# Revue KW 42

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Olten (ener­ga­te) — Am kom­men­den Sonn­tag fin­den die Schwei­zer Par­la­ments­wah­len statt. Im Vor­feld sprach ener­ga­te mit eini­gen Poli­ti­kern der gros­sen Par­tei­en und befrag­te sie zu ihren kli­ma­po­li­ti­schen Ansich­ten. Die Mei­nun­gen gin­gen aus­ein­an­der — zum Bei­spiel bei der Fra­ge nach dem Ver­sor­gungs­po­ten­zi­al der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en.

Urek‑S will Steu­er­erleich­te­run­gen ver­län­gern

Die Kom­mis­si­on für Umwelt, Raum­pla­nung und Ener­gie des Stän­de­ra­tes (Urek‑S) hat eine Geset­zes­vor­la­ge ange­nom­men, die die aus­lau­fen­den Steu­er­erleich­te­run­gen für Erd­gas, ver­flüs­sig­tes Erd­gas (LNG) und bio­ge­ne Treib­stof­fe sowie die bis Ende 2020 befris­te­ten Instru­men­te des gel­ten­den CO2-Geset­zes bis 2023 ver­län­gert. Die Abstim­mung fiel mit elf Voten für die Vor­la­ge bei einer Gegen­stim­me und einer Ent­hal­tung deut­lich aus. Damit sol­len Regu­lie­rungs­lü­cken ver­hin­dert wer­den, falls das total­re­vi­dier­te CO2-Gesetz nicht wie geplant im Janu­ar 2021 in Kraft tritt. Der Natio­nal­rat sprach sich für Steu­er­erleich­te­run­gen nur bis maxi­mal Ende 2021 aus.

Girod: “Die Wer­be­kam­pa­gne der Erd­gas-Ver­ei­ni­gung ist pro­ble­ma­tisch”

Ener­ga­te hat Poli­ti­ker der gröss­ten Par­tei­en zu ihren Ansich­ten bezüg­lich der Kli­ma­po­li­tik befragt. Bas­ti­en Girod, Natio­nal­rat der Grü­nen, traut den erneu­er­ba­ren Ener­gi­en zu, die Nukle­ar­ener­gie voll­stän­dig erset­zen und “gleich­zei­tig auch eine all­fäl­li­ge Zunah­me im Strom wegen Wär­me­pum­pen und Elek­tro­mo­bi­li­tät decken” zu kön­nen. Girod befür­wor­tet auch ein Ver­bot von Ölhei­zun­gen. “Es braucht aber Unter­stüt­zung für den Wech­sel auf Wär­me­pum­pen, da die­se zwar tie­fe­re lau­fen­de Kos­ten, aber höhe­re Inves­ti­ti­ons­kos­ten haben”, sagt er. Auch müs­se man weg vom Gas, da der CO2-Austoss bei der Ver­bren­nung fast so hoch sei wie bei der Ver­bren­nung von Erd­öl.

Imark: “Es ist drin­gend nötig, dass im Ener­gie­be­reich wie­der tech­nisch argu­men­tiert wird”

Auch SVP-Natio­nal­rat Chris­ti­an Imark nahm in der ener­ga­te-Poli­tiker­um­fra­ge Stel­lung zur Kli­ma­po­li­tik. “Es ist falsch zu behaup­ten, die Ener­gie­stra­te­gie 2050 wei­se der Schweiz den Aus­stieg aus der Nukle­ar­ener­gie”, so Imark, denn heu­te sei bereits abseh­bar, dass “sämt­li­che ver­spro­che­nen Zie­le” deut­lich ver­fehlt wür­den. “Es ist drin­gend nötig, dass im Ener­gie­be­reich wie­der tech­nisch argu­men­tiert wird und die PR-Phra­sen aus dem Ener­gie­stra­te­gie-2050-Abstim­mungs­kampf ver­schwin­den.” Für die erneu­er­ba­re Ener­gie­quel­le mit dem meis­ten Poten­zi­al in der Schweiz hält Imark die Was­ser­kraft.

Bäum­le: “Im Ver­kehr am bes­ten wäre eine wirk­sa­me Len­kungs­ab­ga­be”

Der nächs­te Poli­ti­ker, der sich gegen­über ener­ga­te zur Kli­ma­po­li­tik äus­sert, ist Mar­tin Bäum­le von den Grün­li­be­ra­len. Er prä­sen­tiert ehr­gei­zi­ge Zie­le: “Wir müs­sen bis 2040/45 nicht nur den Aus­stieg aus der Kern­ener­gie packen, son­dern spä­tes­tens 2050 auch Net­to-Null bezüg­lich CO2.” Er plä­diert daher für eine Ver­bes­se­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz und eine 100-pro­zen­ti­ge Deckung des Strom­be­darfs durch erneu­er­ba­re Ener­gi­en. “Dazu braucht es den Zubau von Erneu­er­ba­ren im Inland, smar­te Net­ze und Anla­gen, den Import von erneu­er­ba­rem Strom, ein Strom­ab­kom­men und eine kon­se­quen­te Power-to-X-Stra­te­gie als Lösung der Sai­son­spei­che­rung”, so Bäum­le.

Stucki: “Eine dau­er­haf­te Unter­stüt­zung für Pho­to­vol­ta­ik hal­te ich für falsch”

Von der FDP nahm sich Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef Mar­tin Stucki Zeit, um sei­ne Sicht auf die Ener­gie­po­li­tik zu tei­len. Er ist skep­tisch, “dass wir es schaf­fen, die Strom­pro­duk­ti­on aus der Kern­kraft recht­zei­tig durch den Aus­bau von Erneu­er­ba­ren zu erset­zen”. Das Poten­zi­al der Was­ser­kraft ist sei­nes Erach­tens “schon ziem­lich stark aus­ge­las­tet”, auch der Aus­bau der Wind­kraft hin­ke hin­ter­her. “Ein­zig bei der Pho­to­vol­ta­ik scheint man eini­ger­mas­sen auf Kurs”, so Stucki. Er hält eine Anschub­fi­nan­zie­rung für not­wen­dig, damit die Solar­ener­gie eine Chan­ce hat. Eine dau­er­haf­te finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für den Aus­bau der Pho­to­vol­ta­ik hält er aller­dings für den fal­schen Weg. /kb/mf/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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