# Revue KW 48

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Olten (ener­ga­te) — Der Bünd­ner Regie­rungs­rat will Pho­to­vol­ta­ik ohne über­ge­ord­ne­te Vor­schrif­ten för­dern, um mit Solar­an­la­gen gezielt mehr Win­ter­strom zu pro­du­zie­ren. Aus­ser­dem tritt im neu­en Jahr eine Ände­rung der Strom­ver­sor­gungs­ver­ord­nung in Kraft, durch die die Ver­gü­tungs­sät­ze für PV-Anla­gen stei­gen. Das kann mit­un­ter zu Erhö­hun­gen der Rück­lie­fer­ta­ri­fe füh­ren.

 

Swis­spower Rene­wa­bles inves­tiert in Ita­li­en

Die Swis­spower Rene­wa­bles AG über­nimmt 100 Pro­zent der Antei­le an den ita­lie­ni­schen Was­ser­kraft­ge­sell­schaf­ten Tec­no­watt und 3Hydro. Damit gehen drei Was­ser­kraft­wer­ke in der nord­ita­lie­ni­schen Pro­vinz Son­drio und zwei Anla­gen in der süd­ita­lie­ni­schen Regi­on Basi­li­ca­ta in den Besitz von Swis­spower Rene­wa­bles über. Die fünf Kraft­wer­ke ver­fü­gen zusam­men über eine Leis­tung von etwa 12 MW und pro­du­zie­ren jähr­lich rund 32 Mio. kWh Strom. Ins­ge­samt besitzt Swis­spower Rene­wa­bles nun 39 Was­ser­kraft­wer­ke in Ita­li­en und 26 Wind­parks in Ita­li­en und Deutsch­land. So will die Gesell­schaft jähr­lich rund 242 Mio. kWh Strom aus Was­ser­kraft und 405 Mio. kWh Strom aus Wind­kraft gewin­nen.

 

Ensi erteilt Frei­ga­be für Nach­be­triebs­pha­se des KKW Müh­le­berg

Das Eid­ge­nös­si­sche Nukle­ar­si­cher­heits­in­spek­to­rat (Ensi) hat das Kon­zept für die Eta­blie­rung des tech­ni­schen Nach­be­triebs des Kern­kraft­werks Müh­le­berg (KKM) gut­ge­heis­sen. Der tech­ni­sche Nach­be­trieb ist die Pha­se zwi­schen der Ein­stel­lung des Leis­tungs­be­triebs und der Aus­ser­be­trieb­nah­me. Der Lei­tungs­be­trieb wird am 20. Dezem­ber die­ses Jah­res ein­ge­stellt, die Aus­ser­be­trieb­nah­me ist für Ende Sep­tem­ber 2020 geplant. Danach soll das KKM still­ge­legt und rück­ge­baut wer­den. Die BKW als Betrei­be­rin und Eigen­tü­me­rin des KKM hat­te dazu ein Still­le­gungs­pro­jekt erar­bei­tet und sieht sich hin­sicht­lich der Abschal­tung des Kraft­werks auf Kurs.

 

Grau­bün­den sucht eige­ne Geset­zes­va­ri­an­te

In der Revi­si­on des Ener­gie­ge­setz­tes schlägt der Regie­rungs­rat des Kan­tons Grau­bün­den eine Pho­to­vol­ta­ik-För­de­rung ohne über­ge­ord­ne­te Vor­schrif­ten vor. Damit sol­len gezielt PV-Anla­gen geför­dert wer­den, die schwer­ge­wich­tig Win­ter­strom pro­du­zie­ren “und so dazu bei­tra­gen, die Ver­sor­gungs­lü­cke im Win­ter auf­zu­fan­gen”, heisst es. Man will so dem Strom­im­port ent­ge­gen­wir­ken. Zudem schlägt der Rat vor, den Zubau von PV-Anla­gen an Bau­ten und Infra­struk­tur­anla­gen zusätz­lich mit einem kan­to­na­len Bei­trag zu unter­stüt­zen. Im Gebäu­de­be­reich soll es Anpas­sun­gen an die ver­än­der­ten ener­gie­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen und den Stand der Tech­nik geben.

 StromVV: Anpas­sung bringt Bewe­gung in Rück­lie­fer­ta­ri­fe

Per 1. Janu­ar 2020 tritt eine Ände­rung der Strom­ver­sor­gungs­ver­ord­nung (StromVV) in Kraft, die für den Rück­lie­fer­ta­rif von Solar­strom rele­vant ist. Sie könn­te dazu füh­ren, dass die für die Wirt­schaft­lich­keit von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen bedeu­ten­de Kom­po­nen­te von kom­men­dem Jahr an vie­ler­orts steigt. “Wir hören von meh­re­ren Ener­gie­ver­sor­gern, dass sie die Rück­lie­fer­ta­ri­fe erhö­hen wer­den”, bestä­tigt David Sti­ckel­ber­ger, Geschäfts­lei­ter des Solar­ver­bands Swis­so­lar. Sti­ckel­ber­ger ver­weist dabei unter ande­rem auf das Elek­tri­zi­täts­werk des Kan­tons Zürich (EKZ), wo der Ansatz für den ins Netz rück­ge­lie­fer­ten Solar­strom zum Jah­res­wech­sel von 5,53 Rp. auf 7,3 Rp./kWh steigt.

 

Axpo plant alpi­ne Solar-Gross­an­la­ge

Die Axpo möch­te auf der Mutt­see-Stau­mau­er des Pump­spei­cher­werks Lim­mern die ers­te alpi­ne Solar-Gross­an­la­ge der Schweiz errich­ten. Mit einer instal­lier­ten Leis­tung von 2 Mega­watt soll das Solar­kraft­werk der­einst jähr­lich 2,7 Giga­watt­stun­den Strom pro­du­zie­ren. Dabei wird die Hälf­te der Jah­res­pro­duk­ti­on im Win­ter anfal­len. “Die Schweiz ver­braucht im Win­ter deut­lich mehr Strom, als sie pro­du­ziert”, beton­te die Axpo die Rele­vanz des Pro­jekts. Gemäss dem Ener­gie­ver­sor­ger wird sich die bereits bestehen­de Win­ter­strom­pro­ble­ma­tik in den nächs­ten Jah­ren wei­ter ver­schär­fen — näm­lich dann, wenn bestehen­de Gross­kraft­wer­ke im In- und Aus­land vom Netz gehen. /kb/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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