# Revue KW 15

Lesedauer: 2 Minuten

Olten (ener­ga­te) — Der Ent­wurf zum neu­en Ener­gie­ge­setz stösst bei meh­re­ren Ver­bän­den auf Kri­tik. Unter ande­rem stö­ren sich Swis­spower und Suis­se Eole dar­an, dass es zu wenig Anrei­ze für die vom Bun­des­rat gefor­der­te Strom­erzeu­gung im Win­ter­halb­jahr gebe. Auch die SEE Suis­se ver­mel­de­te Nach­bes­se­rungs­for­de­run­gen wie etwa einen Min­dest­preis für erneu­er­ba­re Ener­gien.

Libe­ra­li­sie­rung des Strom­mark­tes schrei­tet vor­an

Der Bun­des­rat arbei­tet wei­ter an der Libe­ra­li­sie­rung des Schwei­zer Strom­markts. Hier­zu sind meh­re­re Geset­zes­än­de­run­gen vor­ge­se­hen. Neben der Revi­si­on des Ener­gie­ge­set­zes (EnG), das nun bis zum 12. Juli in die Ver­nehm­las­sung geht, sind auch Ände­run­gen am Strom­ver­sor­gungs­ge­setz (StromVG) geplant. Hier­für soll nun das Eid­ge­nös­si­sche Depar­te­ment für Umwelt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on bis Anfang 2021 einen Vor­schlag erar­bei­ten, wie der Bun­des­rat mit­teil­te. Neben der Markt­öff­nung will der Bund zudem den Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien wei­ter stär­ken, wie der Bun­des­rat an sei­ner jüngs­ten Sit­zung vom 3. April 2020 beschlos­sen hat.

VSE und Swis­spower mit Kri­tik an bun­des­rät­li­chen Vor­schlä­gen

Der Bun­des­rat stösst mit sei­nen Beschlüs­sen zum EnG und zur Revi­si­on des StromVG beim Ver­band Schwei­ze­ri­scher Elek­tri­zi­täts­un­ter­neh­men (VSE) und bei der Stadt­wer­ke-Alli­anz Swis­spower mehr­heit­lich auf Zustim­mung. Bei­de Ver­bän­de haben jedoch auch Vor­be­hal­te. Swis­spower kri­ti­siert, dass der Bun­des­rat künf­tig auch gros­se Anla­gen zur erneu­er­ba­ren Strom­pro­duk­ti­on über ein­ma­li­ge Inves­ti­ti­ons­bei­trä­ge för­dern will. Das Haupt­hin­der­nis für Inves­ti­tio­nen in sol­che Anla­gen sei hier nicht das feh­len­de Kapi­tal, son­dern das Risi­ko der künf­ti­gen Erträ­ge, so die Alli­anz. Des­halb for­dert sie, dass die Finan­zie­rung tech­no­lo­gie­neu­tral über Markt­prä­mi­en statt über ein­ma­li­ge Bei­trä­ge erfolgt.

Suis­se Eole nicht zufrie­den mit Ent­wurf zum Ener­gie­ge­setz

Suis­se Eole, die Ver­ei­ni­gung zur För­de­rung von Wind­ener­gie in der Schweiz, kri­ti­siert den Geset­zes­ent­wurf für das neue Ener­gie­ge­setz. Die­ser ent­hal­te nicht die nöti­gen Instru­men­te, um Tech­no­lo­gien wie die Wind­ener­gie genü­gend aus­zu­bau­en, heisst es. Die Wind­ener­gie sei auf­grund ihres Pro­duk­ti­ons­pro­fils spe­zi­ell für die Win­ter­strom­ver­sor­gung sehr wich­tig, argu­men­tiert Suis­se Eole. So pro­du­zier­ten die Wind­ener­gie­an­la­gen im Jura rund 70 Pro­zent ihres Stroms zwi­schen Okto­ber und März. Suis­se Eole ver­langt vom Bun­des­rat, Rah­men­be­din­gun­gen für die Wind­ener­gie zu schaf­fen, die für Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit sor­gen.

For­scher: CO2-neu­tra­le Che­mie­in­dus­trie braucht mehr Ener­gie

ETH-For­scher haben ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten ana­ly­siert, die Net­to-CO2-Emis­sio­nen der che­mi­schen Indus­trie auf null zu redu­zie­ren. Die Ansät­ze dazu benö­ti­gen aller­dings mehr Ener­gie als heu­ti­ge Pro­duk­ti­ons­wei­sen. Ein Ansatz sieht vor, wei­ter­hin fos­si­le Roh­stof­fe zu nut­zen, CO2-Emis­sio­nen jedoch kon­se­quent abzu­schei­den und im Unter­grund zu spei­chern (Car­bon Cap­tu­re and Sto­rage). In einem ande­ren Ansatz wür­de die Indus­trie künf­tig Koh­len­stoff aus CO2 nut­zen, das zuvor aus der Luft oder aus Indus­trie­ab­ga­sen abge­schie­den wur­de (Car­bon Cap­tu­re and Uti­li­sa­ti­on). Schliess­lich wäre es auch mög­lich, Bio­mas­se als Roh­stoff für die che­mi­sche Indus­trie zu nut­zen.

Coro­na­kri­se: Liqui­di­täts­eng­päs­se und Insol­ven­zen wer­den wahr­schein­lich

Die Ener­gie­bran­che steht vor ernst­zu­neh­men­den wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen. Das ergibt eine aktu­el­le Umfra­ge von ener­ga­te unter Lesern und Lese­rin­nen in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz anläss­lich der Coro­na-Pan­de­mie. Dem­nach geht jeder zwei­te Befrag­te davon aus, dass es bei Ener­gie­un­ter­neh­men infol­ge von Coro­na zu Liqui­di­täts­eng­päs­sen oder sogar zu Insol­ven­zen kom­men wird, weil Zah­lungs­aus­fäl­le und Raten­zah­lun­gen vie­ler Kun­den dro­hen. Ein Drit­tel der Befrag­ten gab an, dass die Ener­gie­un­ter­neh­men ihre Inves­ti­tio­nen in den Umbau der Ener­gie­ver­sor­gung “deut­lich zurück­fah­ren” wer­den. /sb/kb/ad

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