Unse­re Stu­die “Kli­ma­schutz im Wär­me­markt: Wie kön­nen wir Kli­ma­neu­tra­li­tät im Bereich der Wohn­ge­bäu­de erreichen?”

Die euro­päi­sche Uni­on hat sich im Rah­men des Green Deal ver­pflich­tet, bis 2050 kli­ma­neu­tral zu wer­den. Mit dem euro­päi­schen Kli­ma­schutz­ge­setz wur­den die Kli­ma­schutz­zie­le für 2030 auf eine Emis­si­ons­min­de­rung in Höhe von 55 % angehoben.

Je nach Fest­le­gung auf euro­päi­scher Ebe­ne wer­den auch die Zie­le auf natio­na­ler Ebe­ne noch ein­mal ange­passt wer­den müs­sen. Aktu­ell hat die Bun­des­re­gie­rung mit dem Kli­ma­schutz­pro­gramm 2030 sek­tor­spe­zi­fi­sche und über­grei­fen­de Maß­nah­men vor­ge­legt, die eine Ziel­er­rei­chung 2030 in Höhe von 55% weni­ger THG-Emis­sio­nen gewähr­leis­ten. Für den Gebäu­de­sek­tor legt das Kli­ma­schutz­pro­gramm eine THG-Min­de­rung in Höhe von ca. 66% gegen­über 1990 fest.

Nach Berech­nun­gen des Umwelt­bun­des­am­tes sind die Treib­haus­gas­emis­sio­nen im Gebäu­de­sek­tor seit 1990 bis 2018 bereits um rund 44 Pro­zent gesun­ken. Sie stie­gen 2019 im Ver­gleich zum Vor­jahr aller­dings wie­der um 5 Mio. t auf 122 Mio. t an, so dass 2019 ins­ge­samt eine Emis­si­ons­min­de­rung von 42 % rea­li­siert wur­de. Die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen zei­gen, dass man grund­sätz­lich auf dem rich­ti­gen Weg ist. Die Rea­li­sie­rung von wei­te­ren ca. 22 %-Punk­ten und damit eine Reduk­ti­on auf 70 – 72 Mio. t im Jahr 2030 sowie die Rea­li­sie­rung eines kli­ma­neu­tra­len Gebäu­de­be­stands sind aller­dings immense Her­aus­for­de­run­gen für die Woh­nungs­wirt­schaft. Die­se Zie­le kön­nen nur erreicht wer­den, wenn mehr Erneu­er­ba­re Ener­gien im Wär­me­markt ein­ge­setzt alle für den Wär­me­markt rele­van­ten Ener­gie­trä­ger dekar­bo­ni­siert und Effi­zi­enz­stei­ge­run­gen durch Sanie­run­gen der Gebäu­de und Ein­satz effi­zi­en­ter Heiz­tech­nik rea­li­siert wer­den. Tech­nisch ist die­se Ziel­er­rei­chung wie vie­le Stu­di­en zei­gen kein Pro­blem. In der vor­lie­gen­den Stu­die liegt daher der Fokus neben der tech­ni­schen Mach­bar­keit auf der Finan­zier­bar­keit für die Eigen­tü­mer und der sozi­al­ver­träg­li­chen Gestal­tung für die Mieter.

Die Her­aus­for­de­rung für die nächs­ten Jahr­zehn­te wird mit­hin sein, für jeden Eigen­tü­mer geeig­ne­te, weil finan­zier­ba­re, Maß­nah­men zur Dekar­bo­ni­sie­rung des Gebäu­de­be­stan­des bereit­zu­stel­len. Es gilt, für jedes indi­vi­du­el­le Gebäu­de jeweils an die finan­zi­el­le Situa­ti­on des Eigen­tü­mers und des Nut­zers ange­pass­te indi­vi­du­el­le Sanie­rungs­fahr­plä­ne zu ent­wi­ckeln. Dabei sol­len alle Mög­lich­kei­ten der Dekar­bo­ni­sie­rung des Gebäu­de­be­stan­des in sinn­vol­len Maß­nah­men­kom­bi­na­tio­nen betrach­tet wer­den. Aus­drück­lich spie­len dabei auch die Nut­zung der vor­han­de­nen Gas­in­fra­struk­tur und der Ein­satz von Was­ser­stoff und Bio­me­than eben­so wie die Dekar­bo­ni­sie­rung der Fern- und Nah­wär­me eine wich­ti­ge Rolle.

In die­sem Kon­text haben unse­re Kol­le­gen der nymoen|strategieberatung (nsb) eine Stu­die ver­fasst. Die­se leis­tet hier­zu in der Kon­ti­nui­tät der nsb-Wär­me­markt­stu­di­en der Jah­re 2014, 2015 und 2017 und in der Sys­te­ma­tik der indi­vi­du­el­len Sanie­rungs­fahr­plä­ne einen wich­ti­gen Bei­trag. Ziel ist es auf­zu­zei­gen, wie die Wär­me­wen­de unter Nut­zung aller Optio­nen sozi­al­ver­träg­lich gelin­gen kann.

Dr. Heike Hahn

Dr. Heike Hahn

Partner
con|energy unternehmensberatung
hahn@conenergy.com

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