# Revue KW 7

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Olten (ener­ga­te) — Das geplan­te Gas­ver­sor­gungs­ge­setz treibt Poli­tik und Indus­trie und Ver­brau­cher wei­ter­hin um. Sowohl die IG Erd­gas als auch die Grün­li­be­ra­len bemän­geln, dass der Gas­markt nicht voll­stän­dig geöff­net wer­den soll. Die Urek‑N hat der­weil das CO2-Gesetz ver­ab­schie­det. Im Zuge des­sen soll auch die Ein­mal­ver­gü­tung für gros­se Solar­an­la­gen erhöht wer­den.

Gas­VG: IG Erd­gas will kom­plet­te Markt­öff­nung

Die IG Erd­gas, die Inter­es­sen­ge­mein­schaft für Erd­gas­ver­brau­cher in der Schweiz, ist grund­sätz­lich mit den Vor­schlä­gen des Bun­des­rats zum geplan­ten Gas­ver­sor­gungs­ge­setz (Gas­VG) ein­ver­stan­den. Aller­dings hät­te sie sich eine voll­stän­di­ge Markt­öff­nung gewünscht, wie sie in einer Stel­lung­nah­me schreibt. Mit der geplan­ten Öff­nung für gros­se Bezü­ger sei der ohne­hin schon klei­ne Markt kaum funk­ti­ons­fä­hig. Der Auf­wand, eine Gren­ze bei 100.000 kWh ein­zu­füh­ren, sei deut­lich höher, als eine voll­stän­di­ge Öff­nung zuzu­las­sen. Die IG Erd­gas ver­mu­tet, “dass Struk­tu­ren und Mono­pol­ren­ten zulas­ten klei­ner Ver­brau­cher sowie eines funk­tio­nie­ren­den Mark­tes erhal­ten wer­den sol­len.”

Lon­za sorgt für erhöh­ten CO2-Aus­stoss

Die Treib­haus­gas­emis­sio­nen des Schwei­zer Indus­trie­sek­tors lie­gen jähr­lich um rund 600.000 Ton­nen CO2-Äqui­va­len­te höher als bis­her ange­nom­men, so das Bun­des­amt für Umwelt (Bafu). Grund dafür ist eine bis­her unbe­kann­te Lach­gas­quel­le aus der Pro­duk­ti­on des Che­mie- und Phar­ma­un­ter­neh­mens Lon­za AG. Die CO2-Emis­sio­nen sind ab 2020 im Schwei­zer Emis­si­ons­han­dels­sys­tem (EHS) ein­be­zo­gen und damit regu­liert. Die Schweiz wird aus­län­di­sche Zer­ti­fi­ka­te abge­ben, um ihre inter­na­tio­na­len Kli­ma­zie­le für den Zeit­raum von 2013 bis 2020 den­noch zu errei­chen. Die Lach­gas-Emis­sio­nen müss­ten für die gesam­te Ver­pflich­tungs­pe­ri­ode aus­ge­wie­sen wer­den, da der Basis­wert von 1990 nicht rück­wir­kend ange­passt wer­den kann.

Gas­VG: Grün­li­be­ra­le ver­mis­sen Aus­ein­an­der­set­zung mit Zukunft

In der Stel­lung­nah­me der Grün­li­be­ra­len zum Ent­wurf des Gas­VG plä­diert die Par­tei für eine voll­stän­di­ge Öff­nung des Gas­markts. Wo die Markt­zu­gangs­gren­ze exakt lie­gen müss­te, legt sie jedoch nicht kon­kret fest. Die Grün­li­be­ra­len kri­ti­sie­ren, dass sich die Geset­zes­vor­la­ge angeb­lich zu wenig mit den Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft aus­ein­an­der­setzt — etwa mit der Trans­for­ma­ti­on der Gas­ver­sor­gung vor dem Hin­ter­grund eines Net­to-Null-Ziels. Der Bun­des­rat hat das Net­to- Null-Ziel bis 2050 im ver­gan­ge­nen Som­mer beschlos­sen, das Kli­ma­pro­gramm der Grün­li­be­ra­len Par­tei sieht indes­sen die Kli­ma­neu­tra­li­tät bis 2040 vor.

Kom­mis­si­on ver­ab­schie­det CO2-Gesetz mit Solar­of­fen­si­ve

Die natio­nal­rät­li­che Umwelt­kom­mis­si­on (Urek‑N) hat das CO2-Gesetz fer­tig bera­ten und auf der Linie des Stän­de­ra­tes zuhan­den des Par­la­ments ver­ab­schie­det, das im Früh­jahr dar­über bera­ten wird. Die Vor­la­ge in der Gesamt­ab­stim­mung wur­de mit 18 Ja-Stim­men gegen 7 Nein-Stim­men deut­lich ange­nom­men. Die Kom­mis­si­on tra­ge damit die Haupt­ele­men­te der stän­de­rät­li­chen Vor­la­ge mit, heisst es, ins­be­son­de­re die Reduk­ti­ons­zie­le, die Vor­ga­ben für Fahr­zeu­ge, den Kli­ma­fonds und die Flug­ti­cket­ab­ga­be. Man sei bei der Bera­tung bestrebt gewe­sen, dem Rat eine aus­ge­wo­ge­ne Vor­la­ge zu prä­sen­tie­ren für die ange­streb­te Reduk­ti­on der Treib­haus­gas­emis­sio­nen, hält die Urek‑N fest.

Wei­te­re Stel­lung­nah­men zum Gas­VG

Am Frei­tag, den 14. Febru­ar endet die Ver­nehm­las­sung zum neu­en Gas­VG. Nun haben auch die Grü­nen, Swis­spower, Ener­gie 360 Grad und die Inter­es­sens­ge­mein­schaft Ener­gie­in­ten­si­ve Bran­chen (Igeb) zum Gesetz­ent­wurf Stel­lung bezo­gen. Die Grü­nen, Swis­spower und die Igeb bean­stan­den die vor­ge­schla­ge­ne Markt­zu­gangs­schwel­le in Höhe von 100.000 kWh, ansons­ten haben ihre Kri­ti­ken aber wenig gemein. Die Grü­nen spre­chen sich gegen die Libe­ra­li­sie­rung des Gas­mark­tes aus, Swis­spower will eine Teil­markt­li­be­ra­li­sie­rung und die Igeb ist für eine voll­stän­di­ge Markt­öff­nung. Ener­gie 360 Grad befür­wor­tet die voll­stän­di­ge Mar­köff­nung, äus­sert sich aber nicht expli­zit zur Markt­zu­gangs­schwel­le. /kb/la/vr

 

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