# Revue KW 49

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Olten (ener­ga­te) — In Zürich und Bern wur­de die­se Woche viel über Schrit­te zur Reduk­ti­on der CO2-Emis­sio­nen dis­ku­tiert. Beim Lif­e­fair-Forum am 2. Dezem­ber lag der Fokus auf kli­ma­po­li­ti­schen Mass­nah­men und gesetz­li­chen Bestim­mun­gen, am Motor Sum­mit am 4. Dezem­ber ging es kon­kret um ener­gie­ef­fi­zi­en­te elek­tri­sche Antriebs­sys­te­me in der Schwei­zer Indus­trie.

 

Elcom und Ensi: Bun­des­rat ernennt neue Prä­si­den­ten

Der Bun­des­rat hat Wer­ner Lug­in­bühl zum neu­en Prä­si­den­ten der Elcom ernannt. Sein Vor­gän­ger Car­lo Schmid-Sut­ter tritt zum Jah­res­en­de auf­grund der Amts­zeit­be­schrän­kung nach zwölf Jah­ren zurück. Lug­in­bühl über­nimmt das Elcom-Prä­si­den­ten­amt am 1. März 2020. Auch bei Ensi gibt es an der Spit­ze wegen der gesetz­li­chen Amts­zeit­be­schrän­kung einen Wech­sel. Der Bun­des­rat hat per Anfang 2020 Mar­tin Zim­mer­mann zum Prä­si­den­ten ernannt. Zudem wur­de Cathe­ri­ne Pra­long Fauchè­re als neu­es Mit­glied in den Ensi-Rat gewählt. Mit ihrer Ernen­nung ist die fran­zö­si­sche Sprach­re­gi­on der Schweiz wie­der stär­ker im Rat ver­tre­ten.

 

Galus: “Daten sind im Ener­gie­sek­tor noch schwer zugäng­lich”

Mat­thi­as Galus, Lei­ter Digi­tal Inno­va­ti­on Office vom Bun­des­amt für Ener­gie (BFE), zog im Inter­view mit ener­ga­te ein Fazit zur Digi­ta­li­sie­rung in der Ener­gie­bran­che im Jahr 2019. “Digi­ta­li­sie­rung als sek­tor­über­grei­fen­der Trend nimmt Fahrt auf”, sag­te Galus. Im Strom­be­reich sei die Ein­füh­rung intel­li­gen­ter Mess­sys­te­me Aus­lö­ser gewe­sen. “Die über­grei­fen­de Natur und Kom­ple­xi­tät von Digi­ta­li­sie­rung blei­ben aber Her­aus­for­de­run­gen”, so Galus. Es gebe aber auch noch viel zu tun. “Eine natio­na­le Daten­in­fra­struk­tur, die sich aus dezen­tra­len und zen­tra­len Ansät­zen zusam­men­setzt und kla­re Regeln auch bezüg­lich Daten­schutz umsetzt, könn­te der Schlüs­sel sein.”

 

CO2-Reduk­ti­on: Wirt­schaft und Poli­tik sehen sich gegen­sei­tig in der Pflicht

Am 2. Dezem­ber fand das 37. Lif­e­fair-Forum in Zürich statt. Die Teil­neh­mer der Podi­ums­dis­kus­si­on zum The­ma “Klu­ge Kli­ma­mass­nah­men” waren sich einig, dass man vor allem Mass­nah­men tref­fen müs­se, um die CO2-Emis­si­on zu sen­ken. Wie ein­schnei­dend die­se sein soll­ten, dar­über gin­gen die Mei­nun­gen aller­dings aus­ein­an­der. Lorenz Isler, Glo­bal Public Affairs Lea­der Sus­taina­bi­li­ty & Peop­le bei Ikea, sprach sich für Tech­no­lo­gie­ver­bo­te aus, ins­be­son­de­re für ein Ende der Sub­ven­tio­nen für fos­si­le Ener­gie­trä­ger. Man kön­ne nicht wei­ter­hin nichts tun, nur weil man nicht wis­se, wie man das Pro­blem lösen sol­le, so Isler. Statt­des­sen brau­che es kon­kre­te Zie­le und deren kon­se­quen­te Ver­fol­gung.

 

Wir wün­schen uns sta­bi­le Rah­men­be­din­gun­gen”

Bern gilt als Mus­ter­schü­ler unter den Ener­gie­städ­ten in der Schweiz. Um die CO2-Zie­le voll­stän­dig umset­zen zu kön­nen, sei aller­dings die Poli­tik gefor­dert, sagt Reto Nau­se, Berns Direk­tor für Sicher­heit, Umwelt und Ener­gie. In der Bewer­tungs­lis­te der Ener­gie­städ­te steht Bern mit einem Rekord­wert an der Spit­ze. Allein durch den Richt­plan Ener­gie redu­zier­te die Haupt­stadt in den letz­ten Jah­ren den CO2-Aus­stoss in der Wär­me- und Was­ser­ver­sor­gung um 28 Pro­zent. “Der Ener­gie­richt­plan bie­tet grösst­mög­li­che Sicher­heit für Haus­ei­gen­tü­mer und die EWB als Strom- und Was­ser­ver­sor­ger”, sag­te Nau­se am Motor Sum­mit.

 

Kein Strom­ab­kom­men wird teu­er, eröff­net aber auch Spiel­räu­me

Ein Schei­tern der Ver­hand­lun­gen zu einem Strom­ab­kom­men mit der EU wäre für die Schweiz mit Mehr­kos­ten ver­bun­den. Grund ist der aus­blei­ben­de, nivel­lie­ren­de Effekt auf die Strom­prei­se, den Kopp­lung der Strom­märk­te mit sich brin­gen wür­de. Ander­seits eröff­ne­ten sich dadurch aber auch ener­gie­po­li­ti­sche Spiel­räu­me. Dies ist ein Fazit von For­schen­den der Uni­ver­si­tät St. Gal­len und der ETH Lau­sanne (EPFL), die sich im Rah­men des “Natio­na­len For­schungs­pro­gramms Ener­gie” mit dem Abkom­men und sei­nen mög­li­chen Effek­ten auf den Schwei­zer Strom­sek­tor, die gesamt­wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung und das Errei­chen der Kli­ma­zie­le beschäf­tigt haben. /kb/vr

Markus Kappen

Markus Kappen

Senior-Berater
con|energy swiss
kappen@conenergy.com

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