Posi­ti­ve Busi­ness Cases in der E‑Mobilität durch den THG-Quotenhandel

Die Bun­des­re­gie­rung hat sich bekann­ter­ma­ßen eine enor­me Reduk­ti­on von CO2-Emis­sio­nen inner­halb der nächs­ten Deka­den zum Ziel gesetzt. Erst kürz­lich wur­de sei­tens der Poli­tik der Plan geäu­ßert die bereits beschlos­se­nen CO2-Reduk­tio­nen noch­mals ver­schär­fen zu wol­len: Bis 2030 soll der Treib­haus­gas-Aus­stoß um 65 Pro­zent gegen­über 1990 ver­rin­gert wer­den. Ab 2045 soll eine Kli­ma­neu­tra­li­tät erreicht werden.

In die­sem Kon­text bie­ten gesetz­li­che Treib­haus­gas­quo­ten (THG-Quo­ten) einen wesent­li­chen Anreiz für den Ver­kehrs­sek­tor die­ses Vor­ha­ben zu unter­stüt­zen, denn die­ses Instru­ment defi­niert die Anfor­de­rung der kon­ti­nu­ier­li­chen Min­de­rung der CO2-Emis­sio­nen fos­si­ler Treib­stof­fe, wie etwa Ben­zin oder Die­sel. Erst­ma­lig 2015 ein­ge­führt unter­lie­gen die zugrund­lie­gen­den Min­de­rungs­quo­ten seit­dem einer ste­ti­gen Ver­schär­fung. Dies bedeu­tet ver­ein­facht dar­ge­stellt, dass jeder Liter Ben­zin oder Die­sel Jahr für Jahr weni­ger CO2 bei des­sen Ver­bren­nung aus­sto­ßen darf. Da die Mine­ral­stoff­in­dus­trie die­se Min­de­rung nicht mehr allei­nig durch die Bei­mi­schung von Bio-Etha­nol in Ben­zin und Die­sel errei­chen kann, sind sie auf Unter­stüt­zung angewiesen.

Hier kom­men Ener­gie­ver­sor­ger ins Spiel. Die­se kön­nen durch den für das Laden eines Elek­tro­au­tos bereit­ge­stell­ten Strom (der eine emis­si­ons­är­me­re Alter­na­ti­ve zu Ben­zin oder Die­sel dar­stellt) Zer­ti­fi­ka­te aus­stel­len las­sen und die­se letzt­end­lich gewinn­brin­gend mit der Mine­ral­öl­in­dus­trie han­deln. Die Mine­ral­öl­in­dus­trie erreicht über die­sen Weg die vor­ge­schrie­be­nen Min­de­rungs­quo­ten und ent­geht somit Straf­zah­lun­gen. Eine Win-Win-Situation.

Der Erhalt von Zer­ti­fi­ka­ten funk­tio­niert aus Sicht eines Ener­gie­ver­sor­gers dabei sowohl im Fal­le von öffent­li­cher Ladein­fra­struk­tur als auch von pri­va­ter Ladein­fra­struk­tur – etwa im Gewer­be oder im Eigen­heim. Ein wesent­li­cher Unter­schied besteht jedoch in der Nach­weis­pflicht und Anre­chen­bar­keit des gela­de­nen Stroms. Wäh­rend bei öffent­li­chen Lade­sta­tio­nen die exak­ten Mess­wer­te her­an­ge­zo­gen wer­den, gel­ten beim pri­va­ten Laden Pau­scha­len, die pro rein elek­trisch betrie­be­nen PKW her­an­ge­zo­gen wer­den können. 

Bereits heu­te bie­ten die geschil­der­ten Mög­lich­kei­ten der Par­ti­zi­pa­ti­on am THG-Quo­ten­han­del Mög­lich­kei­ten der Opti­mie­rung von Busi­ness Cases in der E‑Mobilität. Bedingt durch eine der­zeit in Arbeit befind­li­che Novel­lie­rung der gesetz­li­chen Grund­la­ge wird der Quo­ten­han­del zukünf­tig in finan­zi­el­ler Hin­sicht sogar noch­mals deut­lich attrak­ti­ver aus Sicht eines EVUs aus­ge­stal­tet sein. So hat der Bun­des­tag bereits Anpas­sun­gen zuge­stimmt, die eine Mehr­fach­an­rech­nung von für die Elek­tro­mo­bi­li­tät bereit­ge­stell­ten Stroms ermög­li­chen. Die bis­he­ri­gen Erlös­po­ten­tia­le kön­nen dem­nach zukünf­tig vor­aus­sicht­lich ver­drei­facht wer­den. Dies wird zu Fol­ge haben, dass vor­aus­sicht­lich ab 2022 

  •  6–12 Cent pro kWh im öffent­li­chen Laden (Deut­lich höher in Ver­bin­dung mit unmit­tel­ba­rer Ver­wen­dung Erneu­er­ba­rer Ener­gien) und
  • 100 – 300€ pro pri­vat oder gewerb­lich genutz­tem PKW

erlöst wer­den kön­nen. Da der THG-Quo­ten­han­del des pri­va­ten Ladens mit dem des öffent­li­chen Ladens kom­bi­niert wer­den kann, kann in Sum­me mit jähr­li­chen Erlö­sen von 100 — 500 € pro Elek­tro­au­to gerech­net wer­den. Ein beacht­li­che Sum­me, der über­schau­ba­re Kos­ten für die Abwick­lung gegen­über­ste­hen und folg­lich den Busi­ness Cases der Elek­tro­mo­bi­li­tät einen neu­en Schub ver­lei­hen oder alter­na­tiv Poten­tia­le für neue Kun­den­mehr­wer­te schaf­fen werden.

Sie möch­ten mehr über die Anfor­de­run­gen und Poten­tia­le im THG-Quo­ten­han­del, kon­kre­ten Lösungs­an­sät­zen sowie den anste­hen­den recht­li­chen Ver­än­de­run­gen erfah­ren? Dann kon­tak­tie­ren Sie uns ger­ne jeder­zeit für einen Austausch. 

Seniorberater
con|energy unternehmensberatung
kimpel@conenergy.com

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