# Revue KW 26

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Olten (ener­ga­te) – Anläss­lich sei­ner Dele­gier­ten­ver­samm­lung erneu­er­te der Dach­ver­band Schwei­zer Ver­teil­netz­be­trei­ber sei­ne Kri­tik an der Revi­si­on des Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes. Aus­ser­dem gab Swiss­gas eine neue stra­te­gi­sche Aus­rich­tung bekannt, bei der man sich auf die Rol­le als Netz­ge­sell­schaft kon­zen­trie­ren will.

 

Solar­ener­gie aus Höhen­la­gen könn­te Atom­ener­gie erset­zen

An der Som­mer­ta­gung von Alpen­force an der ETH Zürich wur­de die Pro­duk­ti­on von erneu­er­ba­ren Ener­gi­en im Schwei­zer Gebir­ge erör­tert. Dabei gin­gen die Refe­ren­ten unter ande­rem auf die Gege­ben­hei­ten bei der Netzer­schlies­sung und ‑inte­gra­ti­on von PV-Gross­an­la­gen in Höhen­la­gen ein. Um dem Titel der Som­mer­ta­gung “12 TWh Strom aus Gebirgs-PV-Anla­gen” gerecht zu wer­den, sei­en ins­ge­samt Solar­pa­nels in einer Grös­sen­ord­nung von 10.000 MW instal­lier­ter Leis­tung nötig, rech­ne­te Andre­as Beer von Repower vor. In sei­nem Refe­rat erläu­ter­te er die Her­aus­for­de­run­gen bei der Netz­in­te­gra­ti­on und lie­fer­te eine Ein­schät­zung der Grös­sen­ord­nung und Kos­ten.

 

DSV erneu­ert Kri­tik am Strom­ver­sor­gungs­ge­setz

Der Dach­ver­band Schwei­zer Ver­teil­netz­be­trei­ber hat anläss­lich sei­ner Dele­gier­ten­ver­samm­lung sei­ne Kri­tik an der Revi­si­on des Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes (StromVG) erneu­ert. Mit der geplan­ten Novel­le befin­de sich der Bund auf dem “Holz­weg”, sag­te DSV-Prä­si­dent Peter Leh­mann vor den Dele­gier­ten. In der aktu­el­len Ver­si­on wür­de das neue StromVG weder Anrei­ze für nach­hal­ti­ge Inves­ti­tio­nen schaf­fen noch sei die Ver­sor­gungs­si­cher­heit lang­fris­tig gesi­chert. Die vom Bund vor­ge­se­he­ne Import­stra­te­gie sei für den DSV inak­zep­ta­bel. “Die Ver­sor­gungs­si­cher­heit steht stets an obers­ter Stel­le und darf nicht durch markt­wirt­schaft­li­che Ideo­lo­gi­en gefähr­det wer­den”, so Leh­mann.

 

Som­ma­ru­ga: “Wir müs­sen in den Werk­platz Schweiz inves­tie­ren”

Laut Ener­gie­stra­te­gie muss das Schwei­zer Ener­gie­sys­tem bis 2050 voll­stän­dig auf erneu­er­ba­re Ener­gi­en set­zen. Power-to-Gas gilt dabei als eine der Schlüs­sel­tech­no­lo­gi­en für eine CO2-neu­tra­le Ener­gie­ver­sor­gung. Eine Anla­ge steht zu For­schungs­zwe­cken an der Hoch­schu­le Rap­pers­wil (HSR). Kürz­lich hat Simo­net­ta Som­ma­ru­ga, Bun­des­rä­tin und Vor­ste­he­rin des Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­men­tes für Umwelt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (Uvek), die Anla­ge auf Ein­la­dung des Wirt­schafts­ver­ban­des Swiss­clean­tech besich­tigt. “Die Zukunft gehört den erneu­er­ba­ren Ener­gi­en”, sag­te sie anschlies­send. Poten­zi­al sieht sie dabei vor allem bei der Son­nen­en­er­gie.

 

Swiss­gas rich­tet sich neu aus

Swiss­gas hat anläss­lich ihrer Gene­ral­ver­samm­lung eine neue stra­te­gi­sche Aus­rich­tung bekannt gege­ben. Künf­tig will sich die bis­he­ri­ge Ein­kaufs­ge­mein­schaft auf die Rol­le als Netz­ge­sell­schaft fokus­sie­ren, die Erd­gas­be­schaf­fung gibt sie auf. Die bestehen­den Beschaf­fungs­ver­trä­ge wür­den aller­dings bis zum jewei­li­gen Aus­lau­fen erfüllt, teil­te Swiss­gas mit. Die Ein­kaufs­ge­mein­schaft besteht in ihrer jet­zi­gen Form seit 1971. Sie beschafft Erd­gas im Auf­trag der vier regio­na­len Schwei­zer Gas­ver­teil­ge­sell­schaf­ten Gas­ver­bund Mit­tel­land (GVM), Erd­gas Ost­schweiz (EGO), Gaz­nat und Erd­gas-Zen­tral­schweiz (EGZ), die ihrer­seits den Erd­gas­be­darf von rund 40 loka­len Erd­gas­ver­sor­gern bün­deln.

 

Was­ser­stoff­mo­bi­li­tät in der Schweiz nimmt Fahrt auf

Nach drei Jah­ren zie­hen die Ver­ant­wort­li­chen ein durch­weg posi­ti­ves Fazit zum Pro­jekt “Move” und zur Was­ser­stoff­mo­bi­li­tät in der Schweiz. Die­se nimmt wei­ter Fahrt auf. Rund 65 Kun­den nut­zen der­zeit die bei­den 700-Bar-Was­ser­stoff­tank­stel­len der Empa und des Gross­ver­tei­lers Coop in Hun­zen­schwil. Die Anla­ge auf dem Are­al der For­schungs­an­stalt in Düben­dorf allein pro­du­ziert der­zeit täg­lich 100 Kilo­gramm Was­ser­stoff, mit dem die Nut­zer ins­ge­samt rund 1.000 Kilo­me­ter zurück­le­gen. Die Erkennt­nis­se aus dem Bau und Betrieb bei­der Tank­stel­len, die im Herbst 2016 in Betrieb gin­gen, sol­len nun wei­ter zur Ver­brei­tung der Tech­no­lo­gie in der Schweiz bei­tra­gen. /kb/mf/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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