Revue de la Semai­ne KW 48

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Olten (ener­ga­te) — Um der Schweiz die Inte­gra­ti­on in den EU-Strom­bin­nen­markt zu gewähr­leis­ten, strebt der Bun­des­rat 2019 ein Strom­ab­kom­men mit der EU an. Finanz­pro­fes­so­ren wol­len aus­ser­dem eine Kli­ma­wen­de bei der Natio­nal­bank (SNB) schaf­fen und ver­wei­sen dazu auf eine Stu­die der Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on “Artis­ans de la Tran­si­ti­on”.

 

Finanz­pro­fes­so­ren wol­len Kli­ma­wen­de bei Natio­nal­bank

Eine Par­la­men­ta­ri­sche Initia­ti­ve der Grü­nen Natio­nal­rä­tin Adè­le Thorens will eine gesetz­li­che Grund­la­ge für mehr Nach­hal­tig­keit und Kli­ma­schutz bei der Natio­nal­bank (SNB) schaf­fen. Expo­nen­ten aus der Finanz- und Wirt­schafts­wis­sen­schaft haben nun ihre Unter­stüt­zung für die Geset­zes­re­vi­si­on signa­li­siert und ver­wei­sen auf eine Stu­die der Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on “Artis­ans de la Tran­si­ti­on”. Die­se besagt, dass die SNB mit ihren Inves­ti­tio­nen in Unter­neh­men der fos­si­len Indus­trie rund 48,5 Mio. Ton­nen CO2 und somit mehr als die Gesamt­emis­sio­nen der Schweiz zu ver­ant­wor­ten hat. Damit unter­stützt die SNB die wei­te­re Explo­ra­ti­on, Erschlies­sung und För­de­rung fos­si­ler Brenn­stof­fe.

 

Nach­hal­ti­ge Fonds auf Wachs­tums­kurs

Die Ver­mö­gen nach­hal­ti­ger Publi­kums­fonds im Schwei­zer Ver­trieb sind im Jahr 2017 um 44 Pro­zent auf 157 Mrd. Fran­ken gestie­gen. Damit sei­en nach­hal­ti­ge Invest­ment­fonds pro­zen­tu­al drei­mal so schnell wie der Gesamt­markt gewach­sen, berich­te­te die Hoch­schu­le Luzern (HSLU) in ihrer “IFZ Sustainab­le Invest­ments Stu­die 2018”. Die Anzahl an nach­hal­ti­gen Publi­kums­fonds stieg im Ver­gleich zum Vor­jahr von 336 auf 432 Fonds (+26%), ins­ge­samt gibt es 8.788 Publi­kums­fonds mit Schwei­zer Ver­triebs­zu­las­sung. Das Insti­tut für Finanz­dienst­leis­tun­gen Zug (IFZ) der HSLU hat­te aus die­ser Men­ge ent­spre­chen­de nach­hal­ti­ge Invest­ment­fonds ana­ly­siert.

 

Bun­des­rat strebt 2019 Strom­ab­kom­men an

Bun­des­prä­si­dent Alain Ber­set (SP) hat die Zie­le des Bun­des­ra­tes für das Jahr 2019 prä­sen­tiert. “In der Ener­gie­po­li­tik wird der Bun­des­rat 2019 nach Mög­lich­keit die Bot­schaft zum Strom­ab­kom­men mit der EU ver­ab­schie­den, wel­ches die Inte­gra­ti­on der Schweiz in den EU-Strom­bin­nen­markt gewähr­leis­ten soll”, heisst es im Jah­res­pro­gramm der Lan­des­re­gie­rung. Die Unter­zeich­nung des Strom­ab­kom­mens sei dabei abhän­gig vom Abschluss eines insti­tu­tio­nel­len Abkom­mens. Die Ver­hand­lun­gen für ein sol­ches Abkom­men sol­len daher bis 2019 abge­schlos­sen sein. Wei­ter ist geplant, dass der Bun­des­rat die Teil­re­vi­sio­nen des Elek­tri­zi­täts­ge­set­zes und des Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes nach der “Stra­te­gie Strom­net­ze” in Kraft setzt.

 

Jun­ge Grü­ne prü­fen neue Off­roa­der-Initia­ti­ve

Ange­sichts der in der kom­men­den Woche begin­nen­den par­la­men­ta­ri­schen Debat­te zur Total­re­vi­si­on des CO2-Geset­zes haben die Jung­par­tei­en der Grü­nen, Grün­li­be­ra­len, CVP, BDP und EVP vor Jour­na­lis­ten in Bern ihre Vor­stel­lun­gen von einem “grif­fi­gen CO2-Gesetz” prä­sen­tiert. Die “Jun­gal­li­anz für das Kli­ma” prä­sen­tier­te dabei einer­seits ihren “kleins­ten gemein­sa­men Nen­ner”. Ein­zel­ne Ver­tre­ter äus­ser­ten aber auch noch wei­ter­ge­hen­de Wün­sche an die Par­la­men­ta­ri­er. So for­der­te bei­spiels­wei­se Luzi­an Franzini, Co-Prä­si­dent der jun­gen Grü­nen, ein ab 2021 gel­ten­des Import­ver­bot für Autos mit einem CO2-Aus­stoss von über 95 Gramm pro Kilo­me­ter.

 

Elcom: Gas als Über­gangs­tech­no­lo­gie “nach­voll­zieh­bar”

Die Eid­ge­nös­si­sche Elek­tri­zi­täts­kom­mis­si­on (Elcom) bekräf­tigt ihre For­de­rung nach einem sub­stan­ti­el­len Anteil inlän­di­scher Win­ter­strom­pro­duk­ti­on und for­dert zusätz­li­che gesetz­li­che Anrei­ze. Die­se sol­len bereits im Rah­men der Revi­si­on Strom­ver­sor­gungs­ge­setz geschaf­fen wer­den, wie Bri­git­ta Kratz, Vize­prä­si­den­tin der Auf­sichts­be­hör­de, am Elcom-Forum 2018 sag­te. In ihrem Refe­rat hat­te sie die Vor- und Nach­tei­le der ver­schie­de­nen Erzeu­gungs­tech­no­lo­gi­en bezüg­lich ihres Win­ter­strom­pro­duk­ti­ons­po­ten­zi­als auf­ge­zeigt. Es waren Aus­füh­run­gen, die wohl manch einer im Ber­ner Kur­saal als Plä­doy­er für den Ein­satz von Gas­kraft­wer­ken ver­stan­den hat­te. /kb/mf/vr

 

 

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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