# Revue KW 12

Olten (ener­ga­te) — Die Ener­gie­wen­de muss beschleu­nigt wer­den, for­dern Exper­ten. Es feh­len kon­kre­te Len­kungs­mass­nah­men in der Ener­gie­po­li­tik, um das Net­to-Null-Ziel zu errei­chen. Einen ein­heit­li­chen CO2-Preis sieht der VSG als Teil der Lösung.

Was­ser­wirt­schafts­ver­band beklagt feh­len­den Support

Die Was­ser­kraft wer­de zwar laut den Ener­gie­per­spek­ti­ven 2050+ zen­tra­le Stromres­sour­ce blei­ben, das sei in der Gesell­schaft aber noch nicht ange­kom­men. Das sag­te Michel Piot vom Schwei­ze­ri­schen Was­ser­wirt­schafts­ver­band (SWV) bei einem Webi­nar vom Ver­band Schwei­ze­ri­scher Elek­tri­zi­täts­un­ter­neh­men (VSE). Piot begrün­de­te sei­ne Aus­sa­ge unter ande­rem mit dem Wider­stand gegen neue Pro­jek­te wie der Erhö­hung der Grimsel­stau­mau­er oder dem neu­en Kraft­werk Trift – Bei­spie­le, die laut Piot illus­trie­ren, dass Was­ser­kraft im Gegen­wind ste­he. “Die Fra­ge stellt sich: Will die Gesell­schaft effek­tiv einen Aus­bau der Was­ser­kraft?”, so Piot. “Die Ener­gie­per­spek­ti­ven sagen klar: Es braucht einen.”

Ener­gie­stra­te­gie: Exper­ten sehen Situa­ti­on kritisch

Beim Stadt­wer­ke­kon­gress zum The­ma “Voll­stän­dig erneu­er­bar — wie errei­chen wir das?” am 22. März lau­te­te die vor­wie­gen­de Exper­ten­mei­nung, dass die Lage ernst ist, was das Umset­zen der Ener­gie­stra­te­gie 2050 des Bun­des anbe­langt. “Wir befin­den uns an einem kri­ti­schen Punkt”, sag­te etwa Ron­ny Kauf­mann, CEO der Stadt­wer­ke­ver­ei­ni­gung Swis­spower. Es gel­te nun, die kli­ma- und ener­gie­po­li­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen im Auge zu behal­ten. Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer wie Ste­fan Batz­li, Geschäfts­füh­rer der AEE Suis­se, bemän­geln, dass die Ener­gie­wen­de zu lang­sam vor­an­schrei­te und es an Rah­men­be­din­gun­gen feh­le, die Inves­to­ren Anrei­ze für Inves­ti­tio­nen in der Schweiz geben würden.

Decur­tins möch­te Para­dig­men­wech­sel in der Energiepolitik

Um das Net­to-Null-Ziel zu errei­chen, soll­te die Schweiz Ziel­vor­ga­ben defi­nie­ren, statt Detail­re­gu­lie­run­gen zu beschlies­sen, for­der­te Danie­la Decur­tins, Direk­to­rin des Ver­ban­des der Schwei­ze­ri­schen Gas­in­dus­trie (VSG), anläss­lich einer Tagung der ZHAW School of Manage­ment and Law am 22. März. Ihre Begrün­dung ist die Unklar­heit, wel­ches der in den Ener­gie­per­spek­ti­ven 2050+ beschrie­be­nen Sze­na­ri­en ein­tre­ten wer­de. Decur­tins for­dert ein “sek­tor­über­grei­fen­des Sys­tem mit einem ein­heit­li­chen CO2-Preis”. Zudem sol­le man den über­flüs­si­gen Strom aus dem Som­mer in Gas­form spei­chern, um die Win­ter­strom­lü­cke zu über­brü­cken, und nicht nur auf Strom­im­por­te setzen.

EWB macht Stras­sen­la­ter­nen zu Ladestationen

Ener­gie Was­ser Bern (EWB) rüs­tet drei Stras­sen­la­ter­nen mit Lade­punk­ten aus. Mit dem Pilot­ver­such will EWB mehr Erfah­run­gen zur tech­ni­schen Mach­bar­keit sowie zur Nut­zung sol­cher Lade­mög­lich­kei­ten sam­meln. Die Lade­sta­tio­nen an den Stras­sen­la­ter­nen sol­len Ende März in Betrieb genom­men wer­den. 2022 erfolgt dann die Aus­wer­tung der Daten und der Ent­scheid über eine all­fäl­li­ge flä­chen­de­cken­de Ein­füh­rung. Neben der EWB sind auch Sie­mens, Ubitri­ci­ty sowie Move betei­ligt. Hin­ter­grund für den Ver­such ist die stei­gen­de Nut­zung von Elek­tro­au­tos. Um die Lade­mög­lich­kei­ten zu erwei­tern, sol­len Ein­woh­ner in Städ­ten mit Lade­mög­lich­kei­ten in der blau­en Zone ver­sorgt werden.

Stu­die: Ener­gie­ef­fi­zi­enz­pro­gram­me bie­ten Vor­tei­le, wenn die Rah­men­be­din­gun­gen stimmen

Ener­gie­ef­fi­zi­enz­pro­gram­me kön­nen Bestand­teil eines effek­ti­ven ener­gie­po­li­ti­schen Port­fo­li­os sein. Das ergibt eine Stu­die des Swiss Com­pe­tence Cen­ter for Rese­arch in Ener­gy, Socie­ty and Tran­si­ti­on. Dem­nach bie­ten die Pro­gram­me meh­re­re Vor­tei­le: Sie sei­en aus Sicht von Ener­gie­ver­sor­gern kos­ten­ef­fi­zi­ent, weil die Geste­hungs­kos­ten nied­ri­ger sei­en als der Gross­han­dels­preis für Strom. Zudem könn­ten die Pro­gram­me Markt­ver­sa­gen adres­sie­ren, auf wel­ches ande­re Poli­tik­in­stru­men­te nicht oder kaum abziel­ten. Auch pro­fi­tier­ten sie von einer hohen Akzep­tanz und könn­ten erst noch auf ein­fa­che Wei­se auf loka­ler oder regio­na­ler Ebe­ne ein­ge­setzt wer­den. /sb/jg/jr

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