Revue de la Semai­ne KW 52

Lesedauer: 4 Minuten

Olten (ener­ga­te) — Über knapp 100 per­so­nel­le Ver­än­de­run­gen in Schwei­zer Ener­gie­un­ter­neh­men, Ver­bän­den und Poli­tik hat der “ener­ga­te mes­sen­ger Schweiz” seit Anfang Jahr berich­tet. Der Kader­markt ist dabei ordent­lich in Bewe­gung: Im ver­gan­ge­nen Jahr waren uns 70 prä­gnan­te Wech­sel auf­ge­fal­len. Zum Jah­res­ab­schluss 2018 bli­cken wir auf eini­ge inter­es­san­te Ver­än­de­run­gen zurück — auf ange­kün­dig­te und schon voll­zo­ge­ne.

Gewich­ti­ge Ver­än­de­run­gen kurz vom Jah­res­en­de — in der Poli­tik und in Unter­neh­men. So könn­te man per­so­nal­po­li­tisch das Jahr 2018 zusam­men­fas­sen: Leu­thard weg, Staib­lin auch. Dass die Ener­gie­mi­nis­te­rin irgend­wann im Lau­fe der Legis­la­tur — und es ist ja nicht mal mehr ein Jahr bis zu den nächs­ten Wah­len — erfol­gen wür­de, war eigent­lich klar. Am Ende behiel­ten die­je­ni­gen Recht, die mut­mass­ten, Doris Leu­thard (CVP) wer­de noch die Debat­te zum CO2-Gesetz als Minis­te­rin beglei­ten und dann gehen. So gesche­hen. Leu­thard nutz­te den Rück­tritt von Wirt­schafts­mi­nis­ter Johann Schnei­der-Ammann dann weni­ge Tage spä­ter, um auch ihren Rück­zug auf Ende Jahr anzu­kün­di­gen. Und auch in der Nach­fol­ge­fra­ge behiel­ten die­je­ni­gen Recht, Simo­net­ta Som­ma­ru­ga (SP) wer­de das Uvek über­neh­men. Wobei sich Gerüch­ten zufol­ge auch die neue Bun­des­rä­tin Vio­la Amherd (CVP) Hoff­nung gemacht hat­te, Ener­gie­mi­nis­te­rin zu wer­den.

Wech­sel an der Alpiq-Spit­ze

Der gros­se Per­so­nal­wech­sel 2018 in der Unter­neh­mens­welt war sicher der Rück­zug von Alpiq-Che­fin Jas­min Staib­lin, auch wenn ihn der eine oder ande­re Beob­ach­ter nach dem Ver­kauf des Alpiq-Indus­trie­ge­schäfts erwar­tet hat­te. Staib­lin stand Alpiq sechs Jah­re vor. Sie habe sich ent­schie­den, das Unter­neh­men per Ende 2018 zu ver­las­sen. “Gemein­sam haben wir die not­wen­di­gen Restruk­tu­rie­run­gen umge­setzt, das Unter­neh­men kon­se­quent umge­baut und auf die neu­en Markt­be­din­gun­gen aus­ge­rich­tet. Der Kon­zern steht nun auf einem sta­bi­len Fun­da­ment und ist fit für die Ener­gie­zu­kunft”, ver­ab­schie­de­te sich Staib­lin vom “Alpiq-Team”. Ihr Nach­fol­ger an der Unter­neh­mens­spit­ze ist Jens Alder, der seit 2015 Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent ist. In die­sem Sin­ne teil­te Alpiq denn auch mit, dass der Ver­wal­tungs­rat den Gover­nan­ce-Pro­zess anpas­se. Das Auf­sichts­or­gan sol­le poten­zi­el­le Inter­es­sen­kon­flik­te bei der Dop­pel­rol­le ver­mei­den. Als Gegen­ge­wicht zu Alder wird VR-Vize­prä­si­dent Jean-Yves Pidoux neu als Lead Direc­tor das vom VR neu geschaf­fe­ne Gover­nan­ce Com­mit­tee lei­ten. Aber auch in den ande­ren Schwei­zer Ener­gie­un­ter­neh­men gab es Ver­än­de­run­gen. Dabei fiel die Ener­gie­dienst Hol­ding AG gleich mit zwei Ver­än­de­run­gen auf. Wobei die Ver­än­de­rung auf dem Pos­ten des CEO erst im kom­men­den März wirk­sam wird: Dann hört CEO Mar­tin Stei­ger auf, immer­hin 19 Jah­re in der Geschäfts­lei­tung. Sein Nach­fol­ger wird Jörg Rei­chert. Er kommt von der Kon­zern­mut­ter, dem deut­schen Ener­gie­kon­zern EnBW, wo er aktu­ell das Con­trol­ling und Risi­ko­ma­nage­ment lei­tet. Eine Ver­än­de­rung ver­kün­de­te Ener­gie­dienst kurz vor Jah­res­en­de: Das Unter­neh­men trenn­te sich von Sabi­ne von Man­teuf­fel. Sie war im Sep­tem­ber 2017 nach Lau­fen­burg für den Auf­bau neu­er Geschäfts­fel­der gewech­selt. “Sie ist mit sofor­ti­ger Wir­kung frei­ge­stellt”, ent­schied der Ver­wal­tungs­rat. Hin­ter­grund sei­en unüber­brück­ba­re stra­te­gi­sche Dif­fe­ren­zen. Inte­rims­wei­se hat Michel Schwe­ry, auch Mit­glied der Geschäfts­lei­tung, neben der Geschäfts­ein­heit “Schweiz” die Auf­ga­ben von Man­teuf­fels über­nom­men.

