# Revue KW 9

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Olten (ener­ga­te) — Der Gesetz­ent­wurf zum Gas­ver­sor­gungs­ge­setz trifft nur teil­wei­se auf Zustim­mung. Swiss­gas und der Schwei­ze­ri­sche Städ­te­ver­band mel­de­ten in die­ser Woche Beden­ken an. Zudem warnt der EPFL-Pro­fes­sor Mat­thi­as Fin­ger davor, dass ein feh­len­des Strom­ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU die Netz­sta­bi­li­tät gefähr­de.

 

VSE ist mit Stu­di­en­re­sul­ta­ten nicht ein­ver­stan­den

For­scher der Uni­ver­si­tät Basel und der ETH Zürich kamen in einer im Auf­trag des Bun­des­amts für Ener­gie (BFE) erstell­ten Stu­die mit dem Titel “Sys­tem Ade­quacy 2.0” zum Schluss, dass die Ver­sor­gungs­si­cher­heit in der Schweiz auch unter den neu­en Vor­zei­chen zumeist als unkri­tisch ein­ge­stuft wer­den kön­ne. Der Ver­band Schwei­ze­ri­scher Elek­tri­zi­täts­un­ter­neh­men (VSE) bleibt aber skep­tisch, denn auch wenn die neue Stu­die “sicher näher an der Rea­li­tät” sei, gebe es trotz­dem unbe­rück­sich­tig­te Fak­to­ren. Die Stu­die gin­ge trotz man­geln­der Akzep­tanz von einem plan­mäs­si­gem Aus­bau der Erneu­er­ba­ren aus und basie­re auf dem Zustan­de­kom­men eines Strom­ab­kom­mens, so die Kri­tik.

 

Swiss­gas möch­te beim Gas­VG weni­ger Regu­lie­run­gen

Swiss­gas möch­te, dass das Gas­ver­sor­gungs­ge­setz (Gas­VG) nur das regelt, was tat­säch­lich gere­gelt wer­den müs­se. Zwar brau­che es ein Gesetz, das eine unge­ord­ne­te Markt­öff­nung ohne Spiel­re­geln ver­hin­de­re. Doch im Sinn einer schlan­ken Gesetz­ge­bung sei zu prü­fen, ob eine zweck­mäs­si­ge Lösung inner­halb des bestehen­den Rohr­lei­tungs­ge­set­zes rea­li­siert wer­den kön­ne. Für eine rela­tiv klei­ne Bran­che wird mit die­sem Gesetz­ent­wurf ein umfas­sen­des Regel­werk geschaf­fen, wel­ches einen hohen admi­nis­tra­ti­ven Mehr­auf­wand mit sich bringt. Was das Tran­sit­netz, die Tran­sit­flüs­se sowie die Tran­sit­netz­be­trei­ber betrifft, for­dert Swiss­gas, dass die­se von der Anwen­dung des Geset­zes aus­ge­schlos­sen wer­den.

 

Ein feh­len­des Strom­ab­kom­men gefähr­det die Ver­sor­gungs­si­cher­heit”

Mat­thi­as Fin­ger, Pro­fes­sor für Manage­ment von Netz­werk­in­dus­tri­en an der Éco­le poly­tech­ni­que fédé­ra­le de Lau­sanne (EPFL), fin­det, die Schweiz hät­te mit der EU längst ein Strom­ab­kom­men schlies­sen sol­len. Nun wer­de es immer schwie­ri­ger, die Sta­bi­li­tät der Net­ze zu garan­tie­ren, wie er gegen­über ener­ga­te aus­führt. “Ohne Strom­ab­kom­men wird der Strom­preis in die Höhe schnel­len, Strom­han­del wird erschwert, die Schweiz sähe sich wahr­schein­lich gezwun­gen, Strom durch Gas zu erzeu­gen, und der impor­tier­te Strom wird sowie­so mehr­heit­lich nukle­ar- oder fos­sil-erzeugt sein”, erklärt Fin­ger. Aktu­ell sei die Schweiz “von der Kop­pe­lung der euro­päi­schen Strom­märk­te aus­ge­schlos­sen”.

 

Gas­VG: Städ­te­ver­band for­dert mehr öko­lo­gi­sche Über­le­gun­gen

Der Schwei­ze­ri­sche Städ­te­ver­band ver­misst im Gesetz­ent­wurf zum Gas­VG den öko­lo­gi­schen Aspekt. Der Gas­be­reich spie­le für die Errei­chung der Ener­gie- und Kli­ma­zie­le eine wich­ti­ge Rol­le, so der Ver­band. Daher for­dert er den Bun­des­rat auf, zu prü­fen, inwie­fern man mit dem Gas­VG Impul­se zur Öko­lo­gi­sie­rung set­zen könn­te. Der Ver­band denkt dabei bei­spiels­wei­se an die Ein­füh­rung von Her­kunfts­nach­wei­sen, die Befrei­ung der Ein­spei­sung von Bio­gas oder syn­the­ti­schem Gas vom Netz­nut­zungs­ent­gelt oder die Erhe­bung von Zuschlä­gen für die Ener­gie­wen­de.

 

Elcom for­dert not­falls Win­ter­strom-Aus­schrei­bun­gen

Die Eid­ge­nös­si­sche Elek­tri­zi­täts­kom­mis­si­on (Elcom) warnt seit Län­ge­rem vor dro­hen­den Ver­sor­gungs­eng­päs­sen. Nun for­dert die Auf­sichts­be­hör­de in einem am 27. Febru­ar ver­öf­fent­lich­ten Grund­la­gen­pa­pier zwei neue Bestim­mun­gen im Strom­ver­sor­gungs­ge­setz, wel­ches sich gera­de in Revi­si­on befin­det. Ers­tens sol­len bis 2035 min­des­tens 5 Mrd. kWh Erzeu­gungs­ka­pa­zi­tä­ten im Win­ter­halb­jahr zuge­baut wer­den. Zwei­tens: Soll­te sich abzeich­nen, dass die­ses gesetz­lich vor­ge­ge­be­ne Zubau­ziel nicht erreicht wird, soll der Bun­des­rat dazu ver­pflich­tet wer­den, “wett­be­werb­li­che Aus­schrei­bun­gen für den Aus­bau von Erzeu­gungs­ka­pa­zi­tä­ten als Reser­ven im Inland durch­zu­füh­ren”. /kb/ad/vr

 

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