­phe Füeg vom Bun­des­amt für Ener­gie (BFE) über den Stand und den Inhalt des Strom­ab­kom­mens mit der EU. Staat­li­che Bei­hil­fen der EU etwa sei­en zwar im Prin­zip ver­bo­ten, die­se Rege­lung müs­se aber stark rela­ti­viert wer­den. “Ein­spei­se­ver­gü­tun­gen wer­den über­all in Euro­pa getä­tigt und das wird auch in der Schweiz akzep­tiert wer­den”, so Füeg. Nicht ver­ein­bar mit einem all­fäl­li­gen Strom­ab­kom­men sei die Markt­prä­mie für Gross­was­ser­kraft, die aber vor­aus­sicht­lich vor 2022 aus­lau­fe — und einen Abschluss des Strom­ab­kom­mens erwar­tet Füeg “im Ide­al­fall frü­hes­tens 2022”.

Leclan­ché mit Gross­auf­trag aus Schiff­fahrts­in­dus­trie

Der Ener­gie­spei­cher­her­stel­ler Leclan­ché hat von dem auf mari­ti­me Tech­no­lo­gi­en spe­zia­li­sier­ten, nor­we­gi­schen Unter­neh­men Kongs­berg Mari­ti­me einen Gross­auf­trag erhal­ten. Leclan­ché zufol­ge han­delt es sich um einen der bis­her gröss­ten Ein­zel­auf­trä­ge für Schiffs­bat­te­rie­sys­te­me über­haupt. Die zu lie­fern­den Schiffs­bat­te­ri­en sol­len in neun Schif­fen zum Ein­satz kom­men und über eine Gesamt­ka­pa­zi­tät von 45.000 kWh ver­fü­gen. Kongs­berg Mari­ti­me begrün­det die Wahl der Schwei­zer Fir­ma mit deren Fähig­keit, “die gesam­te Wert­schöp­fungs­ket­te von der Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on von Lithi­um­zel­len bis hin zu kom­plet­ten, für Schiffs­an­wen­dun­gen zer­ti­fi­zier­ten Bat­te­rie­sys­te­men abzu­de­cken”.

Netz­ent­gel­te: BET Suis­se warnt vor Kos­ten­fal­le

BET Suis­se sieht ange­sichts ten­den­zi­ell stei­gen­der Netz­ent­gel­te eine Kos­ten­fal­le auf Ver­teil­netz­be­trei­ber zukom­men. Ein Aus­weg dar­aus könn­te jedoch eine intel­li­gen­te Tarif­ge­stal­tung oder eine kon­se­quen­te Kun­den­ori­en­tie­rung in Ver­bin­dung mit Effi­zi­enz­stei­ge­rung sein. Grün­de, wes­halb BET künf­tig höhe­re Netz­nut­zungs­ent­gel­te erwar­tet, sind der lang­fris­tig anhal­ten­de Zubau an dezen­tra­ler (sola­rer) Pro­duk­ti­on mit meh­re­ren 100 MW pro Jahr und die stei­gen­de Attrak­ti­vi­tät des Eigen­ver­brauchs. Ste­fan Mus­ter, Seni­or Mana­ger bei BET Suis­se, mach­te dies­be­züg­lich auf die stän­dig sin­ken­den Prei­se für Foto­vol­ta­ik­an­la­gen und Bat­te­ri­en auf­merk­sam.

Viel Poten­zi­al für Schwei­zer Was­ser­wir­bel­kraft­werk

Die Zuger Aqua Zoom AG ver­treibt eine Klein­was­ser­kraft­an­la­ge, die gleich­zei­tig auch eine Fisch­trep­pe ist. Ers­te Anla­gen sei­en bereits in Betrieb und man sei nun bereit für den “brei­ten Markt­ein­tritt”, so das Start-up. 2011 hat­te das ers­te Schwei­zer Was­ser­wir­bel­kraft­werk “Dr. Bert­rand Pic­card” bereits vom BFE die Aus­zeich­nung “Watt d’Or” erhal­ten. Damals hiess es, die Tech­no­lo­gie kön­ne eines Tages zum Clean­tech-Export­schla­ger wer­den. Nun könn­te es soweit sein, denn das schwei­ze­risch-deutsch-indi­sche Start-up hat kürz­lich eine, an inter­es­sier­te Inves­to­ren gerich­te­te Kam­pa­gne auf einer schwe­di­schen Crowd­fun­ding-Platt­form vor­zei­tig erfolg­reich abge­schlos­sen.

Romang: “Das Lade­netz muss auch künf­tig noch stark wach­sen”

Bis in vier Jah­ren soll an den Rast­plät­zen des Bun­des ein Netz aus Elek­tro­la­de­säu­len ent­ste­hen. Der Ver­band “Swiss eMo­bi­li­ty” hat sich im Vor­feld jah­re­lang für die Nut­zung der Stand­or­te ein­ge­setzt. Vize-Geschäfts­lei­ter Kris­pin Romang begrüsst die Ziel­set­zung des Bun­des, zeigt aber auch ihre Gren­zen auf. Ein Ziel im Rah­men der Road­map Elek­tro­mo­bi­li­tät ist etwa, den Anteil der E-Autos an ver­kauf­ten Neu­wa­gen auf 15 Pro­zent zu stei­gern. Das sei ein wich­ti­ges Zei­chen, so Romang. “Wich­ti­ger wird es sein, dass der Bund alles dar­an setzt, die­ses Ziel dann auch zu errei­chen und dafür die ent­spre­chen­den Rah­men­be­din­gun­gen setzt.”

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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