Smart Meter als ver­trieb­li­ches Wachs­tums­mo­dell nut­zen

Lesedauer: 3 Minuten
Hin­ter­grund

Der Count­down für den Smart Meter Roll­out läuft: Das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren zur Fixie­rung der end­gül­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen befin­det sich in den letz­ten Kon­sul­ta­tio­nen im Bun­des­rat. Mit dem Inkraft­tre­ten des Geset­zes­pa­kets zur Digi­ta­li­sie­rung der Ener­gie­wen­de wird im Som­mer 2016 gerech­net, um den anvi­sier­ten Roll­out-Start zum Beginn des Jah­res 2017 auch hal­ten zu kön­nen.

Somit ist das Jahr 2016 nicht nur ein ent­schei­den­des Jahr, was die Defi­ni­ti­on des Regel­werks der nächs­ten Jah­re angeht, son­dern auch ein ele­men­tar wich­ti­ges Jahr für einen Groß­teil der Akteu­re der Ener­gie­wirt­schaft. Es gilt, die eige­ne Rol­le und die sich dar­aus erge­ben­den Chan­cen iden­ti­fi­zie­ren, ana­ly­sie­ren und nut­zen zu kön­nen. Z. B. ent­schei­det sich der­zeit vie­ler­orts die Fra­ge, ob eine Posi­tio­nie­rung als grund­zu­stän­di­ger Mess­stel­len­be­trei­ber (gMSB) umge­setzt wer­den kann. Alli­an­zen wer­den geschmie­det, Busi­ness Cases zu unter­schied­lichs­ten Roll­out Sze­na­ri­en gerech­net, Anfor­de­run­gen der neu­en Markt­rol­len orga­ni­sa­to­risch und pro­zes­su­al vor­be­rei­tet.

Auch die Ver­trie­be müs­sen sich die Fra­gen stel­len, wie Chan­cen in die­sem neu­en Markt­um­feld genutzt wer­den kön­nen. Sei es durch die Eta­blie­rung neu­er Geschäfts­fel­der und Pro­dukt­an­ge­bo­te, die Erschlie­ßung neu­er Kun­den­seg­men­te oder die Aus­wei­tung des Ver­triebs­ge­bie­tes über ein eige­nes Enga­ge­ment als wett­be­werb­li­cher Mess­stel­len­be­trei­ber.

Die Wett­be­wer­ber

Nicht zu ver­ken­nen ist, dass die heu­ti­gen Strom­mess­stel­len­be­trei­ber und deren asso­zi­ier­ten Ver­trie­be bei der Posi­tio­nie­rung im neu­en Geset­zes­rah­men bei Wei­tem nicht allei­ne agie­ren. Nimmt man allein die uns — als ener­gie­wirt­schaft­lich fokus­sier­tes Bera­tungs­haus — errei­chen­den Anfra­gen und die Aus­stel­ler unse­rer letz­ten E-world zum Spie­gel die­ser Fra­ge­stel­lung, zeigt sich: Auch die indi­rekt betrof­fe­nen Gas- und Was­ser­ver­sor­ger, die Her­stel­ler von Sys­tem­kom­po­nen­ten, die Wär­me­ab­rech­ner, die Woh­nungs­wirt­schaft, die Tel­Cos und die „Goo­g­les die­ser Welt“ suchen der­zeit ihren Markt im neu­en Rah­men und sind nicht zu unter­schät­zen.

Die ver­trieb­li­chen Her­aus­for­de­run­gen

Zurück zu den EVU-Ver­trie­ben: Zen­tra­le Vor­aus­set­zung, um ver­trieb­lich par­ti­zi­pie­ren zu kön­nen, ist ein gut auf­ge­stell­tes Pro­dukt­port­fo­lio. Wir sehen hier vier ele­men­ta­re Hand­lungs­fel­der:

