# Revue KW 25

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Olten (ener­ga­te) – Die Betrei­be­rin Umwelt­are­na Sprei­ten­bach leg­te den Zwi­schen­be­richt ihres aut­ar­ken Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses vor. Aus­ser­dem kipp­te das Bun­des­ge­richt die 2013 ein­ge­führ­te Wal­li­ser Was­ser­kraft­steu­er, weil es die Besteue­rung auf Basis eines Markt­prei­ses für nicht anwend­bar hält.

 

Ers­tes aut­ar­kes Mehr­fa­mi­li­en­haus funk­tio­niert

Das Gesamt­sys­tem des nach eige­nen Anga­ben ers­ten Mehr­fa­mi­li­en­hau­es der Welt, das ohne Netz­an­schluss aus­kommt, funk­tio­niert gemäss der Betrei­be­rin Umwelt­are­na Sprei­ten­bach “sehr zuver­läs­sig und ohne Aus­fäl­le”. Das Haus im zür­che­ri­schen Brüt­ten hat die ers­ten drei Betriebs­jah­re hin­ter sich und ver­fügt über kei­ne Elek­tro­zu­lei­tung, son­dern ver­sorgt sich selbst mit elek­tri­scher und ther­mi­scher Ener­gie. Für den rei­bungs­lo­sen Betrieb der Ver­sor­gung sei aller­dings eine Anlauf­pha­se im Bereich der Brenn­stoff­zel­len­tech­no­lo­gie nötig gewe­sen, geht aus dem Zwi­schen­be­richt her­vor, der im Rah­men der Inno­va­ti­ons­ta­gung der Hoch­schu­le für Tech­nik in Rap­pers­wil (HSR) Ende Mai vor­ge­stellt wur­de.

 

SES will Ener­gie­för­de­rungs­ver­ord­nung ver­bes­sern

Um die dro­hen­de Win­ter­strom­lü­cke in der Schweiz abfe­dern zu kön­nen, ent­hält die Vor­la­ge zur Revi­si­on der Ener­gie­för­de­rungs­ver­ord­nung (EnFV) eine Anreiz­be­stim­mung für mehr Spei­cher­was­ser­kraft. Die Schwei­ze­ri­sche Ener­gie­stif­tung SES begrüsst dies im Grund­satz, for­dert aber auch ver­bes­ser­te Rah­men­be­din­gen für die Foto­vol­ta­ik. “Es fehlt im Win­ter nicht an Spei­chern, son­dern vor allem an neu­er, ein­hei­mi­scher Strom­erzeu­gung zur Kom­pen­sa­ti­on der weg­fal­len­den Kern­kraft­wer­ke”, so die Ener­gie­stif­tung. Die För­de­rung der Strom­erzeu­gung im Win­ter­halb­jahr allein auf die Was­ser­kraft und deren Spei­che­rung zu fokus­sie­ren, grei­fe daher zu kurz.

 

Wei­te­re Kri­tik an Ener­gie­för­de­rungs­ver­ord­nung

Der Solar­ver­band Swis­so­lar und der Wirt­schafts­ver­band Swiss­clean­tech kri­ti­sie­ren die geplan­te Revi­si­on der Ener­gie­för­de­rungs­ver­ord­nung (EnFV). Swiss­clean­tech begrüs­se, dass der Aus­bau von Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten dank der Revi­si­on geför­dert wer­den soll, heisst es in der Stel­lung­nah­me ans Bun­des­amt für Ener­gie. Der Bund hat­te vor­ge­schla­gen, sich an bau­li­chen Mass­nah­men an Gross­was­ser­kraft­wer­ken, die zu einem erhöh­ten Spei­cher­vo­lu­men von min­des­tens 10 GWh füh­ren, mit maxi­mal 40 statt wie bis­her 35 Pro­zent der Inves­ti­ti­ons­kos­ten zu betei­li­gen. Gemäss der Ein­schät­zung des Ver­bands reicht das nicht aus, um die Ver­sor­gungs­si­cher­heit ent­schei­dend zu erhö­hen.

 

Bun­des­ge­richt kippt Wal­li­ser Was­ser­kraft­steu­er

Das Bun­des­ge­richt hält die Besteue­rung von Was­ser­kraft­wer­ken auf Basis eines Markt­prei­ses für nicht anwend­bar und kippt damit das gegen­wär­ti­ge Besteue­rungs­mo­dell im Wal­lis, das der Kan­ton im Jahr 2013 ein­ge­führt hat­te. Es ziel­te dar­auf ab, dem Berg­kan­ton höhe­re Steu­er­ein­nah­men zu besche­ren. Das Bun­des­ge­richt stell­te nun fest, dass der nur teil­wei­se libe­ra­li­sier­te Strom­markt in der Schweiz nicht zulässt, einen Markt­preis zu bestim­men. So sei es auch nicht mög­lich, auf Basis eines Markt­prei­ses Gewin­ne auf­zu­rech­nen, so das Urteil. Für die Strom­pro­duk­ti­on in der Schweiz hat das weit­rei­chen­de Fol­gen, denn 30 Pro­zent des Schwei­zer Was­ser­kraft­stroms wer­den im Wal­lis pro­du­ziert.

 

Ener­gie­ver­brauch in der Schweiz geht zurück

Der End­ener­gie­ver­brauch in der Schweiz ist 2018 gegen­über dem Vor­jahr um 2,2 Pro­zent gesun­ken. Haupt­ur­sa­che für den Rück­gang war die war­me Wit­te­rung und der dadurch ver­min­der­te Bedarf an Wär­me­en­er­gie, teil­te das Bun­des­amt für Ener­gie (BFE) mit. So nahm die Anzahl der Heiz­grad­ta­ge, ein wich­ti­ger Indi­ka­tor für den Ener­gie­ver­brauch zu Heiz­zwe­cken, gegen­über dem Vor­jahr um 10,6 Pro­zent ab. Folg­lich sank der Ver­brauch von leich­tem Heiz­öl um 10,1 Pro­zent, der von Erd­gas um 5,6 Pro­zent. Schon im April hat­te das BFE mit­ge­teilt, dass auch der Strom­ver­brauch leicht rück­läu­fig war, er ging dem­nach im Ver­gleich zu 2017 um 1,4 Pro­zent auf 61,9 Mrd. kWh zurück. /kb/mf/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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