# Revue KW 16

Lesedauer: 2 Minuten

Olten (ener­ga­te) — Die Schweiz wird das Kli­ma­ziel für das Jahr 2020 nicht errei­chen. Das geht aus dem dies­jäh­ri­gen Treib­haus­gas­in­ven­tar her­vor. Die CO2-Emis­sio­nen sin­ken zwar, aber nicht stark und nicht schnell genug. Die wei­te­re Stär­kung der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en, wie auch im neu­en Strom­ver­sor­gungs­ge­setz­tes vor­ge­se­hen, soll Teil der Lösung sein. Dabei muss aber auch die Flä­chen­ver­füg­bar­keit beach­tet wer­den.

 

Erneu­er­ba­ren-Aus­bau: Nicht nur Finan­zie­rung, son­dern auch Flä­chen­ver­füg­bar­keit beach­ten

Kürz­lich hat eine Alli­anz aus der Schwei­zer Ener­gie­wirt­schaft ein Finan­zie­rungs­mo­dell zur För­de­rung erneu­er­ba­rer Ener­gi­en prä­sen­tiert. Rai­ner Isen­rich, CEO von Edi­sun Power, kann dem Modell Posi­ti­ves und Nega­ti­ves abge­win­nen. Er mahnt etwa an, sich nicht nur mit der finan­zi­el­len För­de­rung der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en, son­dern auch mit der not­wen­di­gen Ver­füg­bar­keit von Flä­chen zu befas­sen. “Wenn nicht genü­gend Flä­chen vor­han­den sind, nützt die bes­te För­de­rung nichts”, so Isen­rich. Er schlägt vor, dass öko­lo­gisch unkri­ti­sche, land­wirt­schaft­li­che Flä­chen für die Nut­zung von Dual-Use-PV-Anla­gen geöff­net wer­den.

 

Power-to-Gas-Anla­ge mit viel­ver­spre­chen­dem Start

Die Power-to-Gas-Anla­ge, die die Ener­gie­dienst AG seit Dezem­ber 2019 auf dem Gelän­de des Was­ser­kraft­werks Wyh­len betreibt, hat in ihren 1.850 Betriebs­stun­den bis­lang 62 Trai­ler à 300 Kilo­gramm mit Was­ser­stoff befüllt. Pro Tag kann die Anla­ge bis zu 500 Kilo­gramm Was­ser­stoff erzeu­gen. Das rei­che für eine durch­schnitt­li­che Tages­fahr­leis­tung von mehr als 1.000 Brenn­stoff­zel­len-Pkw aus, teil­te die Ener­gie­dienst AG mit. Die Anla­ge erzeugt den erneu­er­ba­ren Was­ser­stoff mit Strom aus dem Rhein-Was­ser­kraft­werk in Wyh­len. Weil die Was­ser­kraft prak­tisch rund um die Uhr zur Ver­fü­gung ste­he, las­sen sich hohe Voll­last­stun­den errei­chen.

 

Swiss­clean­tech ver­langt Nach­bes­se­run­gen

Swiss­clean­tech begrüsst, dass der Bun­des­rat im Rah­men des Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes erneu­er­ba­re Ener­gi­en wei­ter stär­ken will. Der Wirt­schafts­ver­band ver­langt aber Nach­bes­se­run­gen. Als “teil­wei­se noch nicht voll­stän­dig kohä­rent” beur­teilt Swiss­clean­tech den Bun­des­rat-Vor­schlag von Anfang April, den Strom­markt für alle zu öff­nen, um die dezen­tra­le Strom­pro­duk­ti­on zu stär­ken und die erneu­er­ba­ren Ener­gi­en bes­ser in den Strom­markt zu inte­grie­ren. Der Bun­des­rat will aus­ser­dem die För­der­bei­trä­ge für ein­hei­mi­sche erneu­er­ba­re Ener­gi­en ver­län­gern und wett­be­werb­li­cher aus­ge­stal­ten. Das begrüsst Swiss­clean­tech.

 

Bafu: Schweiz wird 2020-Kli­ma­ziel nicht errei­chen

Das Bun­des­amt für Umwelt (Bafu) geht davon aus, dass die Schweiz ihr CO2-Reduk­ti­ons­ziel für 2020 nicht errei­chen wird. Gemäss dem jähr­lich erstell­ten Schwei­zer Treib­haus­gas­in­ven­tar belie­fen sich die CO2-Emis­sio­nen in der Schweiz im Jahr 2018 auf 46,4 Mio. Ton­nen CO2-Äqui­va­len­te. Gegen­über 1990 ent­spricht dies einem Minus von rund 14 Pro­zent, im Ver­gleich zu 2017 einem Minus von zwei Pro­zent. Nach “heu­ti­ger Ein­schät­zung” und “gleich­blei­ben­dem Trend” wer­de die Schweiz ihr natio­na­les Kli­ma­ziel ver­feh­len, fol­gert das Bafu. Um das 2020-Kli­ma­ziel von minus 20 Pro­zent zu errei­chen, wären nun jähr­li­che Reduk­ti­ons­ra­ten von rund drei Pro­zent nötig.

 

IWB und Fritz Mey­er AG wol­len gemein­sam Was­ser­stoff pro­du­zie­ren

Die Ener­gie­dienst­leis­te­rin IWB und der Mine­ral­öl­händ­ler Fritz Mey­er AG wol­len “grü­nen” Was­ser­stoff für das Trans­port­ge­wer­be her­stel­len. IWB, die das Know-how im Betrieb von Ener­gie­pro­duk­ti­ons­an­la­gen mit­bringt, und die Fritz Mey­er AG, die einen direk­ten Zugang zum gröss­ten Tank­stel­len­netz der Schweiz hat, prü­fen dazu den Bau eines Elek­tro­ly­se­urs zur Was­ser­stoff­pro­duk­ti­on beim Was­ser­kraft­werk Birs­fel­den. Der Elek­tro­ly­seur soll über eine Leis­tung von 2,5 MW ver­fü­gen und rund 360 Ton­nen Was­ser­stoff pro Jahr erzeu­gen, so IWB auf Nach­fra­ge. Für einen Lkw rech­nen die Her­stel­ler mit weni­ger als 10 kg Was­ser­stoff pro 100 Kilo­me­ter. /sb/kb/ad

ener|gate gmbh

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