# Revue KW 45

Lesedauer: 2 Minuten

Olten (ener­ga­te) – Die ZHAW tes­tet in Win­ter­hur gemein­sam mit Solar­spar ver­ti­kal auf­ge­stell­te Solar-Klein­mo­du­le auf einem Gründ­ach. Kurt Lüscher, der ehe­ma­li­ge CEO von Ener­gie 360 , sag­te in sei­nem Inter­view, dass Ener­gie stär­ker dezen­tral gedacht wer­den muss.

ZHAW lie­fert neus­te Erkennt­nis­se zu PV und Dach­be­grü­nung
In Win­ter­thur tes­ten Solar­spar und die ZHAW erst­mals ein Gründ­ach mit ver­ti­kal auf­ge­stell­ten PV-Klein­mo­du­len. “Durch grös­se­re Stück­zah­len könn­ten sol­che Anla­gen in Zukunft wirt­schaft­lich funk­tio­nie­ren”, sag­te Hart­mut Nuss­bau­mer, der an der Hoch­schu­le die zustän­di­ge Fach­grup­pe lei­tet, im Inter­view. Zusam­men mit Part­nern plant die ZHAW nun wei­te­re Pro­jek­te, um die Kom­bi­na­ti­on zu opti­mie­ren. “Die ein­zel­nen Modu­le haben eine Leis­tung von 82 Wp, wenn sie unter Nenn­be­din­gun­gen von der Front­sei­te beleuch­tet wer­den. Am Mor­gen und am Abend wird wesent­lich mehr Leis­tung als bei einer kon­ven­tio­nel­len PV-Anla­ge gene­riert,”, ver­gleicht Nuss­bau­mer.

Lüscher will dezen­tra­le Pro­duk­ti­on
Es geht vor­an mit der Ener­gie­wen­de in der Schweiz. Doch das Tem­po ist vor allem den Grü­nen noch zu gemäch­lich. Für den ehe­ma­li­gen CEO von Ener­gie 360 Grad, Kurt Lüscher, ist nicht nur das Tem­po ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um. “Wir müs­sen anfan­gen, Ener­gie stär­ker dezen­tral zu den­ken und auch zu pro­du­zie­ren”, sag­te er im Gespräch mit ener­ga­te. Zum Pro­blem wer­den könn­te für die Schweiz die anwach­sen­de Win­ter­strom­lü­cke. “Wir brau­chen für unse­re Strom­ver­sor­gung eine gewis­se Auto­no­mie”, sag­te er. “Dann brau­chen wir aber auch genü­gend Infra­struk­tur für die Pro­duk­ti­on.” Für Lüscher soll­te die Schweiz bei der Geo­ther­mie mehr tun und dezen­tral hel­fe ein rascher Aus­bau von PV.

Swis­spower setzt auf Inno­va­tio­nen
Die Stadt­wer­ke der Swis­spower-Alli­anz wol­len ihre Kun­den spä­tes­tens 2050 mit voll­stän­dig erneu­er­ba­rer Ener­gie ver­sor­gen. Das hal­ten sie im über­ar­bei­te­ten Swis­spower-Mas­ter­plan 2050 fest. Dem­nach wol­len die Stadt­wer­ke der Alli­anz die erneu­er­ba­re Ener­gie­pro­duk­ti­on aus­bau­en, Ener­gie­ef­fi­zi­enz­mass­nah­men umset­zen, in intel­li­gen­te und trag­fä­hi­ge Net­ze inves­tie­ren und sich für die Ver­net­zung auf euro­päi­scher Ebe­ne enga­gie­re. Einen wich­ti­gen Bei­trag sol­len Inno­va­tio­nen leis­ten. Dies betref­fe unter ande­rem die Sek­tor­kopp­lung. Die Digi­ta­li­sie­rung ist ein wei­te­rer Bereich, in dem Inno­va­tio­nen gefragt sei­en.

Vor­la­ge für euro­päi­sche Norm soll 2020 vor­lie­gen
In der Schweiz liegt der maxi­ma­le Anteil an Was­ser­stoff im Erd­gas­netz der­zeit bei 2 Pro­zent. In Zukunft sol­len ein­heit­li­che Stan­dards und eine Nor­mie­rung über die Lan­des­gren­zen hin­weg sicher­stel­len, dass Was­ser­stoff in höhe­ren Antei­len als bis­her über das bestehen­de Erd­gas­netz flies­sen kann. An einem Ent­wurf für das euro­päi­sche Nor­mungs­man­dat zum The­ma Was­ser­stoff im Gas­netz wird gear­bei­tet. “Wir erwar­ten die Vor­la­ge des fina­len Tex­tes für das Nor­mungs­man­dat für 2020”, schreibt Bar­ba­ra Guder von der Schwei­ze­ri­schen Nor­men­ver­ei­ni­gung SNV. Die Grenz­wer­te für den Anteil von Was­ser­stoff an sich wer­den aller­dings nicht Bestand­teil von Nor­men sein, son­dern in natio­na­len Geset­zen und Ver­ord­nun­gen fest­ge­legt.

Bun­des­rat beschliesst Revi­si­on der SEFV
Der Bun­des­rat hat eine Revi­si­on der Still­le­gungs- und Ent­sor­gungs­fonds­ver­ord­nung (SEFV) beschlos­sen. Die­se brin­ge Anpas­sun­gen der Anla­ge­ren­di­te sowie der Teue­rungs­ra­te, die zur Bemes­sung der jähr­li­chen Fonds­bei­trä­ge ver­wen­det wür­den. Zudem wer­de der 2015 ein­ge­führ­te, pau­scha­le Sicher­heits­zu­schlag von 30 Pro­zent auf den Kos­ten aus der SEFV gestri­chen, weil die mit der Kos­ten­stu­die 2016 erst­mals ange­wand­te neue Metho­dik zur Ermitt­lung der vor­aus­sicht­li­chen Still­le­gungs- und Ent­sor­gungs­kos­ten bereits Kos­ten­zu­schlä­ge für Pro­gno­se­un­ge­nau­ig­kei­ten und Risi­ken ent­hal­te. Die revi­dier­te SEFV tritt am 1. Janu­ar 2020 in Kraft. Ins­ge­samt müs­sen die Betrei­ber mehr finan­zi­el­le Mit­tel für die Still­le­gung und die Ent­sor­gung der Kern­kraft­wer­ke bereit­stel­len.

/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

Bei­trag Tei­len:

Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on twitter
Twitter
Share on facebook
Facebook