# Revue KW 46

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Olten (ener­ga­te) — Eine Woche im Zei­chen der Ver­teil­net­ze: Am Frei­tag, den 8. Novem­ber fand in Olten das 14. DSV-Forum unter dem Mot­to “Schlan­ke Regu­lie­run­gen für effi­zi­en­te Ver­teil­netz­be­trei­ber” statt, am Mitt­woch, den 13. Novem­ber folg­te in Zürich die 3. Jah­res­ta­gung des Ver­teil­netz­fo­rums. Dort ging es unter ande­rem um Strom­netz­aus­bau und Smart-Meter-Roll­out.

 Zey­er: “Wir sind offen für alle Tech­no­lo­gi­en”

Die­ses Jahr fei­ert der Wirt­schafts­ver­band Swiss­clean­tech sein zehn­jäh­ri­ges Bestehen. Geschäfts­füh­rer Chris­ti­an Zey­er sprach mit ener­ga­te über die Ent­wick­lung der Ener­gie­po­li­tik und künf­ti­ge Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten. “Als Wirt­schafts­ver­band geht es uns vor allem auch dar­um, die Kli­ma­po­li­tik wirt­schafts­freund­lich zu gestal­ten — dies aber mit einem kla­ren Fokus: Wir wol­len als Land zu den fort­schritt­li­chen Natio­nen in der Umset­zung des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens gehö­ren”, so Zey­er. Der wich­tigs­te Schritt sei nach wie vor, den Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en vor­an­zu­trei­ben. “Das braucht die rich­ti­gen Anrei­ze und einen Abbau büro­kra­ti­scher Hin­der­nis­se.”

 Ver­teil­netz­be­trei­ber: Regu­lie­rung erregt Gemü­ter

Am dies­jäh­ri­gen Forum des Dach­ver­bands Schwei­zer Ver­teil­netz­be­trei­ber (DSV) stand das The­ma Regu­lie­run­gen im Mit­tel­punkt. An der Podi­ums­dis­kus­si­on in die­sem Rah­men zeig­te Benoît Revaz, Direk­tor des Bun­des­amts für Ener­gie, Ver­ständ­nis, dass die der­zeit hohe Regu­lie­rungs­dich­te her­aus­for­dernd sein kön­ne. Gleich­zei­tig appel­lier­te er an die Ver­teil­netz­be­trei­ber, sich in die Dis­kus­sio­nen ein­zu­brin­gen. DSV-Vor­stands­mit­glied Gian von Plan­ta wies hin­ge­gen auf die viel­fäl­ti­gen, teil­wei­se ver­wir­ren­den Erwar­tun­gen hin, denen sich die Ver­teil­netz­be­trei­ber heu­te aus­ge­setzt sähen, und for­der­te Poli­tik und Behör­den auf, die Bran­che im Gesetz­ge­bungs­pro­zess frü­her und stär­ker ein­zu­bin­den.

 Stu­die: Infra­struk­tu­ren sol­len für PV-Anla­gen genutzt wer­den

Die Schwei­ze­ri­sche Ener­gie-Stif­tung hat eine Stu­die von SP-Poli­ti­ker Rudolf Rech­stei­ner ver­öf­fent­licht. Dar­in heisst es, Solar- und Wind­strom hät­ten sich in den letz­ten Jahr­zehn­ten zu den güns­tigs­ten Tech­no­lo­gi­en für die Strom­pro­duk­ti­on ent­wi­ckelt. Die Schweiz lie­ge beim Anteil von Öko­strom aller­dings nur auf dem 26. Platz in Euro­pa. Schwei­zer Ener­gie­ver­sor­ger inves­tier­ten vor­wie­gend in den euro­päi­schen Nach­bar­län­dern in neue Kraft­wer­ke, denn dort sei die Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit für erneu­er­ba­re Ener­gi­en bes­ser. Die Stu­die stellt ver­schie­de­ne Mass­nah­men zur Stär­kung der rege­ne­ra­ti­ven Strom­erzeu­gung in der Schweiz vor.

 “Feh­len­de Akzep­tanz und lan­ge Ver­fah­ren sind eine Her­aus­for­de­rung”

Am dies­jäh­ri­gen Ver­teil­netz­fo­rum in Zürich waren neben der Stra­te­gie für künf­ti­ge Strom­net­ze und der Netz­op­ti­mie­rung auch die Ver­zö­ge­run­gen beim Netz­aus­bau ein gros­ses The­ma. So erläu­ter­te Adri­an Häs­ler, Head of Grid Infra­st­ruc­tu­re bei Swiss­grid, dass der Bau vie­ler neu­er Lei­tun­gen von Ein­spra­chen gebremst wer­de. Die­se, so Häs­ler, könn­ten Bau­pro­jek­te auch kurz vor deren geplan­ten Umset­zung noch ver­zö­gern. Ent­schei­den müs­se in sol­chen Fäl­len nicht sel­ten das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. Man­che Ein­spra­chen wür­den auch bis ans Bun­des­ge­richt wei­ter­ge­zo­gen, was eine jah­re­lan­ge War­te­zeit mit sich brin­ge.

 Netz­be­trei­ber sol­len Elek­tri­fi­zie­rung nicht unter­schät­zen

 

Die Schwei­zer Netz­be­trei­ber soll­ten sich bei der Netz­pla­nung mit einem mög­li­chen Eng­pass aus­ein­an­der­set­zen. Das sag­te Moha­med Benah­med, Lei­ter Sek­ti­on Net­ze beim Bun­des­amt für Ener­gie, bei einer Podi­ums­dis­kus­si­on wäh­rend des Ver­teil­netz­fo­rums. “Die Poli­tik sieht: Die Dekar­bo­ni­sie­rung wird zu einer ver­stärk­ten Elek­tri­fi­zie­rung füh­ren”, so Benah­med. “Mehr Elek­tri­fi­zie­rung heisst mehr Strom auf unse­ren Net­zen. Das heisst, wir wer­den lang­sam an die Gren­ze der Net­ze kom­men.” Er äus­ser­te zudem den Wunsch, “dass intel­li­gen­te Kom­po­nen­ten im Netz inte­griert wer­den, obwohl das schwie­rig ist, und dass das sub­si­di­är geschieht”.  /kb/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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