# Revue KW 21

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Olten (ener­ga­te) — Auf dem Swiss­grid-Netz­fo­rum in Luzern war­ben meh­re­re Red­ner für eine Eini­gung beim Rah­men­ab­kom­men zwi­schen der EU und der Schweiz als Vor­aus­set­zung für ein Strom­ab­kom­men. Die Netz­sta­bi­li­tät, sowohl in der Schweiz als auch euro­pa­weit, kön­ne nur gewähr­leis­tet wer­den, wenn man in Euro­pa zusam­men­ar­bei­te.

Alpiq fin­det Käu­fer für tsche­chi­sche Koh­le­kraft­wer­ke

Die Alpiq hat einen Käu­fer für ihre bei­den tsche­chi­schen Koh­le­kraft­wer­ke Klad­no und Zlín gefun­den. Sie gehen für einen Preis von 280 Mio. Euro oder rund 310 Mio. Fran­ken an die Seven Ener­gy Group über. Nach­dem die drei fest­ge­leg­ten Ver­kaufs­kri­te­ri­en Preis, Trans­ak­ti­ons­si­cher­heit und ver­trag­li­che Kon­di­tio­nen kumu­la­tiv erfüllt wur­den, habe der Ver­wal­tungs­rat ent­schie­den, die bei­den Kraft­wer­ke zu ver­äus­sern, teil­te die Alpiq mit. Sie habe des­halb mit der Seven Zeta a.s. (CZ), wel­che zur Seven Ener­gy Group gehört, eine Ver­ein­ba­rung über den Ver­kauf der Alpiq Genera­ti­on (CZ) s.r.o. abge­schlos­sen. Der Voll­zug ist für das zwei­te Halb­jahr 2019 geplant.

Axpo will sich für pri­va­te Anteils­eig­ner öff­nen

Der Axpo-Kon­zern soll neue Sta­tu­ten bekom­men. Künf­tig sol­len sich nach dem Wil­len der Aktio­nä­re auch pri­va­te Anteils­eig­ner an dem Kon­zern betei­li­gen kön­nen. Die Mehr­heit soll aber wei­ter bei den kan­to­na­len Eig­nern ver­blei­ben. Momen­tan kön­nen die kan­to­na­len Eig­ner ihre Antei­le nur unter­ein­an­der han­deln oder sie an ihre eige­nen Kan­tons­wer­ke über­tra­gen. Nach der Vor­stel­lung der Aktio­nä­re soll eine gemein­sa­me Eig­ner­stra­te­gie und ein Aktio­när­bin­dungs­ver­trag (ABV) den noch heu­te gül­ti­gen Grün­der­ver­trag erset­zen. Die Ent­schei­dung, ob die­se Ände­rung in die Tat umge­setzt wird, fällt in die Kom­pe­tenz des Gros­sen Rats.

BKW stellt Ver­gü­tungs­mo­dell auf den Prüf­stand

Der Kan­ton Bern will ein neu­es Ver­gü­tungs­mo­dell für das Manage­ment des Ver­sor­gers BKW durch­set­zen. Der Ver­wal­tungs­rat müs­se die Ver­gü­tung anpas­sen, da die Salä­re für die obe­ren Kader “pro­ble­ma­tisch” sei­en, for­dert der Ber­ner Regie­rungs­rat. Die Ent­wick­lung der Top­sa­lä­re stel­le ein Repu­ta­ti­ons­ri­si­ko für das Unter­neh­men dar, heisst es. Chris­toph Neu­haus, Regie­rungs­prä­si­dent von Bern, for­der­te einen Lohn­de­ckel “deut­lich unter­halb von zwei Mil­lio­nen Euro”. Er nann­te zum Ver­gleich das Gehalt des Chefs der Bun­des­bahn. Die­ses lie­ge mit 1,2 Mio. Fran­ken deut­lich dar­un­ter. Wie die­ser Lohn­de­ckel ope­ra­tiv umzu­set­zen sei, sei aller­dings Sache des BKW-Ver­wal­tungs­rats.

Plä­doy­ers für die Markt­in­te­gra­ti­on der Schweiz

Die Schweiz darf im inte­grier­ten euro­päi­schen Strom­markt nicht zum Eiland wer­den. So lau­te­te die For­de­rung auf dem Netz­fo­rum von Swiss­grid in Luzern. “Es ist für die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on nicht vor­stell­bar, dass die Schweiz aus­ser­halb des inte­grier­ten Markt­sys­tems der EU bleibt”, so Klaus-Die­ter Bor­chardt, stell­ver­tre­ten­der Gene­ral­di­rek­tor bei der Ener­gie-Direk­ti­on der EU-Kom­mis­si­on. Bor­chardt leg­te die ener­gie­po­li­ti­schen Zie­le der EU dar und warb dabei für den Abschluss des Rah­men­ab­kom­mens. Danach sei der Weg offen zum Strom­ab­kom­men, mit dem die Schweiz dann zu einem voll­wer­ti­gen Part­ner wer­den kön­ne. Denn nur gemein­sam sei die Ver­sor­gungs­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten.

Sor­gen um Ver­sor­gungs­si­cher­heit in der Schweiz

Bei der Jah­res­ver­samm­lung 2019 des “Nukle­ar­fo­rum Schweiz“ frag­te man sich, wie Ver­sor­gungs­si­cher­heit ohne Kern­kraft­wer­ke funk­tio­niert. Hans-Ulrich Big­ler, Prä­si­dent des Nukle­ar­fo­rums Schweiz, sag­te: “Die Ver­sor­gungs­si­cher­heit steht nicht zuoberst auf der Agen­da, das wird sich aber in den kom­men­den Jah­ren ändern.” Besorgt zeig­te er sich bei der Fra­ge, wie die Schweiz die weg­fal­len­de Kern­kraft erset­zen will. Denn für den künf­ti­gen Strom­im­port stün­den die Chan­cen schlecht. Frank­reich habe ange­kün­digt, sei­nen Kern­kraft­werks­park zurück­zu­fah­ren. Süd­deutsch­land sei schon heu­te von Nord­deutsch­land und dem Aus­land abhän­gig, um den eige­nen Strom­ver­brauch zu decken. /kb/mf/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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