# Revue KW 40

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Olten (ener­ga­te) — Das revi­dier­te CO2-Gesetz wur­de ver­ab­schie­det, doch nach wie vor gibt es kri­ti­sche Stim­men. Dem VSG erscheint die För­de­rung erneu­er­ba­rer Gase nicht aus­rei­chend, Green­peace Schweiz ver­misst eine ent­schlos­se­ne Dekar­bo­ni­sie­rungs­stra­te­gie. In Aar­gau lehn­te die Bevöl­ke­rung der­weil das neue kan­to­na­le Ener­gie­ge­setz mit knap­per Mehr­heit ab — eine Abfuhr für den schweiz­wei­ten Kli­ma­schutz.

 

Par­la­ment seg­net CO2-Gesetz ab, doch die Kri­tik bleibt

Das revi­dier­te CO2-Gesetz ist vom Par­la­ment ange­nom­men wor­den. In der Schluss­ab­stim­mung votier­ten sowohl der Natio­nal- als auch der Stän­de­rat für die Vor­la­ge. In der gros­sen Kam­mer spra­chen sich 129 Natio­nal­rä­te für das Gesetz aus, 59 lehn­ten es ab, acht ent­hiel­ten sich. In der klei­nen Kam­mer war das Ver­hält­nis noch deut­li­cher: Dort stimm­ten 33 Stän­de­rat für die Vor­la­ge bei fünf Gegen­stim­men und sechs Ent­hal­tun­gen. Klar für das Gesetz haben sich ver­schie­de­ne Orga­ni­sa­tio­nen aus der Ener­gie­bran­che aus­ge­spro­chen — nicht jedoch der Ver­band der Schwei­ze­ri­schen Gas­in­dus­trie (VSG). Alles in allem führ­ten die neu­en Vor­ga­ben zu einer deut­li­chen Ver­teue­rung der Heiz­sys­te­me, so der VSG.

 

AG: Nein zum Ener­gie­ge­setz sorgt für bedrück­te Stim­mung

Nach dem Nein der Aar­gau­er Stimm­be­völ­ke­rung zum neu­en kan­to­na­len Ener­gie­ge­setz zei­gen sich die Befür­wor­ter der Vor­la­ge teils kon­ster­niert. “Der Ent­scheid der Bevöl­ke­rung steht im kras­sen Gegen­satz zur schweiz­wei­ten Ent­wick­lung hin zu einer CO2-neu­tra­len Gesell­schaft”, schreibt etwa AEE Suis­se, die Dach­or­ga­ni­sa­ti­on der Wirt­schaft für erneu­er­ba­re Ener­gien und Ener­gie­ef­fi­zi­enz. “Wir akzep­tie­ren die­sen Ent­scheid, neh­men aber gleich­zei­tig die Geg­ner der Vor­la­ge in die Pflicht, dass sie mit Eigen­ver­ant­wor­tung den Ziel­pfad des Pari­ser Abkom­mens gehen müs­sen.”

 

Leclan­ché muss höhe­ren Net­to­ver­lust hin­neh­men

Leclan­ché konn­te im ers­ten Halb­jahr 2020 sei­nen Umsatz im Ver­gleich zur Vor­jah­res­pe­ri­ode um 52,1 Pro­zent auf 10,7 Mio. Fran­ken stei­gern. Dafür sind unter ande­rem die Geschäfts­ein­hei­ten E‑Transport und Spe­zi­al­bat­te­rien ver­ant­wort­lich. Aller­dings stieg auch der Net­to­ver­lust beim Spe­zia­lis­ten für Ener­gie­spei­cher auf 37,4 Mio. Fran­ken — 11,1 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Der Net­to­ver­lust wer­de durch 7 Mio. Fran­ken an Finanz­auf­wen­dun­gen beein­flusst, die laut Leclan­ché haupt­säch­lich unter ande­rem aus Plat­zie­rungs- und Umwand­lungs­ge­büh­ren resul­tier­ten. Die­ser Situa­ti­on begeg­net Leclan­ché durch Ein­spa­run­gen und der Umwand­lung von Schul­den in Eigen­ka­pi­tal.

 

Ver­ba­les Duell an Fach­ta­gung zum The­ma Wind­kraft

An der Fach­ta­gung “Power fürs Kli­ma”, die die Schwei­ze­ri­sche Ener­gie-Stif­tung (SES) durch­ge­führt hat, ging es auch um Wind­ener­gie. Dies­be­züg­lich lie­fer­ten sich Ani­ta Nie­der­häu­sern von Suis­se Eole und Stel­la Jeg­her von Pro Natu­ra ein Streit­ge­spräch. “Wir müs­sen unbe­dingt die Solar­ener­gie aus­bau­en, und Was­ser­kraft ist auch wahn­sin­nig wich­tig”, so Nie­der­häu­sern, “aber im Win­ter haben wir ein Pro­blem.” Um die Ver­sor­gungs­si­cher­heit auch im Win­ter zu gewähr­leis­ten, brau­che es die Wind­ener­gie. Jeg­her argu­men­tier­te, dass Wind­kraft­an­la­gen die Lebens­räu­me von Tie­ren bedro­hen wür­den — eben­so wie der Kli­ma­wan­del, ent­geg­ne­te Nie­der­häu­sern.

 

Es braucht ver­schie­de­ne Mass­nah­men für die Erneu­er­ba­ren”

Wie soll der Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien in der Schweiz beschleu­nigt wer­den? Auch die­se Fra­ge beschäf­tig­te Poli­ti­ke­rin­nen an einer Podi­ums­dis­kus­si­on anläss­lich der Fach­ta­gung “Power fürs Kli­ma” der SES. “Wir müs­sen in unse­rem Sys­tem alle Kräf­te ein­bin­den”, gab Pris­ka Wis­mer-Fel­der, CVP-Natio­nal­rä­tin und Vize­prä­si­den­tin von Suis­se Eole, zu beden­ken. Das sei die Auf­ga­be der Poli­tik. Und FDP-Natio­nal­rä­tin Susan­ne Vin­cenz-Stauf­fa­cher ergänz­te: “Wir müs­sen immer im Hin­ter­kopf haben, dass ein Gesetz vor dem Volk bestehen muss.” Die demo­kra­ti­schen Pro­zes­se dürf­ten nicht ein­fach über den Hau­fen gewor­fen wer­den. /kb/sb/jr

 

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