# Revue KW 28

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Olten (ener­ga­te) — Zwei Stu­di­en lie­fern neue Erkennt­nis­se zu Pro­zes­sen der Ener­gie­wen­de. Die Empa warnt vor einer win­ter­li­chen Ver­sor­gungs­lü­cke infol­ge des stei­gen­den Strom­be­darfs im Wär­me- sowie im Ver­kehrs­sek­tor. ETH- und WSL-For­scher unter­such­ten der­weil, wie die Schwei­zer Bevöl­ke­rung auf erneu­er­ba­re Ener­gie­an­la­gen in unter­schied­li­chen Land­schafts­kon­tex­ten reagiert.

 

BFE setzt KKW Bez­nau kla­re Gren­ze

Die Axpo darf das Kern­kraft­werk Bez­nau nur noch bis zu einer Was­ser­tem­pe­ra­tur der Aare von 25 Grad unver­min­dert betrei­ben. Ist die Fluss­tem­pe­ra­tur höher, darf der Kraft­werks­be­trei­ber kein Kühl­was­ser mehr ein­lei­ten, ver­füg­te jetzt das Bun­des­amt für Ener­gie (BFE). Für die Axpo heisst das: Das Kraft­werk muss dann stark her­un­ter­ge­re­gelt oder sogar ganz abge­schal­tet wer­den. Die Axpo bezeich­ne­te die­se Anord­nung in einer ers­ten Reak­ti­on als “nicht nach­voll­zieh­bar”. Hin­ter­grund der BFE-Ver­fü­gung ist, dass die Aare im Som­mer 2018 das Tem­pe­ra­tur­li­mit von 25 Grad mehr­fach über­schrit­ten hat­te. Die Fol­ge war ein dra­ma­ti­sches Fisch­ster­ben. Schweiz­weit dro­hen in die­sem Som­mer erneut sehr hohe Fluss­tem­pe­ra­tu­ren.

 

Schweiz droht win­ter­li­che Strom­lü­cke

Eine neue Stu­die der Eid­ge­nös­si­schen Mate­ri­al­for­schungs­an­stalt (Empa) skiz­ziert die Her­aus­for­de­run­gen der Schweiz im Zuge der Ener­gie­wen­de. Um den wach­sen­den Strom­be­darf in den Sek­to­ren Wär­me und Ver­kehr zu decken, sei ein erheb­li­cher Zubau an Foto­vol­ta­ik und Ener­gie­spei­chern erfor­der­lich, schrei­ben die Empa-For­scher Mar­tin Rüdisü­li, Sinan Tes­ke und Urs Elber in ihrer Ana­ly­se. Sie plä­die­ren für mas­si­ve Inves­ti­tio­nen in loka­le Bat­te­rie­spei­cher, Pump­spei­cher, Erd­wär­me­spei­cher und Power-to-X-Tech­no­lo­gi­en. Andern­falls sei die Schweiz auf hohe Men­gen an Import­strom ange­wie­sen, um die Ver­sor­gungs­lü­cke zu schlies­sen.

 

CKW digi­ta­li­siert Netz­an­schluss­pro­zes­se

CKW hat ein Por­tal zur erleich­ter­ten Abwick­lung der Mel­de­pro­zes­se im Netz­be­reich ent­wi­ckelt. “Unab­hän­gig davon, ob es sich um ein Anschluss­ge­such für eine Foto­vol­ta­ik­an­la­ge, einen Antrag für einen befris­te­ten Netz­an­schluss oder das Ein­ge­ben einer Instal­la­ti­ons­an­zei­ge han­delt; sämt­li­che Mel­de­pro­zes­se im Netz­be­reich kön­nen von unse­ren Kun­den ab Sep­tem­ber digi­tal und somit schnell und ein­fach abge­wi­ckelt wer­den”, so Pro­jekt­lei­te­rin Nastas­ja Nicke. Der­zeit kön­nen die Instal­la­teu­re und Kon­trol­leu­re, die der­ar­ti­ge Pro­zes­se im Auf­trag der End­kun­den zusam­men mit dem Netz­be­trei­ber abwi­ckeln, 75 Pro­zent aller mög­li­chen Pro­zes­se über das neue Netz­an­schluss­por­tal bear­bei­ten.

 

Stu­die: Foto­vol­ta­ik gut akzep­tiert

For­scher von der ETH und der For­schungs­an­stalt für Wald, Schnee und Land­schaft WSL haben die Wahr­neh­mung von erneu­er­ba­ren Ener­gie­an­la­gen im Land­schafts­kon­text unter­sucht. Die Ergeb­nis­se der Stu­die zei­gen unter ande­rem, dass Foto­vol­ta­ik und Wind­ener­gie in bereits tou­ris­tisch genutz­ten Alpen­land­schaf­ten ver­gleichs­wei­se posi­tiv wahr­ge­nom­men wird. “Die phy­sio­lo­gi­sche Reak­ti­on auf die Men­ge an erneu­er­ba­ren Ener­gie­sys­te­men ist in länd­lich-alpi­nen Gebie­ten sen­si­ti­ver im Ver­gleich zum sied­lungs­ge­präg­ten Flach­land”, heisst es im Fazit zur Stu­die, die Reto Spiel­ho­fer von der ETH Zürich im Juni vor­stell­te.

 

Erneue­rung des Kraft­werks “Sägen­güet­li” beginnt

Die EW Schils AG hat den Start­schuss für die Erneue­rung der “Kraft­werkszen­tra­le Sägen­güet­li” an der Schils gege­ben. Mit einem sym­bo­li­schen Ham­mer­schlag haben der Flumser Gemein­de­prä­si­dent Chris­toph Gull, Adria­no Tramèr, Geschäfts­lei­ter der EW Schils AG, und Pro­jekt­lei­ter Chris­ti­an Neff die Bau­pha­se ein­ge­läu­tet. Für ins­ge­samt 36 Mio. Fran­ken wer­den die bei­den alten Gebäu­den der “Sägen­güet­li” erneu­ert und der­einst ent­steht das dritt­gröss­te Was­ser­kraft­werk im Kan­ton St. Gal­len. Die Strom­pro­duk­ti­on soll sich von heu­te 39 GWh auf rund 48 GWh stei­gern, damit man zusätz­lich zu den bis­her 8.700 Haus­hal­ten künf­tig wei­te­re 10.700 Haus­hal­te mit Strom belie­fern kann. /kb/mf

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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