# Revue KW 40

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Olten (ener­ga­te) — Der Bun­des­rat hält an einer voll­stän­di­gen Öff­nung des Strom­mark­tes fest. Das löst gemisch­te Reak­tio­nen aus — beson­ders kri­tisch wird die Ent­schei­dung von der Solar­bran­che auf­ge­fasst. Der ETH-Dozent Peter de Haan sprach mit ener­ga­te über die Ent­schei­dung des Stän­de­rats zuguns­ten einer Flug­ti­cket­ab­ga­be und die dar­aus resul­tie­ren­den Aus­wir­kun­gen.

Bun­des­rat will Libe­ra­li­sie­rung des Strom­mark­tes

Wie die Lan­des­re­gie­rung am 27. Sep­tem­ber bekannt­gab, hält der Bun­des­rat an einer voll­stän­di­gen Öff­nung des Strom­mark­tes fest. Den Ent­scheid traf der Bun­des­rat auf­grund einer Ver­nehm­las­sung zur Revi­si­on des Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes, in der sich gezeigt habe, dass eine Mehr­heit der Kan­to­ne und Par­tei­en eine voll­stän­di­ge Strom­markt­öff­nung wün­sche. Das erklär­te Simo­net­ta Som­ma­ru­ga, Vor­ste­he­rin des zustän­di­gen Depar­te­ments für Umwelt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (Uvek). Eine Mehr­heit for­de­re auch Begleit­mass­nah­men für die Pla­nungs- und Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit der Ener­gie­wirt­schaft. Das Ziel sei, ein­hei­mi­sche erneu­er­ba­re Ener­gi­en und damit auch die Ver­sor­gungs­si­cher­heit zu stär­ken, so Som­ma­ru­ga.

Geteil­te Mei­nun­gen zur Strom­markt­li­be­ra­li­sie­rung

Die Vor­schlä­ge des Bun­des­ra­tes zur Strom­li­be­ra­li­sie­rung vom 27. Sep­tem­ber haben gemisch­te Reak­tio­nen aus­ge­löst. Beim Ver­band Schwei­ze­ri­scher Elek­tri­zi­täts­un­ter­neh­men VSE und bei Swis­spower, der Alli­anz aus 21 Stadt­wer­ken und regio­na­len Part­nern der Ver­sor­gungs­wirt­schaft, begrüsst man die Marsch­rou­te der Lan­des­re­gie­rung grund­sätz­lich. Kri­tik kommt aus der Solar­bran­che. Der Ver­band Swis­so­lar schreibt, die Öff­nung des Strom­mark­tes gefähr­de den nöti­gen raschen Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en. Ins­be­son­de­re der Rück­lie­fer­ta­rif für unab­hän­gi­ge Pro­du­zen­ten dürf­te sin­ken, schreibt Swis­so­lar. Dies gefähr­de den wirt­schaft­li­chen Betrieb der Anla­gen.

WKK im Fokus am Power­loop-Forum

Am Forum des Fach­ver­bands Power­loop dis­ku­tier­te am 27. Sep­tem­ber ein Podi­um aus Exper­ten über die Hür­den und Mög­lich­kei­ten bei der Ent­wick­lung der Wär­me-Kraft-Kopp­lung (WKK). Dabei kamen For­de­run­gen an die Poli­tik zur Spra­che, aber auch Kri­tik und Selbst­kri­tik der Unter­neh­men. FDP-Natio­nal­rat und Power­loop-Vor­stand Peter Schil­li­ger setz­te sei­ne Hoff­nung für die Umset­zung der WKK in die Aus­ar­bei­tung des neu­en CO2-Geset­zes. Die­ses sei eine gute Platt­form für die Besei­ti­gung von Hür­den, sag­te er vor den rund 170 Teil­neh­mern. BFE-Vize­di­rek­tor Dani­el Büchel wünscht sich von der Gas­bran­che ein stär­ke­res Bekennt­nis zu WKK.

Exper­te: Flug­ti­cket­ab­ga­be bremst Wachs­tum nicht

Am 25. Sep­tem­ber sprach sich eine Mehr­heit des Stän­de­rats für eine Flug­ti­cket­ab­ga­be aus. Die­se wür­de zwar den Kon­sum beein­flus­sen, am welt­wei­ten Wachs­tum des Flug­ver­kehrs aber wenig ändern, sagt Exper­te und ETH-Dozent Peter de Haan im Gespräch mit ener­ga­te. Er fin­det: “Es ist ein ers­ter Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Die poli­tisch fest­ge­leg­te Höhe von 30 bis 120 Fran­ken scheint für den Moment mehr­heits­fä­hig. Spä­ter kann man die Abga­be dann grif­fi­ger aus­ge­stal­ten. Aus­ser­dem sei bei der Gestal­tung der Flug­ti­cket­ab­ga­be wich­tig, “Kri­te­ri­en zu for­mu­lie­ren, wie ihre Höhe berech­net wer­den soll­te.”

Bund zieht Zwi­schen­bi­lanz zur Road­map E‑Mobilität

Ein knap­pes Jahr nach Lan­cie­rung der Road­map Elek­tro­mo­bi­li­tät blickt der Bund zuver­sicht­lich auf die gesteck­ten Zie­le bis 2022. Das liegt an den jüngs­ten tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen, aber auch an der Ein­füh­rung der neu­en CO2-Vor­schrif­ten. Seit Unter­zeich­nung der Road­map im Dezem­ber 2018 haben sich zu den 50 ursprüng­lich teil­neh­men­den Fir­men und Insti­tu­tio­nen neun wei­te­re gesellt. Damit wuchs auch die Zahl der Mass­nah­men von 65 auf 75. Der Anteil der E‑Autos bei den Neu­zu­las­sun­gen betrug im ers­ten Halb­jahr 2019 knapp fünf Pro­zent und hat sich damit im Ver­gleich zum Vor­jahr mehr als ver­dop­pelt. Der Aus­bau der Lad­ein­fra­struk­tur läuft par­al­lel. /kb/mf/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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