# Revue KW 8

Olten (ener­ga­te) – Die Wind­ener­gie bleibt in der Schweiz deut­lich unter ihrem Poten­zi­al, bedingt durch den lan­gen demo­kra­ti­schen Geneh­mi­gungs­pro­zess für Wind­parks. Auch die Was­ser­stoff­pro­duk­ti­on büsst durch Regu­la­ri­en ein: Beat Flach (glp) for­dert die Befrei­ung von Elek­tro­ly­seu­ren vom Netzentgelt.

 

Per­ret: “Wir müs­sen mit Fak­ten ein­fach und gut ver­ständ­lich kontern”

Wind hat im ver­gan­ge­nen Jahr eine Rekord­men­ge an Ener­gie pro­du­ziert. Doch sie bleibt deut­lich unter ihrem Poten­zi­al. “In der Schweiz kann ein Wind­park nur gebaut wer­den, wenn er einen lan­gen demo­kra­ti­schen Pro­zess durch­lau­fen hat: Der Kan­ton legt die Stand­or­te fest. Die­se müs­sen vom Bund geneh­migt wer­den”, so Lio­nel Per­ret, Geschäfts­lei­ter von Suis­se Eole. Auch feh­le die Akzep­tanz der Bevöl­ke­rung. “Wir müs­sen bes­ser und koor­di­nier­ter infor­mie­ren, dass Wind­ener­gie die Was­ser­kraft und die Solar­ener­gie ergänzt und sowohl öko­lo­gisch und wie auch wirt­schaft­lich top und damit ein wich­ti­ges Ele­ment im Kampf gegen den Kli­ma­wan­del ist”, so Perret.

 

VESE ist gegen Leis­tungs­ta­ri­fe und sieht Peak-Shaving skeptisch

Der Ver­band unab­hän­gi­ger Ener­gie­er­zeu­ger (VESE) ist der Ansicht, Leis­tungs­ta­ri­fe sei­en kon­tra­pro­duk­tiv für die Ener­gie­wen­de. Zuvor schlug die BKW vor, die Netz­ta­ri­fe künf­tig nach Kapa­zi­tät abzu­rech­nen. Bei den Leis­tungs­ta­ri­fen unter­schei­det der VESE zwi­schen der 15-Minu­ten-Spit­ze und der anschluss­leis­tungs­ab­hän­gi­gen Grund­ge­bühr. Letz­te­re begrün­de Leis­tungs­ta­ri­fe dadurch, dass die Netz­ka­pa­zi­tä­ten vor­ge­hal­ten wer­den müs­sen. Das sei nach­voll­zieh­bar, wenn jemand eine über den “nor­ma­len” Gebrauch grös­se­re Anschluss­leis­tung benö­ti­ge, nicht aber bei Pri­vat­haus­hal­ten. Dort mitt­le sich die bezo­ge­ne Leis­tung schon inner­halb eines Stras­sen­zu­ges aus.

 

Urek‑N für unbe­fris­te­te Wei­ter­füh­rung von “Art. 6 Ziff. 5bis” StromVG

Die Ener­gie­kom­mis­si­on des Natio­nal­rats hat die Eck­wer­te der par­la­men­ta­ri­schen Initia­ti­ve “Erneu­er­ba­re Ener­gien ein­heit­lich för­dern. Ein­mal­ver­gü­tung auch für Bio­gas, Klein­was­ser­kraft, Wind und Geo­ther­mie” fest­ge­legt. Ver­teil­netz­be­trei­ber, die fes­te End­ver­brau­cher mit Elek­tri­zi­tät aus erneu­er­ba­ren Ener­gien belie­fern, sol­len die Geste­hungs­kos­ten die­ser wei­ter­hin unbe­fris­tet in die Tari­fe ein­rech­nen dür­fen. Die­se Pra­xis, die in “Art. 6 Ziff. 5bis” des Strom­ver­sor­gungs­ge­set­zes fest­ge­legt ist, ist bei den Ener­gie­po­li­ti­kern des Natio­nal­rats höchst umstrit­ten. So war für den Beschluss der Stich­ent­scheid des Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten Bas­tien Girod nötig.

 

Elek­tro­ly­seu­re: Bun­des­rat skep­tisch gegen­über Netzentgeltbefreiung

Beat Flach (glp) stell­te in einer Inter­pel­la­ti­on her­aus, dass Elek­tro­ly­seu­re der­zeit als End­ver­brau­cher gel­ten und nicht vom Netz­ent­gelt befreit sind. Um die Gebüh­ren zu ver­mei­den, wür­den sie daher direkt bei Lauf­was­ser­kraft­wer­ken geplant und gebaut. Durch die­se Lage kön­ne der Was­ser­stoff nicht oder nur sehr beschränkt direkt vor Ort gela­gert, wei­ter­ver­ar­bei­tet oder ver­braucht wer­den, so Flach. Der Bun­des­rat reagier­te skep­tisch: Die Befrei­ung wür­den zu höhe­ren Kos­ten für die ande­ren End­ver­brau­cher füh­ren. Trotz die­ser abweh­ren­den Hal­tung zeig­te sich der Bun­des­rat opti­mis­tisch, was die Zukunft von Was­ser­stoff angeht.

 

Alpiq will wie­der Divi­den­de ausschütten

Die Aktio­nä­re der Alpiq sol­len erst­mals seit 2015 wie­der in den Genuss einer Divi­den­de kom­men, in Höhe von 46 Mio. Fran­ken oder 1,4 Fran­ken pro Aktie. Dies bean­tragt der Ver­wal­tungs­rat der Gene­ral­ver­samm­lung, nach­dem das Unter­neh­men 2020 stark von den gestie­ge­nen Strom­prei­sen pro­fi­tie­ren konn­te und ein signi­fi­kant höhe­res EBITDA vor Son­der­ein­flüs­sen sowie einen Rein­ge­winn erziel­te. Unter dem Strich schrieb Alpiq einen Rein­ge­winn von 110 Mio. Fran­ken, nach einem Ver­lust von 268 Mio. Fran­ken im Vor­jahr. Wesent­lich dazu bei­getra­gen hat der Geschäfts­be­reich Genera­ti­on Switz­er­land, der sei­nen Ergeb­nis­bei­trag von ‑6 Mio. Fran­ken auf 135 Mio. Fran­ken steigerte.

 

 

/sb/jg/jr

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