# Revue KW 7

Olten (ener­ga­te) — Die Netz­nut­zungs­ta­ri­fie­rung soll ver­ur­sa­cher­ge­rech­ter und an die Leis­tungs­ka­pa­zi­tät geknüpft wer­den, for­dert die BKW. Das BFE fin­det jedoch, dass dies nur bedingt erfol­gen kann: Die Tari­fie­rung müs­se auch das Ziel der Ener­gie­ef­fi­zi­enz verfolgen.

 

BKW: PV-Aus­bau bringt tech­ni­sche und finan­zi­el­le Herausforderungen

Die BKW warnt davor, bei der künf­ti­gen Strom­pro­duk­ti­on aus erneu­er­ba­ren Ener­gien den Fokus ein­sei­tig nur auf Pho­to­vol­ta­ik (PV) zu legen. Die Aus­bau­zie­le bei PV, wie sie etwa in den Ener­gie­per­spek­ti­ven 2050+ fest­ge­setzt wor­den sind, füh­re womög­lich zu einer erhöh­ten Pro­duk­ti­on im Som­mer: Aus­ge­rech­net dann, wenn die Schweiz ohne­hin weni­ger Strom benö­ti­ge, so die BKW. Zudem wer­de das anvi­sier­te Aus­bau­ziel bei der Pho­to­vol­ta­ik von heu­te 2 Mrd. auf 34 Mrd. kWh das Netz vor gro­ße tech­ni­sche Her­aus­for­de­run­gen stel­len. Die dafür not­wen­di­gen Aus­bau­kos­ten der BKW müss­ten zusätz­lich zu den gegen­wär­ti­gen jähr­li­chen Inves­ti­tio­nen ins Netz über­nom­men wer­den, heißt es. 

 

Jauch: “Wer a sagt, muss auch b sagen”

Um die Ver­sor­gungs­si­cher­heit ange­sichts des geplan­ten Atom­aus­stiegs und der Dekar­bo­ni­sie­rungs­be­mü­hun­gen hoch­zu­hal­ten, braucht die Schweiz künf­tig jede Kilo­watt­stun­de, die sie krie­gen kann. Davon ist Wer­ner Jauch, Vor­sit­zen­der der Geschäfts­lei­tung des Ener­gie­dienst­leis­ters EWA-ener­gieU­ri, über­zeugt. Er wünscht sich von der Poli­tik des­halb mehr Kon­se­quenz beim The­ma Erneu­er­ba­ren-Aus­bau. Es genü­ge nicht, die Richt­wer­te aus dem alten Ener­gie­ge­setz mit neu­en Aus­bau­zie­len im “Bun­des­ge­setz über eine siche­re Strom­ver­sor­gung mit erneu­er­ba­ren Ener­gien” zu erset­zen. “Ein­fach nur ein Ziel in ein Gesetz rein­zu­schrei­ben, ändert nichts”, so Jauch im energate-Interview.

 

Zürich hat den höchs­ten Anteil E‑Autos bei Neuzulassungen

Der Kan­ton Zürich ver­zeich­net mit 12 Pro­zent den höchs­ten Anteil an bat­te­rie­elek­tri­schen Fahr­zeu­gen bei den Neu­zu­las­sun­gen 2020. Am nied­rigs­ten ist er im Kan­ton Appen­zell-Inner­rho­den mit 0,8 Pro­zent. Das zeigt eine Aus­wer­tung des Bun­des­am­tes für Ener­gie (BFE). Die hohe Nach­fra­ge an E‑Autos im Kan­ton Zürich begrün­det Chris­toph Schrey­er, Lei­ter Ener­gie­ef­fi­zi­en­ter Ver­kehr im BFE, mit der hohen Zah­lungs­be­reit­schaft der Züri­cher. Laut Schrey­er sind ver­schie­de­ne För­de­run­gen der E‑Mobilität rele­vant, dar­un­ter eine Palet­te an pra­xis­taug­li­chen Fahr­zeu­gen. Kauf­prä­mi­en dage­gen die­nen einer Beschleu­ni­gung hin zur E‑Mobilität, sei­en aber kei­ne lang­fris­ti­ge Lösung.

 

BFE: Flat­rate-Modell bei Netz­ta­ri­fen ausgeschlossen

Aus Sicht des Bun­des­am­tes für Ener­gie (BFE) kön­nen die Netz­ta­ri­fe nur bedingt an die Leis­tungs­ka­pa­zi­tät geknüpft wer­den. Die Tari­fie­rung müs­se auch das Ziel der Ener­gie­ef­fi­zi­enz ver­fol­gen. Damit dämpft das BFE die Hoff­nung sei­tens der BKW, dass das Netz­ta­ri­fie­rungs­mo­dell künf­tig stär­ker als der­zeit vor­ge­se­hen an die Leis­tungs­ka­pa­zi­tät ange­passt wird. Laut der BKW gehe der Ent­wurf des revi­dier­ten Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes nicht weit genug. Gemäß die­sem soll die Min­dest­ar­beits­kom­po­nen­te für Ver­brau­cher von 70 auf 50 Pro­zent gesenkt und damit der Leis­tungs­an­teil auf maxi­mal 50 Pro­zent erhöht wer­den. So sol­len die Tari­fe ver­ur­sa­cher­ge­rech­ter werden.

 

Sut­ter: “Aktu­ell ste­hen noch alle in den Startlöchern”

Axpo setzt künf­tig auch auf Was­ser­stoff und baut hier­für eine eige­ne Abtei­lung auf. “Welt­weit fin­det der grü­ne, sprich CO2-freie Was­ser­stoff nun eine brei­te Unter­stüt­zung”, erklärt Chris­toph Sut­ter, Head Divi­si­on Rene­wa­bles bei Axpo im ener­ga­te-Inter­view. “Axpo ist sehr gut posi­tio­niert, um eine tra­gen­de Rol­le im Bereich Was­ser­stoff zu spie­len: Wir sind die größ­te Schwei­zer Pro­du­zen­tin von erneu­er­ba­rer Ener­gie”, so Sut­ter wei­ter. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren habe Axpo das inter­na­tio­na­le Geschäft mit der Pro­jek­ten­wick­lung von Solar­an­la­gen und Wind­parks vor­an­ge­trie­ben. Aktu­ell ste­he die Ener­gie­pro­du­zen­tin in Bezug zum Was­ser­stoff noch in den Start­lö­chern, so Sut­ter. /sb/jg/jr

ener|gate gmbh

ener|gate gmbh

Inhalte aus dem energate messenger
Weitere Informationen unter: www.energate-messenger.de
Kontakt: info@energate.de

Bei­trag Teilen:

Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on twitter
Twitter
Share on facebook
Facebook