Revue de la Semai­ne KW 50

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Olten (ener­ga­te) — Der Bun­des­rat hat die Teil­re­vi­si­on der Kern­ener­gie­ver­ord­nung geneh­migt, der Natio­nal­rat die Total­re­vi­si­on des CO2-Geset­zes abge­lehnt. Nun wird sich im Janu­ar der Stän­de­rat mit dem CO2-Gesetz befas­sen. Dass der­weil Aus­bau und Pro­duk­ti­on von erneu­er­ba­ren Ener­gi­en in der Schweiz hin­ter den poli­ti­schen Zie­len zurück­blei­ben, hat die ZAHW her­aus­ge­fun­den.

 

Bun­des­rat setzt revi­dier­te Kern­ener­gie­ver­ord­nung in Kraft

Der Bun­des­rat hat die Teil­re­vi­si­on der Kern­ener­gie­ver­ord­nung geneh­migt. Er prä­zi­sie­re damit die Vor­ga­ben zu den Stör­fall­ana­ly­sen von Kern­kraft­wer­ken, hiess es aus dem Bun­des­amt für Ener­gie (BFE). Die neu­en Bestim­mun­gen tre­ten am 1. Febru­ar 2019 in Kraft. Das Revi­si­ons­pa­ket umfasst Ände­run­gen der Kern­ener­gie­ver­ord­nung, der neu­en, noch nicht in Kraft gesetz­ten Kern­ener­gie­haft­pflicht­ver­ord­nung sowie der Aus­ser­be­trieb­nah­me­ver­ord­nung und der Gefähr­dungs­an­nah­men­ver­ord­nung des Umwelt- und Ener­gie­de­par­te­ments. “Da die Rege­lun­gen zu den Stör­fall­ana­ly­sen in den Ver­ord­nun­gen teils unprä­zi­se for­mu­liert waren, legt der Bun­des­rat den Wort­laut nun unmiss­ver­ständ­lich fest”, so das BFE.

 

AEE Suis­se und ZHAW stel­len neu­es Markt­mo­dell zur Dis­kus­si­on

Die Zür­cher Hoch­schu­le für Ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten (ZHAW) hat im Auf­trag der AEE Suis­se die aktu­el­le Ener­gie- und Kli­ma­po­li­tik des Bun­des unter­sucht. Die Stu­die zeigt, dass mit den bestehen­den För­der­instru­men­ten die Errei­chung der Aus­bau­zie­le 2035 für die erneu­er­ba­re Strom­pro­duk­ti­on nicht garan­tiert ist. Ziel­füh­ren­der wäre es, die Strom­ta­ri­fe ver­ur­sa­cher­ge­recht aus­zu­ge­stal­ten und die Decke­lung und Befris­tung der aktu­el­len direk­ten För­der­instru­men­te für erneu­er­ba­re Ener­gi­en auf­zu­he­ben, so die Stu­di­en­lei­ter. Neben der Ent­fris­tung der För­de­rung schla­gen die Stu­di­en­au­toren eine tech­no­lo­gie­neu­tral aus­ge­stal­te­te För­der­pra­xis vor.

 

Natio­nal­rat ver­senkt CO2-Gesetz, Hof­fen auf Glet­scher-Initia­ti­ve

Der Natio­nal­rat hat sich in der Gesamt­ab­stim­mung unzu­frie­den mit dem CO2-Gesetz gezeigt. Die gros­se Kam­mer ver­senk­te die Total­re­vi­si­on des Geset­zes mit 92 zu 60 Stim­men bei 43 Ent­hal­tun­gen — nach vier Tagen Bera­tung. Im Vor­feld hat­ten etwa die Grü­nen ange­kün­digt, sie wür­den ihre Zustim­mung ver­wei­gern. So sei ein Neu­start für das CO2-Gesetz im Stän­de­rat mög­lich. Zuvor hat­te der Rat bereits eine CO2-Abga­be für Flug­ti­ckets abge­lehnt und einen Deckel für die CO2-Kom­pen­sa­ti­on bei den Treib­stof­fen beschlos­sen. Schon in der ver­gan­ge­nen Woche hat­te der Rat ent­schie­den, dass es kei­ne CO2-Zie­le für das Inland geben soll.

 

Axpo legt ope­ra­tiv erneut zu

Nach der Rück­kehr in die schwar­zen Zah­len im Vor­jahr konn­te die Axpo im Geschäfts­jahr 2017/2018 ope­ra­tiv erneut deut­lich zule­gen. Das Betriebs­er­geb­nis stei­ger­te sich um 29 Pro­zent auf rund 348 Mio. Fran­ken. Wie bereits im Vor­jahr war der Ener­gie­kon­zern vor allem im Aus­land erfolg­reich. So lie­fer­te das inter­na­tio­na­le Geschäft einen Ergeb­nis­bei­trag von rund 150 Mio. Fran­ken. Zudem beton­te Axpo-CEO Andrew Walo die erfolg­rei­chen Akti­vi­tä­ten im Bereich Erneu­er­ba­re im Aus­land. So habe etwa die Axpo-Toch­ter Volks­wind vier Wind­parks aus ihrem Port­fo­lio an Alli­anz Glo­bal Inves­tors ver­kauft. Auch dies habe einen “erkleck­li­chen” Ergeb­nis­bei­trag gelie­fert.

 

Stan­dard­pro­duk­te mit wenig neu­en Erneu­er­ba­ren

Die Ver­gleichs­platt­form My New Ener­gy hat die Stan­dard­pro­duk­te von 125 Schwei­zer Ener­gie­ver­sor­gern unter­sucht. Sie kommt zum Schluss, dass die Ver­sor­ger End­kun­den der­zeit prak­tisch kei­ne Stan­dard­pro­duk­te mit erhöh­tem Anteil an neu­em Solar- oder Wind­strom anbie­ten. Dadurch wer­de der Auf­bau von drin­gend nöti­gen neu­en Solar- und Wind­kraft­wer­ken zu wenig unter­stützt und die Ener­gie­wen­de ent­spre­chend gefähr­det, kri­ti­siert My New Ener­gy. Ein schnel­ler Foto­vol­ta­ik-Aus­bau sei nicht nur der güns­tigs­te Weg, son­dern die ein­zi­ge Chan­ce, die Atom­kraft­wer­ke ohne nega­ti­ve Kli­ma­fol­gen abstel­len zu kön­nen. /kb/mf/vr

 

 

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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