# Revue KW 29

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Olten (ener­ga­te) — Die Kan­to­ne sind unter­schied­lich weit, was ihren öko­lo­gi­schen Wan­del angeht. Die Ber­ner Regie­rung sieht im Nein zum Ener­gie­ge­setz trotz­dem kei­ne grund­le­gen­de Ableh­nung einer ambi­tio­nier­ten kan­to­na­len Kli­ma­po­li­tik, dabei ist Bern auch bei der Umset­zung der MuKEn Schluss­licht. Vor­rei­ter sind dage­gen die Kan­to­ne Basel­stadt, Luzern und Obwal­den.

 

Kan­ton Bern hält an Kli­ma­fahr­plan fest

Die Ber­ner Regie­rung will trotz des knap­pen Neins der Stimm­bür­ger zum kan­to­na­len Ener­gie­ge­setz an einer ambi­tio­nier­ten Kli­ma­po­li­tik fest­hal­ten. Dazu hat sie jetzt einen neu­en Mass­nah­men­ka­ta­log vor­ge­legt, der die Ener­gie­wen­de in den Berei­chen Wär­me und Ver­kehr vor­an­trei­ben soll. Zudem plant die Regie­rung die Ein­be­ru­fung eines Run­den Tisches, an dem sie mit Befür­wor­tern und Geg­nern der kan­to­na­len Revi­si­ons­vor­la­ge neue Lösun­gen für die Umset­zung der ener­gie­po­li­ti­schen Zie­le des Kan­tons dis­ku­tie­ren will. Als Sofort­mass­nah­me will der Kan­ton Bern in sei­nem För­der­pro­gramm neue För­der­schwer­punk­te fest­le­gen, die eine wei­te­re Reduk­ti­on des CO2-Aus­stos­ses zum Ziel haben.

 

VSG: Vor­aus­set­zung für inter­na­tio­na­len Nach­weis schaf­fen

Mit der Gestal­tung der kan­to­na­len Ener­gie­ge­set­ze ent­schei­det sich unter ande­rem, wel­che Rol­le Bio­gas künf­tig im Wär­me­markt spielt. Im Gespräch mit ener­ga­te erläu­tert Micha­el Schmid vom Ver­band der Schwei­ze­ri­schen Gas­in­dus­trie (VSG), wel­che Lösung der Gas­bran­che vor­schwebt. Er wünscht sich, “ver­trag­li­che Rege­lun­gen über den Bio­gas­be­zug, wel­che ohne erheb­li­chen Auf­wand der Voll­zugs­be­hör­den über­prüft wer­den kön­nen”. Weg­wei­send für den Han­del sei­en die Bio­gas­re­gis­ter, die eine lücken­lo­se Bilan­zie­rung von Ein­spei­sung und Ver­brauch von Bio­gas zu gewähr­leis­ten. Die Grün­dung des ers­ten euro­päi­schen Bio­gras­re­gis­ters (European Rene­wa­ble Gas Regis­try ERGaR) sei ein wich­ti­ger Schritt für den grenz­über­schrei­ten­den Bio­gas­han­del.

 

Swis­so­lar for­dert fünf­fach schnel­le­ren Solar­aus­bau

Um die Atom­kraft und die fos­si­len Ener­gi­en in der Schweiz zu erset­zen, muss der jähr­li­che Zubau von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen min­des­tens ver­fünf­facht wer­den. Zu die­sem Schluss kommt Swis­so­lar in sei­ner Ana­ly­se zur “Markt­er­he­bung Son­nen­en­er­gie” für das Jahr 2018. Dem­nach müss­te der jähr­li­che Foto­vol­ta­ik-Zubau bei min­des­tens 1.500 MW pro Jahr lie­gen, bei der Solar­ther­mie müss­te der Wert auf 100.000 Qua­drat­me­ter stei­gen, um wie­der die Flä­che von 2014 zu errei­chen. Swis­so­lar for­dert geziel­te För­der­mass­nah­men für gros­se Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen ohne Eigen­ver­brauch, bei­spiels­wei­se auf Landwirtschafts‑, Gewer­be- und Büro­ge­bäu­den.

 

MuKEn erst in sechs Kan­to­nen in Kraft

Die “Mus­ter­vor­schrif­ten der Kan­to­ne im Ener­gie­be­reich” (MuKEn) 2014 soll­ten eigent­lich bis 2020 umge­setzt sein, so die Emp­feh­lung der Kon­fe­renz der Kan­to­na­len Ener­gie­di­rek­to­ren. Doch bis­her wen­den erst sechs Kan­to­ne die ener­gie­recht­li­chen Vor­schrif­ten im Gebäu­de­be­reich an oder haben sie beschlos­sen. Dazu gehö­ren die bei­den Basel, Jura, Luzern, Obwal­den und Waadt. Am wei­tes­ten sind Basel­stadt, Luzern und Obwal­den, dort sind die MuKEn voll­um­fäng­lich umge­setzt, näm­lich bezüg­lich Gebäu­de­hül­le, Wär­me, Eigen­strom­erzeu­gung bei Neu­bau­ten, Wär­me­er­zeu­gerer­satz und Sanie­rungs­pflicht zen­tra­ler Elek­tro­hei­zun­gen.

 

DSV: Her­kunfts­nach­wei­se sol­len inlän­di­sche Erneu­er­ba­ren­pro­duk­ti­on stär­ken

Der Dach­ver­band Schwei­zer Ver­teil­netz­be­trei­ber (DSV) hat ein eige­nes Strom­markt­mo­dell prä­sen­tiert. Die Netz­be­trei­ber hal­ten die Rah­men­be­din­gun­gen der Ener­gie­stra­te­gie 2050 bis­lang nicht für geeig­net, den erfor­der­li­chen Zubau der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en in der Schweiz zu gewähr­leis­ten. Der DSV fürch­tet statt­des­sen, dass der Bedarf an CO2-frei­em Strom künf­tig gross­teils durch Strom­im­por­te abge­deckt wird. Er schlägt daher eine Erwei­te­rung des Sys­tems der Her­kunfts­nach­wei­se für Strom vor, die Umwelt- und Trans­port­kos­ten stär­ker berück­sich­tigt und so der ein­hei­mi­schen Pro­duk­ti­on Vor­tei­le ver­schafft. /kb/mf

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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