# Revue KW 44

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Olten (ener­ga­te) – Die Ener­gie­ver­sor­ge­rin IWB plant, auf ihrem Betriebs­ge­län­de in Basel eine Pyro­ly­se-Anla­ge zu bau­en, die ab 2020 in Betrieb gehen soll. Aus­ser­dem stützt die Urek‑N den Stän­de­rat bei der Total­re­vi­si­on des CO2-Geset­zes.

 

Mobi­li­tät: Grü­ne und Kli­ma­be­we­gung for­dern schär­fe­re Mass­nah­men

Nach den Wah­len stellt sich die Fra­ge, wie es in der Kli­ma­po­li­tik wei­ter­geht. Die Mei­nun­gen über Mit­tel und Zeit­plan gin­gen am Podi­um des VCS zur fos­silfrei­en Mobi­li­tät aus­ein­an­der — was ange­sichts der Zusam­men­set­zung nicht ver­wun­der­te. Am aus­führ­lichs­ten ging die Natio­nal­rä­tin der Grü­nen, Ade­le Thorens, auf das The­ma ein. Sie sprach sich klar für eine Len­kungs­ab­ga­be auf CO2 aus, die an die Bevöl­ke­rung zurück­fliesst. Zuvor war aus den Refe­ra­ten der Tagung am Mor­gen her­vor­ge­gan­gen, dass die CO2-Mass­nah­men des Stän­de­rats nicht aus­rei­chen wür­den, selbst wenn der Natio­nal­rat und spä­ter die Stimm­bür­ger das ent­spre­chen­de Gesetz annäh­men.

 

IWB will CO2 mit­tels Pyro­ly­se im Boden spei­chern

Die Ener­gie­ver­sor­ge­rin IWB plant, auf ihrem Betriebs­ge­län­de in Basel eine Pyro­ly­se-Anla­ge zu bau­en. Ab 2020 soll die­se Anla­ge Wär­me ins Fern­wär­me­netz ein­spei­sen und gleich­zei­tig Pflan­zen­koh­le pro­du­zie­ren. Ein­ge­setzt in der Land­wirt­schaft, spei­chert die­se aktiv und lang­fris­tig CO2 im Erd­bo­den und dient so dem Kli­ma­schutz. “Wir pla­nen die Koh­le ins­be­son­de­re an land­wirt­schaft­li­che Betrie­be zu ver­kau­fen”, so ein IWB-Spre­cher. “In der Regi­on Basel haben bereits diver­se Betrie­be Inter­es­se signa­li­siert. Die Wär­me hin­ge­gen pro­du­zie­ren wir für unse­re Fern­wär­me­kun­den in Basel.” Die IWB ist der ers­te Ener­gie­kon­zern der Schweiz, der die pro­du­zier­te Wär­me direkt in ein loka­les Fern­wär­me­netz ein­speist.

 

Grün­par­tei­en: Exper­ten zwei­feln, ob Ener­gie­wen­de umge­setzt wird

Bei der dies­jäh­ri­gen Strom­ta­gung in Zürich gab es skep­ti­sche Voten bezüg­lich der Fra­ge, ob mit dem Wahl­sieg der Grün­par­tei­en nun auch die Ener­gie­wen­de vor­an­ge­trie­ben wird. Laut Isa­bel­le Sta­del­mann-Stef­fen, Pro­fes­so­rin für Ver­glei­chen­de Poli­tik an der Uni­ver­si­tät Bern, bedeu­tet die Wahl der grü­nen Par­tei­en noch lan­ge nicht, dass auch deren For­de­run­gen umge­setzt wer­den: Sie hät­ten kei­ne Mehr­heit, und am Ende hän­ge es von der Stimm­be­völ­ke­rung ab, ob Vor­la­gen umge­setzt wer­den könn­ten. Auch Micha­el Frank, Direk­tor des Ver­bands Schwei­ze­ri­scher Elek­tri­zi­täts­un­ter­neh­men (VSE), blieb in Hin­sicht auf die Zukunft der Ener­gie­po­li­tik vor­sich­tig mit sei­nen Pro­gno­sen.

 

Urek‑N stützt Stän­de­rat bei CO2-Gesetz

Die Kom­mis­si­on für Umwelt, Raum­pla­nung und Ener­gie des Natio­nal­ra­tes (Urek‑N) hat mit 16 zu 8 Stim­men beschlos­sen, auf die Total­re­vi­si­on des CO2-Geset­zes ein­zu­tre­ten. Damit spricht sie sich dafür aus, dass die Schweiz das Kli­ma­über­ein­kom­men von Paris mit grif­fi­gen Mass­nah­men für die Peri­ode 2021 bis 2030 umsetzt. In ihrer Detail­be­ra­tung folgt die natio­nal­rät­li­che Kom­mis­si­on weit­ge­hend den Beschlüs­sen des Stän­de­ra­tes. So bestä­tigt sie mit 16 zu 9 Stim­men den stän­de­rät­li­chen Ent­scheid, wonach die Schweiz ihre Treib­haus­gas­emis­sio­nen bis 2030 gegen­über 1990 hal­bie­ren muss. Dabei sol­len min­des­tens 60 Pro­zent der Ver­min­de­rung im Inland erfol­gen.

 

Wenig Opti­mis­mus bezüg­lich Strom­ab­kom­men

Bei der Strom­ta­gung in Zürich war auch das feh­len­de Strom­ab­kom­men mit der EU ein The­ma. Für Peter Het­tich, Pro­fes­sor für öffent­li­ches Wirt­schafts­recht mit Berück­sich­ti­gung des Bau‑, Pla­nungs- und Umwelt­rechts an der Uni­ver­si­tät St. Gal­len, ist das Abkom­men “vor­läu­fig geschei­tert”. Denn für ein Strom­ab­kom­men sei ein insti­tu­tio­nel­les Rah­men­ab­kom­men mit der EU die Vor­aus­set­zung. Die Wahr­schein­lich­keit, dass die Schweiz ein sol­ches Abkom­men bald abschlies­sen wür­de, sei aber gering, da es “unüber­brück­ba­re Dif­fe­ren­zen” zwi­schen Schweiz und EU gebe. Sein abschlie­ßen­des Fazit: Ein Strom­ab­kom­men sei aber erstre­bens­wert, da es mehr Gewin­ner als Ver­lie­rer geben wür­de. /kb/mf/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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