# Revue KW 20

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Olten (ener­ga­te) — Eine neue Stu­die hat das Poten­zi­al von Power-to-Gas (P2G) für die Schweiz unter­sucht. P2G eig­net sich, sai­so­na­le Strom­über­schüs­se aus­zu­glei­chen — ins­be­son­de­re auch über Län­der­gren­zen hin­weg. In Lau­sanne plant das Unter­neh­men Trea­tech den Bau einer ver­bes­ser­ten Anla­ge zur Ener­gie- und Phos­ph­or­ge­win­nung aus Klär­schlamm.

 

Tes­ke: “Die sai­so­na­le Strom-Pro­ble­ma­tik kann durch P2G allein nicht gelöst wer­den”

Die neus­te Stu­die der EMPA und des PSI lie­fert wich­ti­ge Erkennt­nis­se in Bezug auf die Poten­zia­le von P2G in der Schweiz. Sinan Tes­ke lei­tet das Team Ener­gy Sys­tems Impac­ts Rese­arch an der Empa und ist Mit­ver­fas­ser des rund 200 Sei­ten umfas­sen­den Werks. Im Gespräch mit ener­ga­te erklärt er, wel­che Schlüs­se er aus sei­ner Arbeit zieht. Die Stu­die unter­strei­che aus sei­ner Sicht, “dass es nie nur eine Lösung gibt in der Ener­gie­fra­ge. P2G erfor­dert zum Bei­spiel immer auch Spei­cher­lö­sun­gen, sei­en es Bat­te­ri­en oder Pump­spei­cher. Das wie­der­um ist ein kla­res Argu­ment für ein fle­xi­bi­li­sier­tes Ener­gie­sys­tem.”

 

MuKEn ermög­li­chen opti­ma­le Gebäu­de­sa­nie­run­gen

Der Ver­ein energie-cluster.ch hat im Auf­trag des Bun­des­amts für Umwelt Arten von Gebäu­de­sa­nie­run­gen auf ihre ener­ge­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen hin unter­sucht. Das Opti­mum bei Sanie­run­gen kann dem­nach mit geziel­ten objekt­be­zo­ge­nen Bau­teil-Sanie­run­gen oder mit Sanie­run­gen nach den Mus­ter­vor­schrif­ten der Kan­to­ne im Ener­gie­be­reich (MuKEn) erreicht wer­den. “Die Ener­gie­ren­di­ten — als ein Beur­tei­lungs­kri­te­ri­um — sind mit Bau­teil-Sanie­run­gen oder Sanie­run­gen nach MuKEn am höchs­ten”, heisst es im Schluss­be­richt. In der Stu­die wur­den die Aus­wir­kun­gen von neun Sanie­rungs­va­ri­an­ten mit unter­schied­li­cher Ein­griffs­tie­fe auf neun ver­schie­de­ne Gebäu­de­ty­pen berech­net.

 

Ver­bes­ser­te Ener­gie­ge­win­nung aus Klär­an­la­gen

Nach einem erfolg­rei­chen Test­lauf will das Unter­neh­men Trea­tech eine ver­bes­ser­te Anla­ge zur Ener­gie- und Phos­ph­or­ge­win­nung aus Klär­schlamm bau­en. Die Anla­ge gewinnt Phos­phor aus Schlamm und kann die ver­blie­be­ne orga­ni­sche Sub­stanz fast voll­stän­dig in Bio­gas umwan­deln. Das teil­te die Eid­ge­nös­si­sche Hoch­schu­le Lau­sanne mit, aus der sich die Trea­tech aus­ge­grün­det hat. Das Beson­de­re an dem Ver­fah­ren ist, dass sich damit an der Klär­an­la­ge Phos­phor aus Klär­schlamm direkt gewin­nen lässt, ohne die Schläm­me dafür zu trock­nen. Bei bis­he­ri­gen Ver­fah­ren war dies not­wen­dig, was einen hohen Ener­gie­ver­brauch mit ent­spre­chen­den Kos­ten zur Fol­ge hat­te.

 

IWB mit sin­ken­den Absatz­men­gen

Noch 2017 hat­te die IWB ihren Strom­ab­satz erst­mals seit Jah­ren gestei­gert. Nun geht es aber wie­der in die ande­re Rich­tung. Gegen­über 2017 betrug das Minus im Strom­ab­satz rund sechs Pro­zent, sag­te IWB-Finanz­chef Alex­an­der Lenz­lin­ger bei der Prä­sen­ta­ti­on der Geschäfts­zah­len 2018. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te das Bas­ler Ener­gie­un­ter­neh­men rund 1,17 Mrd. kWh Strom abge­setzt, 2017 waren es noch etwa 1,24 Mrd. kWh gewe­sen. Ursäch­lich für den Rück­gang sei­en einer­seits Ein­spar­be­mü­hun­gen der Kun­den gewe­sen, ande­rer­seits habe die IWB aber auch etwas mehr Kun­den ver­lo­ren als gewon­nen und ent­spre­chend abneh­men­de Lie­fe­run­gen an Gross­kun­den ver­zeich­net, so Lenz­lin­ger.

 

BFE unter­stützt erst­mals Geo­ther­mie zur Wär­me­er­zeu­gung

Seit dem 1. Janu­ar 2018 unter­stützt der Bund Pro­jek­te zur direk­ten Nut­zung von Geo­ther­mie zur Wär­me­er­zeu­gung. Das Pro­jekt “Ener­geÔ” im waadt­län­di­schen Vin­zel wird nun schweiz­weit zum ers­ten Emp­fän­ger die­ser För­de­rung. Das Vor­ha­ben erhal­te 14,4 Mio. Fran­ken, der För­der­ver­trag sei unter­zeich­net, teil­te das Bun­des­amt für Ener­gie mit. Die geplan­te Anla­ge geht 2021/2022 in Betrieb. Haupt­ab­neh­mer wird die Gemein­de Gland mit einem geschätz­ten jähr­li­chen Wär­me­be­darf von rund 34 Mio. kWh sein. Nach der­zei­ti­gem Kennt­nis­stand könn­te die Geo­ther­mie rund 70 Pro­zent die­ses Bedarfs decken und die CO2-Emis­sio­nen um 4.000 bis 5.000 Ton­nen im Jahr sen­ken. /kb/mf/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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