Revue de la Semai­ne KW 49

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Olten (ener­ga­te) — Das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut GFS Zürich fand her­aus: Die Schwei­zer Bevöl­ke­rung wünscht sich ein höhe­res Tem­po beim Aus­stieg aus den fos­si­len Ener­gi­en. Aus­ser­dem hat sich der Natio­nal­rat gegen ein Inland­ziel für die Reduk­ti­on der CO2-Emis­sio­nen aus­ge­spro­chen.

 

SEFV-Revi­si­on: Bun­des­rat will pau­scha­len Sicher­heits­zu­schlag strei­chen

Der Bun­des­rat hat die Ver­nehm­las­sung zur Revi­si­on der Still­le­gungs- und Ent­sor­gungs­fonds­ver­ord­nung (SEFV) eröff­net. Der Ver­ord­nungs­ent­wurf sieht vor, dass die AKW-Betrei­ber künf­tig kei­nen pau­scha­len Sicher­heits­zu­schlag mehr auf die berech­ne­ten Bei­trä­ge in den Still­le­gungs- und Ent­sor­gungs­fonds bezah­len müs­sen. Mit den Bei­trä­gen in den Fonds soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die AKW-Betrei­ber voll­um­fäng­lich selbst für die Still­le­gung der Kern­ener­gie­an­la­gen sowie für die Ent­sor­gung der radio­ak­ti­ven Abfäl­le auf­kom­men müs­sen. Grund­la­ge für die Berech­nung der Bei­trags­hö­he bil­den dabei Kos­ten­stu­di­en. Die­se wer­den von den Betrei­bern selbst durch­ge­führt und dann durch unab­hän­gi­ge Exper­ten über­prüft.

Schweiz soll zum kli­ma­freund­lichs­ten Land Euro­pas wer­den

In die­ser Woche steht die Debat­te zum CO2-Gesetz ener­gie­po­li­tisch im Fokus. Was die Ein­stel­lung der Schwei­zer Bevöl­ke­rung zum Umwelt­schutz ist, das unter­sucht regel­mäs­sig das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut GFS Zürich. Für die dies­jäh­ri­ge Uni­vox-Umwelt-Lang­zeit­be­fra­gung im Auf­trag von WWF Schweiz und Swiss­clean­tech befrag­te GFS Zürich im Sep­tem­ber und Okto­ber 1.015 Per­so­nen. Ergeb­nis: Die Schwei­zer Bevöl­ke­rung will ein höhe­res Tem­po beim Aus­stieg aus den fos­si­len Ener­gi­en. Unter den Kli­ma­schutz-Mass­nah­men stos­sen ten­den­zi­ell etwa höhe­re CO2-Abga­ben oder eine wei­te­re För­de­rung von ener­ge­ti­schen Gebäu­de­sa­nie­run­gen auf Zustim­mung.

Natio­nal­rat ver­zich­tet auf Inland­ziel

Der Natio­nal­rat hat sich in der Debat­te zur Total­re­vi­si­on des CO2-Geset­zes bei der Redu­zie­rung der CO2-Emis­sio­nen gegen ein Inland­ziel mit 97 zu 95 Stim­men bei einer Ent­hal­tung aus­ge­spro­chen. Ein­ver­stan­den zeig­te sich das Par­la­ment damit, dass die Schweiz die Treib­haus­gas­emis­sio­nen bis zum Jahr 2030 um 50 Pro­zent unter das Niveau von 1990 senkt. Im Gegen­satz zur Lan­des­re­gie­rung will die Rats­mehr­heit ermög­li­chen, dass die Reduk­ti­on über­wie­gend durch den Kauf von Aus­lands­zer­ti­fi­ka­ten erfolgt. Der Bun­des­rat hat­te vor­ge­schla­gen, dass die CO2-Min­de­rung zu 60 Pro­zent durch Mass­nah­men im Inland erreicht wer­den soll und höchs­tens zu 40 Pro­zent im Aus­land.

CO2-Gesetz: Von “Neu­start”, alten und neu­en Initia­ti­ven

Nach dem Ent­scheid des Natio­nal­rats, kein Inland­ziel für die Reduk­ti­on der CO2-Emis­sio­nen fest­zu­le­gen, win­ken Grü­ne und Grün­li­be­ra­le bereits mit der Glet­scher-Initia­ti­ve. Die­se will ver­bind­lich in der Ver­fas­sung fest­schrei­ben, dass in der Schweiz ab 2050 kein fos­si­ler Koh­len­stoff mehr in Ver­kehr gebracht wer­den darf. “Die bür­ger­li­che Mehr­heit ist dar­an, die Kli­ma­po­li­tik der Schweiz abzu­schaf­fen”, resü­mier­te die Grü­nen-Frak­ti­on in einer ers­ten Zwi­schen­bi­lanz der Bera­tun­gen im Natio­nal­rat. Daher erwä­gen die Grü­nen das Gesetz in der Gesamt­ab­stim­mung kom­men­de Woche abzu­leh­nen. So kön­ne der Stän­de­rat das CO2-Gesetz unbe­las­tet auf der Basis des bun­des­rät­li­chen Vor­schla­ges bera­ten.

WSL macht Was­ser­kraft­wer­ke ren­ta­bler

Bei der Eid­ge­nös­si­schen For­schungs­an­stalt für Wald, Schnee und Land­schaft (WSL) hat man ein hydro­lo­gi­sches Modell ent­wi­ckelt, um Tro­cken­heits­pe­ri­oden über meh­re­re Wochen mit einem hohen ört­li­chen Detail­lie­rungs­grad zu pro­gnos­ti­zie­ren. Mit die­sen Vor­her­sa­gen könn­ten etwa Was­ser­spei­cher­kraft­wer­ke ren­ta­bler betrie­ben wer­den, teil­te der Schwei­ze­ri­sche Natio­nal­fonds mit. Bis­lang muss­ten Spei­cher­kraft­werks­be­trei­ber sich auf ein­fa­che Sta­tis­ti­ken wie das mehr­jäh­ri­ge Mit­tel der Nie­der­schlä­ge und der Abflüs­se ver­las­sen, weil lang­fris­ti­ge Vor­her­sa­gen auf­grund der hohen Kom­ple­xi­tät und enor­men Daten­men­gen nicht regel­mäs­sig erstellt wer­den konn­ten.

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Gregor Weiß

Gregor Weiß

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