# Revue KW 36

Lesedauer: 2 Minuten

Olten (ener­ga­te) — Der Bun­des­rat möch­te das Ziel der Net­to-Null-Emis­sio­nen bis 2050 in der Ver­fas­sung ver­an­kern. Ein Ver­bot fos­si­ler Ener­gie­trä­ger soll es aber nicht geben. Exper­ten zwei­feln am Ein­satz von Was­ser­stoff im Pri­vat­ver­kehr, auch weil Brenn­stoff­zel­len das­sel­be Pro­blem mit sel­te­nen Erden wie Bat­te­rien hät­ten.

 

Exper­ten sind skep­tisch bezüg­lich Was­ser­stoff im Pri­vat­ver­kehr

In einer Podi­ums­dis­kus­si­on im Rah­men des zwei­ten Inno­va­ti­ons­fo­rums Mobi­li­ty ging es um die Zukunft der Mobi­li­tät. Dabei waren sich die meis­ten Teil­neh­mer im Gott­lieb-Dutt­wei­ler-Insti­tut im zür­che­ri­schen Rüsch­li­kon einig, dass es Was­ser­stoff im Stras­sen­ver­kehr schwer haben wird. So zwei­fel­te etwa Bri­an Cox, wis­sen­schaft­li­cher Bera­ter der INFRAS AG, den Sinn der Tech­no­lo­gie für die Nut­zung im Pri­vat­ver­kehr an. “Ich glau­be, dass wir heu­te schon ein Pro­blem hät­ten, wenn wir die gan­ze Flot­te elek­tri­fi­zie­ren wür­den”, sag­te Cox. “Wie­so sol­len wir dann noch eine Effi­zi­enz­ein­bus­se von 50 Pro­zent hin­neh­men, um Was­ser­stoff zu pro­du­zie­ren?”

 

Bal­di­ni: “Wir brau­chen mehr erneu­er­ba­ren Strom im Win­ter”

Wär­me spei­chern ist güns­ti­ger, als Ener­gie zu impor­tie­ren. So lau­tet das Fazit des Forums Ener­gie­spei­cher Schweiz, das sich auf eine von der “Wär­me­initia­ti­ve Schweiz” in Auf­trag gege­be­ne Stu­die stützt. “Bei einem stär­ke­ren Aus­bau von sai­so­na­len Spei­chern (v.a. sai­so­nal ther­mi­schen Spei­chern) könn­te deut­lich mehr des vor­han­de­nen inlän­di­schen Pho­to­vol­ta­ik­po­ten­ti­als genutzt wer­den”, sagt Luca Bal­di­ni von der Empa. “Dabei spielt die Sek­tor­kopp­lung Power-to-Heat eine wich­ti­ge Rol­le.” Er wünscht sich bes­se­re finan­zi­el­le Anrei­ze von­sei­ten der Poli­tik für Wär­me­spei­cher-Pilot­pro­jek­te, damit die­se “spä­ter unter ange­pass­ten Rah­men­be­din­gun­gen Nach­ah­mer fin­den”.

 

BKW trotzt der Coro­na­kri­se

Die BKW konn­te im ers­ten Halb­jahr 2020 den Umsatz gegen­über der Vor­jah­res­pe­ri­ode um 12 Pro­zent auf rund 1,5 Mrd. Fran­ken stei­gern. Das Ebit stieg um 5 Pro­zent auf 219 Mio. Fran­ken. Gar Rekord­ni­veau erreich­te der ope­ra­ti­ve Cash­flow, der sich auf 260 Mio. Fran­ken erhöh­te und sich damit im Ver­gleich zum ers­ten Halb­jahr 2019 fast ver­dop­pel­te. Das teil­te die BKW anläss­lich einer Medi­en­kon­fe­renz mit. Ihre gute Halb­jah­res­bi­lanz lässt die BKW auch opti­mis­tisch in die Zukunft bli­cken. Die coro­nabe­ding­ten Unsi­cher­hei­ten in der Wirt­schaft bestün­den auch wei­ter­hin. Trotz­dem hält die BKW an ihrer bis­he­ri­gen Stra­te­gie fest und setzt dabei vor allem auf die Digi­ta­li­sie­rung.

 

Bun­des­rat schickt Gegen­ent­wurf in Ver­nehm­las­sung

Der Bun­des­rat hat die Ver­nehm­las­sung zum direk­ten Gegen­ent­wurf zur Glet­scher-Initia­ti­ve eröff­net. Wie die Initia­ti­ve möch­te der Bun­des­rat Treib­haus­gas­neu­tra­li­tät bis 2050 in der Ver­fas­sung ver­an­kern. Mit dem in der Initia­ti­ve vor­ge­schla­ge­nen Weg des Ver­bots fos­si­ler Ener­gien zeigt sich die Regie­rung indes­sen nicht ein­ver­stan­den. Dem­nach möch­te die Lan­des­re­gie­rung den ent­spre­chen­den Arti­kel des Initia­tiv­tex­tes anpas­sen und fest­le­gen, dass “der Ver­brauch fos­si­ler Brenn- und Treib­stof­fe so weit zu ver­min­dern sei, als dies tech­nisch mög­lich, wirt­schaft­lich trag­bar und mit der Sicher­heit des Lan­des und dem Schutz der Bevöl­ke­rung ver­ein­bar ist”.

 

Bun­des­ver­wal­tung soll Road­map zu nega­ti­ven Emis­sio­nen erar­bei­ten

Um die Kli­ma­neu­tra­li­tät zu errei­chen, muss die Schweiz ab 2050 vor­aus­sicht­lich min­des­tens rund 10 Mio. Ton­nen CO2 pro Jahr mit Car­bon Cap­tu­re and Uti­li­sa­ti­on (CCU) und nega­ti­ven Emis­sio­nen neu­tra­li­sie­ren. Der Bun­des­rat will laut einem Bericht, der sich aktu­ell in Kor­rek­tur befin­det, dass die Bun­des­ver­wal­tung eine Road­map über die Poten­zia­le von Nega­ti­vemis­si­ons­tech­no­lo­gien erar­bei­tet. “Grund­le­gend zu prü­fen wäre, ob getrenn­te Kli­ma­zie­le, also ein Ver­mei­dungs- bzw. Reduk­ti­ons­ziel und ein sepa­ra­tes Ziel für nega­ti­ve Emis­sio­nen, die nöti­ge kla­re Tren­nung lie­fern könn­te, um gezielt wirk­sa­me Mass­nah­men für die unter­schied­li­chen Zie­le ent­wi­ckeln zu kön­nen”, heisst es von der Lan­des­re­gie­rung. /kb/sb/jr

 

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