Im April konn­te der Bas­ler Ver­sor­ger IWB der­weil die Suche nach einem neu­en Chef abschlies­sen. Der Nach­fol­ger von David Thiel wur­de Claus Schmidt, der das Unter­neh­men zunächst inte­ri­mis­tisch führ­te. Der pro­mo­vier­te Phy­si­ker Schmidt kam im März 2016 als Chief Ope­ra­ting Offi­cer (COO) und Lei­ter des Geschäfts­be­reichs Manage­ment Ser­vices zur IWB. Im Novem­ber 2016 beför­der­te ihn der Ver­wal­tungs­rat zum stell­ver­tre­ten­den CEO. Einen neu­en CEO bekommt auch der West­schwei­zer Ver­sor­ger Roman­de Ener­gie. Per 1. Juni 2019 wird der frü­he­re Swiss­com-Mana­ger Chris­ti­an Petit Nach­fol­ger von Pierre-Alain Urech, der sich dann in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det. Der Waadt­län­der stand dem Unter­neh­men dann 14 Jah­re vor. Er wer­de die Über­ga­be aber bis zum 30. Sep­tem­ber sicher­stel­len und auch sei­ne Man­da­te als Prä­si­dent des Ver­wal­tungs­rats in drei Unter­neh­men, an den Roman­de Ener­gie betei­ligt ist, fort­set­zen.

 