  1. Bestandssicherung/ Abwehr­pro­duk­te
    Vor der Aus­ge­stal­tung ver­trieb­li­cher Wachs­tums­mo­del­le, soll­te die Fra­ge ste­hen, wie der eige­nen Kun­den­be­stand und spe­zi­ell die attrak­ti­ven Kun­den­seg­men­te vor dem Zugriff Drit­ter, meist über­re­gio­nal agie­ren­den Wett­be­wer­ber, nach­hal­tig gesi­chert wer­den kann.
  2. Neue iMSys-Pro­duk­te
    Der Ein­satz intel­li­gen­ter Mess­sys­te­me lie­fert neue Bau­stei­ne für die Neu­pro­dukt­ent­wick­lung. Sei­en es bei­spiels­wei­se hoch­auf­lö­sen­de Mess­da­ten, Visua­li­sie­rungs- und Moni­to­ring­mög­lich­kei­ten oder auch die tech­ni­sche Mög­lich­keit, ver­schie­de­ne Assets des Kun­den zu steu­ern.
    Auch Kom­bi­na­ti­ons­pro­duk­te, bestehend aus Ener­gie­lie­fe­rung, MSB-Dienst­lei­tun­gen und Add-ons, haben die Chan­ce dem Kun­den ein indi­vi­du­el­les und pass­ge­nau­es Ange­bot bie­ten zu kön­nen. Fle­xi­ble­re Abrech­nungs­for­ma­te sind zudem für Kun­den­seg­men­te, wie die Woh­nungs­wirt­schaft höchst attrak­tiv.
    Gesetz­li­che Anfor­de­run­gen zur Mess­da­ten­er­fas­sung und Visua­li­sie­rung sind eine gute Basis, um indi­vi­du­el­le Effi­zi­enz­be­ra­tun­gen zu flan­kie­ren oder auch den „Post-Audit-Pro­zess“ vie­ler Unter­neh­men zu beglei­ten. Ein pass­ge­nau­es Bench­mar­king, Emp­feh­lun­gen zu Effi­zi­enz­maß­nah­men auf Basis von aktu­el­len Ver­brauchs­wer­ten, bis hin zu einer auto­ma­ti­sier­ten Daten­über­füh­rung in das unter­neh­mens­in­ter­ne Ener­gie­re­por­ting wären hier nur ein paar aus­ge­wähl­te Anwen­dungs­fäl­le.
  3. Jus­tie­rung der Bestands­pro­duk­te
    Auch die Bestand­pro­duk­te soll­ten einer kri­ti­schen Prü­fung unter­zo­gen wer­den. Wo bie­tet die neue Tech­no­lo­gie Ver­ein­fa­chun­gen in der Abwick­lung oder eine Erwei­te­rung des Ange­bots­um­fangs, das einen kla­ren Kun­den­nut­zen stif­tet?
  4. Anpassung/Erweiterung Prozessmodell/Organisation
    Ein ange­pass­tes Pro­dukt­port­fo­lio oder auch ein Enga­ge­ment als wett­be­werb­li­cher MSB erfor­dert dies auch im eige­nen Pro­zess- und Orga­ni­sa­ti­ons­mo­dell zu berück­sich­ti­gen. Gera­de die Fra­ge nach dem opti­mal aus­ta­rier­ten Make-or-buy-Ver­hält­nis­ses ist ein wich­ti­ger Erfolgs­fak­tor. Denn nur das Gesamt­pa­ket führt zum Erfolg!
Machen Sie ihre Ver­triebs­ak­ti­vi­tä­ten und Pro­dukt­port­fo­lio bereit!

Wir als con|energy unter­neh­mens­be­ra­tung unter­stüt­zen unse­re Kun­den bei viel­fäl­ti­gen Fra­gen rund um den Smart Meter Roll­out. Sei es bei der stra­te­gi­schen Posi­tio­nie­rung und Simu­la­ti­on ver­schie­de­ner Roll­out­stra­te­gi­en oder bei der Ent­wick­lung und Imple­men­tie­rung kon­kre­ter, kurz­fris­tig umsetz­ba­rer Pro­dukt­an­ge­bo­te, basie­rend auf den neu­en Mög­lich­kei­ten der Smart Meter-Tech­no­lo­gie. con|energy ver­folgt hier­bei ein agi­les Ent­wick­lungs­kon­zept, das eine schnel­le und markt­na­he Umset­zung ermög­licht.

 

Mit unse­rer prak­ti­schen Erfah­rung z. B. aus der „Stadt­wer­ke-App“ oder Über­le­gun­gen, die in ein „Ener­gie­wen­de-Por­tal“ oder „digi­ta­le Strom­pro­duk­te“ ein­ge­flos­sen sind, bie­ten wir unter­schied­lichs­te Facet­ten, um gemein­sam Pro­duk­te zu ent­wi­ckeln, die dem wich­tigs­ten Kri­te­ri­um unter­ste­hen – Dem Kun­den einen ech­ten Mehr­wert bie­ten! Ron Keße­ler steht Ihnen ger­ne für einen Aus­tausch zur Ver­fü­gung.

Erschie­nen im con­en­er­gy News­let­ter Aus­ga­be 27 (März 2016).

Ron Keßeler

Ron Keßeler

Geschäftsführer
con|energy unternehmensberatung
kesseler@conenergy.com

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