# Revue KW 31

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Olten (ener­ga­te) — Axpo Deutsch­land hat einen ers­ten lang­fris­ti­gen Strom­lie­fer­ver­trag aus­ser­halb des staat­li­chen För­der­sys­tems geschlos­sen. Die deut­sche Axpo-Toch­ter wird in Bay­ern pro­du­zier­ten Solar­strom über die ers­ten fünf Jah­re zu einem fest­ge­leg­ten Preis abneh­men und ver­mark­ten. Trotz­dem sehen Empa und VSE die Schweiz von einer win­ter­li­chen Strom­lü­cke infol­ge der Ener­gie­wen­de bedroht.

 

Axpo schliesst erst­mals PPA in Deutsch­land ab

Die Axpo hat über ihre deut­sche Toch­ter­ge­sell­schaft erst­mals einen lang­fris­ti­gen Abnah­me­ver­trag für Solar­strom aus­ser­halb der staat­li­chen För­de­rung im Nach­bar­land abge­schlos­sen. Es ist eines der ers­ten Power Purcha­se Agree­ments (PPA) im deut­schen Solar­markt über­haupt, so Axpo Deutsch­land. Der Strom­ab­nah­me­ver­trag bezieht sich auf einen Frei­flä­chen-Solar­park im Süden Bay­erns und hat der Inves­to­rin SEAC Hol­ding GmbH zusam­men mit dem Ent­wick­ler und EPC-Dienst­leis­ter Max­So­lar GmbH die Rea­li­sie­rung des Pro­jekts ermög­licht. Die 1,5‑MW-Anlage soll künf­tig rund 1.570 MWh Strom lie­fern, aus­rei­chend für 450 durch­schnitt­li­che Vier­per­so­nen­haus­hal­te.

 

Umwelt Are­na: “Ent­wick­lung bei Solar­ener­gie über­rascht posi­tiv”

Seit Anfang Juli ist die neue “Stif­tung Umwelt Are­na Schweiz” ver­ant­wort­lich für den Betrieb der Umwelt Are­na. Die Medi­en­ver­ant­wort­li­che Moni­ka Sigg erläu­ter­te den Umbruch in der Orga­ni­sa­ti­on. Der gemein­nüt­zi­ge Cha­rak­ter der Stif­tung sol­le hel­fen, ein Kom­pe­tenz­zen­trum für Nach­hal­tig­keits­the­men auf­zu­bau­en, das Ler­nen­de und Schü­ler in der Umwelt­bil­dung för­dert. “In der Umwelt Are­na ist immer der aktu­el­le Stand der Ent­wick­lung zu sehen und die geht wei­ter — auch die nächs­ten Jah­re”, so Sigg. Vor allem im Gebäu­de­be­reich wer­den vie­le Ent­wick­lun­gen sicht­bar. Solar­fas­sa­den und Spei­cher­bat­te­ri­en sei­en auf dem Vor­marsch, “Gebäu­de wer­den künf­tig auch Strom­lie­fe­ran­ten, ja Kraft­wer­ke sein”.

 

ETH-For­scher und Total set­zen auf nach­hal­ti­ges Metha­nol

Wis­sen­schaft­ler der ETH Zürich und des Mine­ral­öl­un­ter­neh­mens Total wol­len “nach­hal­ti­ges Metha­nol” aus CO2 und Was­ser­stoff her­stel­len und haben dazu einen Kata­ly­sa­tor ent­wi­ckelt. Die ETH glaubt an rea­lis­ti­sche Markt­chan­cen der Tech­no­lo­gie. Es sei mög­lich, aus Metha­nol Treib­stof­fe und unter ande­rem che­mi­sche Pro­duk­te her­zu­stel­len, die heu­te auf fos­si­len Roh­stof­fen basie­ren. “Seit Län­ge­rem wer­den zwar Wege gesucht, Flüs­sig­treib­stof­fe und che­mi­sche Pro­duk­te aus alter­na­ti­ven, nach­hal­ti­gen Roh­stof­fen her­zu­stel­len, die­se sind jedoch bis jetzt nicht über Nischen­an­wen­dun­gen hin­aus­ge­kom­men”, heisst es.

 

VSE sieht sich in der Dekar­bo­ni­sie­rung her­aus­ge­for­dert

Die Dekar­bo­ni­sie­rung stellt die Strom­ver­sor­gungs­bran­che vor Her­aus­for­de­run­gen. “Auf den ers­ten Blick scheint der Umstieg von fos­si­ler Ener­gie zu Strom eine leich­te Übung”, so der Ver­band Schwei­ze­ri­scher Elek­tri­zi­täts­un­ter­neh­men VSE auf sei­ner Home­page. Doch dies sei eine Fehl­ein­schät­zung. Rücken­wind für die­se Aus­sa­ge gibt es dabei von einer kürz­lich publi­zier­ten Empa-Stu­die, wel­che auf die Gefahr eine dro­hen­den win­ter­li­chen Strom­lü­cke in der Schweiz hin­weist. Um den wach­sen­den Strom­be­darf in den Sek­to­ren Wär­me und Ver­kehr zu decken, for­dert die Empa einen erheb­li­chen Zubau an Pho­to­vol­ta­ik und Ener­gie­spei­chern.

 

Alpiq-Was­ser­stoff noch auf Pri­vi­le­gi­en ange­wie­sen

Die Alpiq und H2 Ener­gy pro­du­zie­ren vor­aus­sicht­lich ab Ende 2019 erst­mals Schwei­zer Was­ser­stoff im kom­mer­zi­el­len Mass­stab für die Auto­mo­bil­bran­che. Aktu­ell basie­re die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Was­ser­stoffs noch auf Pri­vi­le­gi­en, so die Alpiq auf Nach­fra­ge. Je nach­dem, in wel­chen Fahr­zeu­gen der Was­ser­stoff zum Ein­satz kommt, brau­che es dabei ein unter­schied­li­ches Mass an poli­ti­scher Unter­stüt­zung. Ist die Pro­duk­ti­on erst auf indus­tri­el­len Mass­stab hoch­ge­fah­ren, wür­de die damit ver­bun­de­ne Kos­ten­re­duk­ti­on zusam­men mit ver­schärf­ten CO2-Emis­si­ons­vor­schrif­ten dafür sor­gen, dass Brenn­stoff­zel­len-Antrie­be auch ohne Pri­vi­le­gi­en wirt­schaft­lich betrie­ben wer­den könn­ten. /kb/mf

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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