# Revue KW 43

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Olten (ener­ga­te) — Der Erfolg der grü­nen Par­tei­en bei den Wah­len wird sich auf die poli­ti­schen The­men im Par­la­ment aus­wir­ken. Der Poli­to­lo­ge Andre­as Lad­ner rät den Grü­nen und Grün­li­be­ra­len, bei der Umset­zung ihrer Anlie­gen nicht zu radi­kal vor­zu­ge­hen — das könn­te Wäh­ler und ande­re Par­tei­en, deren Unter­stüt­zung die Öko­par­tei­en noch brau­chen, ver­prel­len.

Von­lan­then: “Wir dür­fen nicht päpst­li­cher sein als der Papst”

Vor den Wah­len am ver­gan­ge­nen Sonn­tag sprach ener­ga­te mit Poli­ti­kern der gröss­ten Par­tei­en über ihre Ansich­ten zur Kli­ma­po­li­tik. Den Abschluss der Poli­tiker­um­fra­ge mach­te Beat Von­lan­then von der CVP. “Der Atom­aus­stieg wäre ver­fehlt, wenn er gleich­zei­tig zu einer Ver­zö­ge­rung der Dekar­bo­ni­sie­rung führ­te”, stellt Von­lan­then fest. “In Zukunft soll­ten wir idea­ler­wei­se auf 100 Pro­zent Erneu­er­ba­re kom­men.” Er glaubt vor allem an das Poten­zi­al der Was­ser­kraft und der Pho­to­vol­ta­ik. “Schon heu­te sind die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen nach kur­zer Lauf­zeit bereits amor­ti­siert und daher auch wirt­schaft­lich inter­es­sant.” Die Ver­län­ge­rung der Ein­mal­ver­gü­tun­gen bis 2035 wer­de zudem “eine gros­se Wir­kung zei­gen”.

Glätt­li: “Wir haben einen Grün­rutsch, aber kei­ne Mehr­heit”

Nach ihrem Wahl­sieg sind die Grü­nen im Freu­den­tau­mel. Frak­ti­ons­prä­si­dent Bal­tha­sar Glätt­li äus­sert sich zur Fra­ge nach dem Anspruch auf einen Bun­des­rats­sitz und erklärt, war­um die Grü­nen trotz ihres Sie­ges mit den ande­ren Par­tei­en zusam­men­ar­bei­ten wol­len. “Wir haben im Par­la­ment einen kla­ren Grün­rutsch, aber kei­ne Mehr­heit. Wir müs­sen auch mit den ande­ren Par­tei­en reden. […] Mehr­heits­fä­hig­keit — und mas­siv höhe­re Ambi­tio­nen erfül­len: Die­se Qua­dra­tur des Zir­kels müs­sen wir hin­krie­gen! Die Poli­tik muss das Tem­po erhö­hen. Es braucht zum Bei­spiel einen schnel­le­ren Umstieg von fos­si­len auf nicht-fos­si­le Ener­gie­quel­len”, so Glätt­li.

ABB setzt auf Was­ser­stoff in der Asi­en-Pazi­fik-Regi­on

ABB unter­stützt ein Was­ser­stoff­pro­jekt in der Asi­en-Pazi­fik-Regi­on und lie­fert Automatisierungs‑, Elek­tri­fi­zie­rungs- und Instru­men­tie­rungs­lö­sun­gen für das Pilot­pro­jekt einer Was­ser­stoff­lie­fer­ket­te. Es ist welt­weit einer der ers­ten Ver­su­che, Was­ser­stoff­ver­flüs­si­gungs- und ‑trans­port­tech­no­lo­gie zu kom­mer­zia­li­sie­ren. So sol­len die Was­ser­stoff­pro­duk­ti­on aus Braun­koh­le­ver­ga­sung, die Was­ser­stoff­ver­flüs­si­gung, die Spei­che­rung sowie die Ver­la­dung und der Trans­port des ver­flüs­sig­ten Was­ser­stoffs mit einem Spe­zi­al­schiff von Aus­tra­li­en nach Japan getes­tet wer­den.

Lad­ner: “Man wird im Par­la­ment grü­ne Anlie­gen erns­ter neh­men”

Die grü­nen Par­tei­en haben bei den Wah­len einen his­to­ri­schen Sieg errun­gen. Poli­to­lo­ge Andre­as Lad­ner gibt eine Ein­schät­zung ab, wie sich das Wahl­er­geb­nis auf die Schwei­zer Kli­ma­po­li­tik aus­wir­ken könn­te. “Was bedeu­tet die Wahl für die grü­nen Kräf­te genau? Wol­len die neu­en Wäh­ler der grü­nen Par­tei tat­säch­lich ein­schnei­den­de Zwangs­mass­nah­men zuguns­ten des Kli­mas, oder bevor­zu­gen sie eher Mass­nah­men, die mit Anrei­zen funk­tio­nie­ren?”, fragt er. Auch für Unter­stüt­zung aus dem Par­la­ment, kom­me es nun dar­auf an, wie radi­kal die Anlie­gen der grü­nen Par­tei­en sei­en. “Wenn man über­bor­det, besteht die Gefahr, dass man schei­tert und zurück­fällt. 

Fon­ta­vis geht an Swiss Life Asset Mana­gers

Swiss Life Asset Mana­gers hat die Fon­ta­vis AG erwor­ben. Fon­ta­vis ist spe­zia­li­siert auf nach­hal­ti­ge Direkt­in­ves­ti­tio­nen in Gesell­schaf­ten aus den Berei­chen erneu­er­ba­re Ener­gie, Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Ener­gie­in­fra­struk­tur in der Schweiz und in Euro­pa und soll die Posi­ti­on von Swiss Life Asset Mana­gers im Infra­struk­tur­markt aus­bau­en. Zudem ermög­licht Fon­ta­vis insti­tu­tio­nel­len Inves­to­ren Zugang zu nach­hal­ti­gen Anla­ge­lö­sun­gen im Ener­gie- und Infra­struk­tur­sek­tor. “Anle­ger berück­sich­ti­gen neben finan­zi­el­len Aspek­ten ver­mehrt auch Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en und möch­ten ent­spre­chen­de Anla­ge­pro­duk­te in ihrem Port­fo­lio auf­neh­men”, erkennt Micha­el Klo­se, CEO Third-Par­ty Asset Manage­ment von Swiss Life Asset Mana­gers. /kb/mf/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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