20 The­sen in 20 Wochen – gemein­sam in der Elek­tro­mo­bi­li­tät durch­star­ten: The­se #1

In 2030 wer­den in Deutsch­land rund 10 Mil­lio­nen rein elek­trisch betrie­be­ne PKW zuge­las­sen sein.“ 

In Deutsch­land wur­den in 2020 rund 189.000 rein elek­trisch (bat­te­rie­elek­trisch) betrie­be­ne PKW neu zuge­las­sen – trotz der Pan­de­mie mehr als das Dop­pel­te im Ver­gleich zum Vor­jahr. Dazu kamen noch rund  200.000 Plug-In-Hybri­de. Das sind beacht­li­che Zah­len. Wer­den bei­spiels­wei­se die Zulas­sungs­zah­len aus Novem­ber 2020 mit den Zulas­sungs­zah­len aus Novem­ber 2019 ver­gli­chen, lässt sich fest­stel­len, dass trotz einer über alle Antrie­bes­ar­ten hin­weg um 3% gesun­ke­nen Anzahl an PKW-Neu­zu­las­sun­gen die Zulas­sun­gen rein elek­trisch (bat­te­rie­elek­trisch) betrie­be­ner PKW um 523% gestie­gen sind. 

Quel­le: Kraftfahrt-Bundesamt 

Die Grün­de für den Markt­hoch­lauf sind viel­fäl­tig. Allen vor­an gestellt wer­den kön­nen die poli­ti­schen Ambi­tio­nen, wel­che auf­grund der mit dem Elek­tro­au­to im Ver­gleich zum Ver­bren­ner ver­bun­de­nen Ein­spa­rung von CO2 seit meh­re­ren Jah­ren sei­tens der Poli­tik bekräf­tigt wer­den. Doch auch die sich dar­aus erge­ben­de Attrak­ti­vi­tät des Fahr­zeug­an­ge­bots und der Lade­mög­lich­kei­ten spie­len mitt­ler­wei­le eine ent­schei­den­de Rolle. 

Bei­spie­le für die auf poli­ti­schen Ambi­tio­nen beru­hen­den Instru­men­te der Poli­tik sind unter anderem:

  • Defi­ni­ti­on von CO2-Flottenzielen
  • Kauf­prä­mi­en für Elektrofahrzeuge 
  • Steu­er­li­che Begüns­ti­gun­gen für Elek­tro­fahr­zeu­ge 
  • Steu­er­li­che Ver­teue­rung von Ben­zin und Diesel
  • Finan­zi­el­le För­de­rung des Aus­baus öffent­li­cher und pri­va­ter Ladeinfrastruktur. 

Von den poli­ti­schen Ambi­tio­nen ange­trie­ben wer­den die stra­te­gi­sche Aus­rich­tun­gen der Auto­mo­bil­kon­zer­ne auf die Elek­tro­mo­bi­li­tät immer aggres­si­ver. Das hat enor­me Aus­wir­kun­gen auf die Elek­tri­fi­zie­rung der Modell­pa­let­ten sämt­li­cher Her­stel­ler, wel­che fahr­zeug­klas­sen­über­grei­fend zuneh­mend umfang­rei­cher und auch preis­lich attrak­ti­ver wer­den. Dies geschieht selbst­re­dend auf Kos­ten der Ange­bots an Ver­bren­nern — die ers­ten Her­stel­ler wol­len gemäß Stra­te­gie bereits im Jahr 2025 kei­ne Ver­bren­ner mehr pro­du­zie­ren. Auch das Laden der Autos wird Schritt für Schritt attrak­ti­ver. Wesent­li­che Trei­ber sind die Eta­blie­rung höhe­rer Lade­leis­tun­gen sowie der ste­ti­ge Aus­bau des Lade­sta­ti­ons­net­zes im öffent­li­chen, halb­öf­fent­li­chen und pri­va­ten Umfeld. 

Die­se und wei­te­re wesent­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen der Elek­tro­mo­bi­li­tät wer­den folg­lich zuneh­mend bes­ser. Durch all die­se Fak­to­ren steigt schluss­end­lich die Moti­va­ti­on der Bevöl­ke­rung Elek­tro­au­tos zu fah­ren und somit einen Bei­trag zu der in deren Köp­fen immer prä­sen­ter wer­den­den Abwen­dung der Kli­ma­wen­de zu leis­ten. So plant laut einer Stu­die des Lea­sing­an­bie­ters Lea­se­plan bereits jeder fünf­ter Deut­sche ein Elek­tro­au­to bei der kom­men­den Fahr­zeug­be­schaf­fung ein. Euro­pa­weit plant das jeder Drit­te. Ten­den­zen jeweils steigend. 

Doch wie schnell wird sich die Elek­tro­mo­bi­li­tät durch­set­zen und wel­che Bestands­zah­len kön­nen wir in einem zu über­schau­ba­ren Zeit­raum — gehen wir von den nächs­ten 10 Jah­ren aus — erwar­ten? Um die­se Fra­ge zu beant­wor­ten, haben wir uns auf Basis ver­schie­de­ner Stu­di­en (unter ande­rem Deloit­te, CAM und NOW), Umfra­gen und his­to­ri­scher Zah­len ein eige­nes Bild gemacht. Wir sind zur Abschät­zung gekom­men, dass im Jahr 2030 auf den deut­schen Stra­ßen 9,5 Mil­lio­nen rein elek­trisch betrie­be­ne PKW unter­wegs sein wer­den. Dies ent­spricht einem Anteil aller Bestands-PKW von rund 20%. Zusätz­lich gehen wir davon aus, dass cir­ca 3,5 Mil­lio­nen Plug-In-Hybri­de Teil des Fahr­zeug­be­stands sein wer­den. Somit wird unse­rer Mei­nung nach im Jahr 2030 die gesam­te Elek­tri­fi­zie­rungs­quo­te rund 25% betragen. 

Der unter Beach­tung der heu­ti­gen Elek­tri­fi­zie­rungs­quo­te von rund 1,2% noch sehr wei­te Weg bis zur Ziel­mar­ke rela­ti­viert sich mit einem Blick auf die jähr­li­chen PKW-Neu­zu­las­sun­gen in Deutsch­land, wel­che zwi­schen drei und vier Mil­lio­nen PKW schwan­ken. So rei­chen auf Basis der 2020er-Zulassuns­zah­len bereits durch­schnitt­li­che Stei­ge­rungs­ra­ten von 50% der Absatz­zah­len von Elek­tro­au­tos aus, um den Ziel­wert zu errei­chen (Ver­glei­che die ange­spro­che­ne Stei­ge­rung von rund 500% von Novem­ber 2019 zu Novem­ber 2020).  Unter all den genann­ten Ein­fluss­fak­to­ren ist es dem­nach durch­aus vor­stell­bar, dass in 2030 bereits mehr als jede zwei­te Neu­zu­las­sung auf ein rein elek­trisch betrie­be­nen PKW fal­len werden. 

Sie haben eine Mei­nung zu die­ser The­se? Dis­ku­tie­ren Sie ger­ne mit uns auf Lin­kedIn oder kon­tak­tie­ren uns per­sön­lich. Die nächs­te The­se wer­den bereits am kom­men­den Diens­tag ver­öf­fent­li­chen. Inner­halb die­ser The­se wer­den wir uns der Fra­ge wid­men, wel­che Bedeu­tung was­ser­stoff­be­trie­be­ne PKW oder auch syn­the­ti­sche Kraft­stof­fe in Zukunft haben werden.

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kimpel@conenergy.com

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