# Revue KW 6

Olten (ener­ga­te) — Jörg Spi­cker, Swiss­grid, erklärt die Risi­ken, die die Schweiz durch das “Clean Ener­gy Packa­ge” der EU erwar­ten. Der Zür­cher Kan­tons­rat ver­bot der­weil das Hei­zen mit fos­si­len Brenn­stof­fen bei Neu­bau­ten und drängt zu erneu­er­ba­ren Energien.


Im Por­trät: Sul­zer & Schmid

Um die Rotor­blät­ter von Wind­tur­bi­nen zu inspi­zie­ren, kom­men statt Indus­trie­klet­te­rern immer häu­fi­ger Droh­nen zum Ein­satz. Weil sie in der Regel hand­ge­steu­ert sind und ihre Daten nicht durch­gän­gig genutzt wer­den, wird die War­tung manu­ell durch­ge­führt. Das Start-up Sul­zer & Schmid Labo­ra­to­ries hat die­sen War­tungs­pro­zess voll­stän­dig auto­ma­ti­siert und in der digi­ta­len 3DX-Bla­de-Platt­form zusam­men­ge­fasst. Dabei flie­gen Droh­nen die Rotor­blät­ter auto­nom ab, foto­gra­fie­ren ihre Ober­flä­che und über­tra­gen die Bil­der an die Soft­ware. Die­se wer­tet dann die Daten­men­gen aus. Sie lie­fert außer­dem Erkennt­nis­se, mit denen sich der Unter­halt der Anla­gen opti­mie­ren und der Wir­kungs­grad stei­gern lässt.


ZH: Neu­bau­ten sol­len nur noch erneu­er­bar beheizt werden

Der Zür­cher Kan­tons­rat beschloss am 8. Febru­ar, bei Neu­bau­ten das Hei­zen mit fos­si­len Brenn­stof­fen zu ver­bie­ten. Eben­so ver­bo­ten wer­den Elek­tro­hei­zun­gen und elek­tri­sche Warm­was­ser­boi­ler. Einen Kom­pro­miss gibt es bei bestehen­den Bau­ten. Hier gilt, dass Wär­me­er­zeu­ger, die ersetzt wer­den, aus­schließ­lich mit erneu­er­ba­ren Ener­gien betrie­ben wer­den dür­fen. Aller­dings nur, wenn eine Hei­zung mit einer bes­se­ren öko­lo­gi­schen Bilanz im betrof­fe­nen Gebäu­de auch tech­nisch umsetz­bar ist. Zudem darf sie die Lebens­zy­klus­kos­ten im Ver­gleich zu einer fos­si­len Hei­zung um höchs­tens fünf Pro­zent erhö­hen. Damit folg­te die Rats­mehr­heit dem Antrag des Regierungsrates.


Spi­cker (1): “Die Situa­ti­on ist ernst”

Im Inter­view mit ener­ga­te erklärt Jörg Spi­cker, Seni­or Stra­te­gic Advi­sor bei der Über­tra­gungs­netz­be­trei­be­rin Swiss­grid, wel­che Risi­ken bei der Ver­sor­gungs­si­cher­heit und beim Strom­aus­tausch mit Euro­pa, auf den die Schweiz ange­wie­sen ist, bestehen. Das im Jahr 2020 in Kraft getre­te­ne “Clean Ener­gy Packa­ge” ver­pflich­tet die Netz­be­trei­ber der EU-Län­der min­des­tens 70 Pro­zent der grenz­über­schrei­ten­den Strom­ka­pa­zi­tä­ten für den Han­del inner­halb der EU zu reser­vie­ren. Ohne Strom­ab­kom­men bestehe die Gefahr, dass sie die Grenz­ka­pa­zi­tät zur Schweiz ein­sei­tig limi­tie­ren, um die­ses EU-Kri­te­ri­um zu erfül­len “Damit wer­den die Import­ka­pa­zi­tä­ten der Schweiz poten­zi­ell mas­siv beschnit­ten”, so Spicker.


Gas­bran­che: Tem­po beim Bio­gas, Abwar­ten beim Netz

Ange­sichts der Dekar­bo­ni­sie­rungs­be­mü­hun­gen wird die Öko­lo­gi­sie­rung der eige­nen Pro­dukt­pa­let­te für Schwei­zer Gas­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men immer wich­ti­ger. Auf­grund der unkla­ren lang­fris­ti­gen Ren­ta­bi­li­tät der Gas­net­ze ver­fol­gen die Unter­neh­men aber zuneh­mend eine zurück­hal­ten­de Netz­ent­wick­lungs­stra­te­gie. Dies sind zwei zen­tra­le Befun­de aus der kürz­lich publi­zier­ten “Gas­markt­stu­die Schweiz 2021” der Bera­tungs­fir­ma EVU Part­ners. Auf einer Ska­la von 1 bis 6 gaben die Gas­ver­sor­ger die Öko­lo­gi­sie­rung der Pro­dukt­pa­let­te mit 5,1 Punk­ten als das wich­tigs­te The­ma über­haupt an. Zudem erwar­ten sie bis 2050 einen Rück­gang der Län­ge des Ver­teil­net­zes um rund 38 Prozent.


Bei­rat von AEE Suis­se kri­ti­siert Tei­le der Ener­gie­per­spek­ti­ven 2050+

Der Wis­sen­schaft­li­che Bei­rat der AEE Suis­se begrüßt die in den Ener­gie­per­spek­ti­ven 2050+ beschrie­be­nen Sze­na­ri­en, wonach fos­si­le Brenn­stof­fe für Wär­me und Ver­kehr durch Elek­tri­zi­tät ersetzt wer­den kön­nen. Aller­dings sieht er deren Umset­zung kri­tisch. Für die Pho­to­vol­ta­ik etwa bedeu­te­ten die Ener­gie­per­spek­ti­ven eine Beschleu­ni­gung der jähr­li­chen Instal­la­ti­on, dank bes­se­rer Aus­nut­zung von Fas­sa­den mit grö­ße­ren Anla­gen. “Die heu­ti­gen Anrei­ze sind für eine sol­che Ent­wick­lung jedoch unge­nü­gend”, so der Bei­rat. Auch wür­den nicht in allen Berei­chen die ver­füg­ba­ren wirt­schaft­li­chen Poten­zia­le aus­ge­schöpft, wie zum Bei­spiel beim Aus­bau der Wind­ener­gie. /sb/jg/jr

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