# Revue KW 9

Olten (ener­ga­te) — Das Car­bon Dis­clo­sure Pro­ject belegt, dass der Schwei­zer Emis­si­ons­ab­senk­pfad nicht aus­reicht, um die Zie­le des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens zu errei­chen. Swiss­so­lar betont, dass weit­aus mehr Solar­strom pro­du­ziert wer­den muss, um den Strom­be­darf zu decken.

 

Frit­schi: “Wür­den ver­schärf­te Rah­men­be­din­gun­gen begrüßen”

Gas hat in Win­ter­thur eine lan­ge Tra­di­ti­on, ist im neu­en kan­to­na­len Ener­gie­ge­setz aber nicht als Alter­na­ti­ve in der Wär­me­ver­sor­gung vor­ge­se­hen. Der zustän­di­ge Stadt­rat Ste­fan Frit­schi erklärt, wie sich das auf die Stra­te­gie der Stadt aus­wirkt: Grund­sätz­lich sei­en die Gas­pro­duk­te durch die Erhö­hung des Anteils von Bio­gas öko­lo­gi­scher. Erneu­er­ba­res Gas über­tref­fe bereits in die­sem Jahr das 2030er Ziel von 30 Pro­zent im Wär­me­sek­tor. Die genau­en Aus­wir­kun­gen des neu­en Geset­zes kön­nen erst nach des­sen Ver­ab­schie­dung ein­ge­schätzt wer­den. Aller­dings merkt Frit­schi an: “Erneu­er­ba­res Gas und erneu­er­ba­rer Strom wer­den die Tari­fe für unse­re Kun­den verteuern. ”

 

Pro­g­nos: Ener­gie­per­spek­ti­ven nicht dazu gedacht, poli­ti­sche Instru­men­te vorzuschlagen

Pro­g­nos ver­tei­digt die in Kri­tik genom­me­nen Ener­gie­per­spek­ti­ven 2050+. Gegen den Vor­wurf, das gel­ten­de Recht sei kaum mit den skiz­zier­ten Ziel­sze­na­ri­en ver­ein­bar, ent­geg­net Pro­g­nos, dass die Per­spek­ti­ven bei ihren Sze­na­ri­en vor­han­de­ne Poten­zia­le berück­sich­ti­gen wür­den. “Die Wei­ter­ent­wick­lung oder der Vor­schlag poli­ti­scher Instru­men­te oder Instru­men­ten­pa­ke­te ist expli­zit nicht Teil des Auf­trags”, son­dern Auf­ga­be der Poli­tik, so Pro­g­nos. Die Zero-Sze­na­ri­en ver­deut­lich­ten, dass die recht­li­chen und instru­men­tel­len Rah­men­be­din­gun­gen ver­än­dert wer­den müss­ten, damit benö­tig­te Tech­no­lo­gien ent­spre­chend ein­ge­setzt wer­den könnten.

 

Emis­si­ons­ab­senk­pfad von Schwei­zer Fir­men reicht nicht für Klimaziel

Die vom Car­bon Dis­clo­sure Pro­ject ver­fass­te Stu­die “Run­ning hot: acce­le­ra­ting Europe’s path to Paris” unter­sucht den CO2-Aus­stoss der 974 größ­ten euro­päi­schen Fir­men. Wür­den die Emis­sio­nen im sel­ben Tem­po redu­ziert wie bei den 55 Schwei­zer Unter­neh­men, betrü­ge der Tem­pe­ra­tur­an­stieg bis 2100 welt­weit 2,3 Grad Cel­si­us. Das liegt weit über dem Ziel­wert von 1,5 Grad Cel­si­us des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens, ist im Län­der­ver­gleich aber ein gutes Ergeb­nis. Auch die Bemü­hun­gen der Fir­men im Klima‑, Was­ser- und Wald­schutz wur­den bewer­tet. Zwei der sie­ben Unter­neh­men, die in allen Kate­go­rien die Top­be­wer­tung “A” erhiel­ten, sit­zen in der Schweiz: Fir­menich und Phil­ip Morris.

 

2020: Rekord­zu­bau bei der Schwei­zer Photovoltaik

Swis­so­lar ver­mu­tet, dass 2020 Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen mit einer Leis­tung von 430 bis 460 Mega­watt neu instal­liert wur­den. Der Rekord­zu­bau ent­spre­che einem Wachs­tum von 30 bis 39 Pro­zent zum Vor­jahr. Die­sen begrün­det der Ver­band mit den kür­ze­ren War­te­fris­ten bei der Ein­mal­ver­gü­tung sowie man­geln­der ande­rer Aus­ga­be­mög­lich­kei­ten wäh­rend der Coro­na­pan­de­mie. Mit Blick auf die Ener­gie­per­spek­ti­ven 2050+ betont Geschäfts­lei­ter David Sti­ckel­ber­ger: “Um den weg­fal­len­den Atom­strom zu erset­zen und den zusätz­li­chen Strom­be­darf für die Elek­tri­fi­zie­rung des Ver­kehrs und der Hei­zun­gen zu decken, muss der jähr­li­che Zubau in den nächs­ten Jah­ren auf etwa 1.500 MW gestei­gert werden”.

 

Schwep­pe sieht Poten­zi­al für Gas als Übergangstechnologie

Gun­dolf Schwep­pe, Vor­sit­zen­der der Geschäfts­füh­rung der Uni­per Ener­gy Sales, glaubt, dass Gas zur Ener­gie­wen­de in der Schweiz bei­tra­gen kann. “Die Fra­ge lau­tet, ob wir die Kli­ma­zie­le mög­lichst schnell errei­chen wol­len”, so Schwep­pe. Denn dann sol­le auch der Aspekt von abso­lu­ter CO2-Reduk­ti­on bei Über­gangs­tech­no­lo­gien wie Erd­gas nicht aus­ge­klam­mert wer­den. Es gehe auch um das Erhal­ten des Wohl­stan­des. Nur auf die Elek­tri­fi­zie­rung zu set­zen, sei gewagt: “Dabei müs­sen Strom­lei­tun­gen gebaut wer­den, die Erd­gas­lei­tun­gen lie­gen aber schon.” Und die­se könn­ten per­spek­ti­visch auch für Bio­gas und Was­ser­stoff genutzt wer­den, so Schwep­pe. /sb/jg/jr

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