CKW mit neu­em Chef

Ver­än­de­run­gen gab es 2018 auch bei der CKW. Mar­tin Schwab wur­de Nach­fol­ger des zur NZZ-Medi­en­grup­pe gewech­sel­ten Felix Graf. Schwab kam vom Mut­ter­kon­zern Axpo, wo er seit 2011 als Finanz­chef tätig war. Neu in die Geschäfts­lei­tung des Luzer­ner Ver­sor­gers rückt zudem Tho­mas Reit­ho­fer auf. Zum Jah­res­wech­sel wird er neu­er Lei­ter des Geschäfts­be­reichs Ener­gie. Eine Umstruk­tu­rie­rung der Kon­zern­lei­tung ver­kün­de­te im Dezem­ber der Ber­ner Ver­sor­ger BKW. Die pro­mo­vier­te Juris­tin Ant­je Kann­gies­ser steigt zum Jah­res­wech­sel in das Füh­rungs­gre­mi­um auf. Zur Begrün­dung hiess es, auf­grund der Trans­for­ma­ti­on des Unter­neh­mens gewön­nen die Digi­ta­li­sie­rung wich­ti­ger Ver­triebs- und Quer­schnitts­funk­tio­nen sowie die inter­na­tio­na­len recht­lich-regu­la­to­ri­schen The­men immer mehr an Bedeu­tung. Die BKW-Kon­zern­lei­tung besteht nun wie­der aus fünf Mit­glie­dern. Neu­er Geschäfts­lei­ter der Schwei­ze­ri­schen Ener­gie­stif­tung (SES) ist seit Ende Novem­ber Nils Epprecht. Er ist Nach­fol­ger von Rita Hau­den­schild. Die Stif­tung und Hau­den­schild hat­ten sich “im gegen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men” getrennt. Der Umwelt­na­tur­wis­sen­schaft­ler Epprecht hat­te seit 2016 bei der SES als Pro­jekt­lei­ter Strom & Atom gewirkt. Einen Wech­sel gab es auch bei einer ande­ren Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on: Green­peace Schweiz. Im Juli hat Iris Menn die Geschäfts­lei­tung über­nom­men. Die pro­mo­vier­te Mee­res­bio­lo­gin trat die Nach­fol­ge von Inte­rim-Geschäfts­lei­ter Kas­par Schuler an. Zum neu­en Chef von ABB Schweiz wur­de per 1. Juli Robert Itsch­ner beru­fen. Als Vor­sit­zen­der der Geschäfts­lei­tung ist er der Nach­fol­ger von Reto Lütolf, der in den Ruhe­stand ging. Itsch­ner war zuletzt Lei­ter Mar­ke­ting & Ver­kauf der Divi­si­on Robo­tics & Moti­on. Auf­ge­stie­gen in die Geschäfts­lei­tung ist 2018 auch Jan Flü­cki­ger — bei Swis­spower. Er hat die Füh­rung des eben­falls neu­en Bereichs “Public Affairs und Kom­mu­ni­ka­ti­on” über­nom­men. Dabei lei­tet er wei­ter­hin die Abtei­lung “Public Affairs”, wäh­rend er die Füh­rung der Abtei­lung “Kom­mu­ni­ka­ti­on” abgab.

 

Neu­er CFO beim EKS

Eine Ver­än­de­rung gibt es wei­ter beim Elek­tri­zi­täts­werk des Kan­tons Schaff­hau­sen (EKS). Dort wird zum neu­en Jahr Luca Slan­zi CFO und Mit­glied der Geschäfts­lei­tung. Er arbei­tet seit

neun Jah­ren beim EKS, zuletzt als Stell­ver­tre­ter des aktu­el­len CFO Chris­ti­an Big­ler, der das Unter­neh­men Ende Febru­ar 2019 ver­lässt, um eine neue Stel­le näher sei­ner ber­ni­schen Hei­mat anzu­neh­men. Sei­nen Abschied ver­kün­de­te zum Start des Jah­res 2018 bei der Mey­er-Bur­ger-Grup­pe Patrick Hofer-Noser. Er wer­de sich aber wei­ter­hin dem Ener­gie­the­ma wid­men, hiess es sei­ner­zeit. Im Mai wur­de es dann kla­rer: Hofer-Noser ver­kün­de­te, dass er den Geschäfts­be­reich Solar­sys­te­me von Mey­er Bur­ger über­nimmt. Um die Über­nah­me zu voll­zie­hen wur­de zunächst eine eige­ne Gesell­schaft gegrün­det: die 3S Solar Plus AG, die dann an den lang­jäh­ri­gen Solar­in­dus­trie-Spe­zia­lis­ten über­ge­ben wur­de.

/df

 

Mehr Nach­rich­ten zum Schwei­zer Ener­gie­markt (inkl. kos­ten­lo­sem Test­zu­gang) auf

www.energate-messenger.ch
Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

Bei­trag Tei­len:

Facebook
Google+
Twitter
LinkedIn