# Revue KW 18

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Olten (ener­ga­te) — Der Ener­gie­ver­sor­ger BKW und der Solar­ver­band Swis­so­lar sind sich unei­nig, wie rea­lis­tisch die Zukunfts­vi­sio­nen von SP-Natio­nal­rat Roger Nord­mann für den Aus­bau der Pho­to­vol­ta­ik in der Schweiz sind, die er in sei­nem Buch skiz­ziert. WWZ arbei­tet der­weil kon­kret an einem neu­en Con­trac­ting-Ange­bot für Solar­an­la­gen, das noch 2020 an den Start gehen soll.

 

WWZ feilt an neu­em Pho­to­vol­ta­ik-Con­trac­ting-Ange­bot

Die Was­ser­wer­ke Zug AG (WWZ) möch­te noch die­ses Jahr ein neu­es Pho­to­vol­ta­ik-Con­trac­ting-Ange­bot lan­cie­ren. Ange­dacht ist ein Modell, in dem Dach­be­sit­zer ihr Dach zur Ver­fü­gung stel­len kön­nen und dafür eine Flä­chen­mie­te erhal­ten. Die Inves­to­ren wie­der­um brin­gen Geld ein und erhal­ten dafür eine jähr­li­che Rück­zah­lung plus Zin­sen, sprich eine Ren­di­te. WWZ nimmt dabei die Rol­le einer Inter­me­di­ä­rin oder Dienst­leis­te­rin ein, die Investor*innen zusam­men­bringt, die Solar­an­la­ge baut und alle ver­trag­li­chen Aspek­te zwi­schen den Betei­lig­ten regelt. WWZ küm­mert sich auch um den Unter­halt der Anla­ge sowie um den Ver­kauf des Solar­stroms an den Lie­gen­schafts­ei­gen­tü­mer.

 

BKW: Nord­manns Solar­plan ist bezahl­bar

Die BKW hat den Plan, den Roger Nord­mann in sei­nem Buch “Son­ne für den Kli­ma­schutz” für den Aus­bau der Pho­to­vol­ta­ik (PV) in der Schweiz skiz­ziert hat, hin­sicht­lich volks­wirt­schaft­li­cher Kos­ten ana­ly­siert. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Kos­ten bezahl­bar wären. Die BKW geht beim PV-Aus­bau von einem kon­stan­ten Wachs­tum bis 2050 aus, dem Jahr, bis zu dem Nord­mann die PV-Leis­tung in der Schweiz von heu­te 2,3 auf 50 GW erhö­hen will. Anhand einer Pro­gno­se des Paul-Scher­rer-Insti­tuts hat die BKW die Kos­ten­ent­wick­lung berech­net. Danach lie­gen die mitt­le­ren Geste­hungs­kos­ten neu instal­lier­ter Anla­gen bei 12 Rp./kWh, im Jahr 2050 bei 7,5 Rap­pen.

 

Swis­so­lar-Geschäfts­lei­ter fin­det BKW-Berech­nun­gen zu hoch

Der Geschäfts­lei­ter des Fach­ver­ban­des für Son­nen­en­er­gie Swis­so­lar, David Sti­ckel­ber­ger, kri­ti­siert die Berech­nung der BKW in Zusam­men­hang mit Roger Nord­manns Buch. Die von der BKW ange­ge­be­nen 7,5 Rp./kWh Solar­strom für 2050 erschie­nen unrea­lis­tisch hoch, so Sti­ckel­ber­ger. Neue Gross­an­la­gen in der Schweiz auf Gebäu­den könn­ten schon heu­te die­sen Preis errei­chen und die Kos­ten wür­den wei­ter sin­ken. Die BKW wei­se die Kos­ten aus, ohne den Nut­zen zu bezif­fern bzw. gegen­zu­rech­nen: Wenn der Markt­preis sin­ke, kos­te die För­de­rung natür­lich mehr. Aber wenn die Kon­su­men­ten die Sum­me aus För­de­rung und Markt­preis bezahl­ten, glei­che sich das aus.

 

ABB bekommt Coro­na­kri­se zu spü­ren

ABB hat im ers­ten Quar­tal 2020 einen Umsatz­rück­gang von 9 Pro­zent auf 6,2 Mrd. Dol­lar ver­zeich­net. Der Kon­zern­ge­winn sank um 30 Pro­zent auf 376 Mio. Dol­lar. Wie der Tech­no­lo­gie­kon­zern mit­teil­te, bekam ABB im ers­ten Quar­tal des lau­fen­den Jah­res 4 Pro­zent weni­ger Auf­trags­vo­lu­men als noch im Vor­jahr, wobei sich die Effek­te aus der Wäh­rungs­um­rech­nung und Port­fo­li­o­ver­än­de­run­gen mit total fünf Pro­zent nega­tiv aus­wirk­ten. Auch das ope­ra­ti­ve Ebit­da sank, und zwar um 17 Pro­zent auf 636 Mio. Dol­lar. Als Grund nann­te ABB-CEO Björn Rosen­gren die Coro­na-Pan­de­mie, die “in allen Geschäfts­be­rei­chen den Umsatz und die ope­ra­ti­ven Mar­gen beein­träch­tigt” habe.

 

Alt­bau­ten: “Wech­sel auf erneu­er­ba­re Ener­gie­trä­ger noch immer zäh wie Öl”

Bei Alt­bau­ten gestal­te sich “der Wech­sel auf erneu­er­ba­re Ener­gie­trä­ger noch immer zäh wie Öl”, so die Zür­cher Kan­to­nal­bank (ZKB) in ihrem Fach­ma­ga­zin “Immo­bi­len Aktu­ell”. Wär­me­pum­pen kämen beim Hei­zungs­er­satz nur “rela­tiv sel­ten” zum Ein­satz — wie hoch der Markt­an­teil ver­schie­de­ner Heiz­sys­te­me beim Hei­zungs­aus­tausch kon­kret sei, konn­te die ZKB auf Nach­fra­ge nicht beant­wor­ten. Bekannt sind aber die Antei­le der instal­lier­ten Heiz­sys­te­me über den gesam­ten Schwei­zer Immo­bi­li­en­be­stand. Von den ins­ge­samt cir­ca 1,5 Mil­lio­nen Ein- und Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern wer­den 60 Pro­zent mit Heiz­öl oder Gas und rund 16 Pro­zent mit Wär­me­pum­pen beheizt. /sb/kb/ad

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