Ver­zö­ge­run­gen im Smart-Meter-Roll­out in Deutsch­land: Ruhe vor dem Sturm?

Lesedauer: 2 Minuten

Seit Inkraft­tre­ten des Mess­stel­len­be­triebs­ge­set­zes (MsbG) im Sep­tem­ber 2016 war­ten die betei­lig­ten Akteu­re dar­auf, dass drei Her­stel­ler von Smart-Meter-Gate­ways vom Bun­des­amt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI) zer­ti­fi­ziert wer­den, die tech­ni­sche Mög­lich­keit des Roll­outs gemäß § 30 MsbG erfüllt ist und damit der Roll­out star­tet. Viel Zeit ist seit­dem ver­gan­gen. Ers­te Akteu­re zie­hen sich aus dem Geschäfts­feld des Smart-Mete­rings zurück und die im Geschäfts­feld posi­tio­nier­ten Star­tups war­ten sehn­süch­tig dar­auf, dass es end­lich los­geht. 

In der Markt­ana­ly­se des BSI wur­de Ende Janu­ar beschrie­ben, dass selbst bei tech­ni­scher Mög­lich­keit des Roll­outs noch nicht alle Mess­stel­len, für die der Ein­bau eines intel­li­gen­ten Mess­sys­tems gemäß § 29 Abs. 1 MsbG vor­ge­se­hen ist, aus­ge­rollt wer­den müs­sen. Von der Roll­out-Pflicht aus­ge­nom­men sind erst ein­mal RLM-Zäh­ler, steu­er­ba­re Ver­brauchs­ein­rich­tun­gen gemäß §14a EnWG sowie dezen­tra­le Erzeu­gungs­an­la­gen, die sich in der Direkt­ver­mark­tung befin­den. Die Zahl der Pflicht­ein­bau-Fäl­le wird also erst ein­mal gerin­ger sein. In der Bran­che wird all­ge­mein erwar­tet, dass (die­ses Mal wirk­lich) in Q3 bzw. spä­tes­tens Q4 2019 zwei wei­te­re Her­stel­ler von Smart-Meter Gate­ways zer­ti­fi­ziert sein wer­den – neben der bereits zer­ti­fi­zier­ten PPC AG.

Für grund­zu­stän­di­ge Mess­stel­len­be­trei­ber (=gMSB) bleibt also noch ein wenig Zeit, um sich auf den Roll­out vor­zu­be­rei­ten. Wir emp­feh­len hier ins­be­son­de­re die Pro­zes­se rund um den Ein­bau von intel­li­gen­ten Mess­sys­te­men einer­seits IT-sei­tig („Wie gelan­gen die Mess­wer­te aus dem intel­li­gen­ten Mess­sys­tem feh­ler­frei zur rich­ti­gen Zeit an den rich­ti­gen Ort?“) ande­rer­seits ablauf-orga­ni­sa­to­risch („Wer macht wann was, damit wir mög­lichst effi­zi­ent sind?“) abzu­stim­men und akri­bisch zu tes­ten, um unnö­ti­ge Feh­ler zu ver­mei­den. Dar­über hin­aus gilt es die Anfor­de­run­gen der siche­ren Lie­fer­ket­te („Sil­KE“) zu erfül­len und die aus der Markt­kom­mu­ni­ka­ti­on 2020 resul­tie­ren­den Her­aus­for­de­run­gen für den Mess­stel­len­be­trei­ber umzu­set­zen. Jede Ver­zö­ge­rung und jeder Feh­ler kos­tet den gMSB zusätz­lich Geld und ver­schlech­tert die in der Regel eh schon nicht posi­ti­ven Busi­ness Cases.

Für wett­be­werb­li­che Mess­stel­len­be­trei­ber gilt es eine indi­vi­du­ell pas­sen­de Posi­tio­nie­rung zu fin­den und die­se in die Markt­fä­hig­keit zu über­füh­ren. Wir haben in unse­ren Pro­jek­ten die Erfah­rung gemacht, dass die Ansät­ze für den wMSB von Unter­neh­men zu Unter­neh­men durch­aus ver­schie­den sind. Das gilt auch, selbst wenn sich gewis­se Kun­den­grup­pen auf den ers­ten Blick eher für den wMSB eig­nen als ande­re. Ent­schei­dend sind hier die Zie­le für das Geschäfts­feld („Siche­rung von Bestands­kun­den“, „Gene­rie­rung zusätz­li­cher Erträ­ge“, „Wachs­tum an Kun­den­zah­len“, etc.) sowie die indi­vi­du­el­len Vor­aus­set­zun­gen eines Unter­neh­mens, z. B. ob man das Geschäfts­feld allein oder mit Part­nern aus­prä­gen möch­te bzw. wel­che Wert­schöp­fungs­tie­fe für den wMSB opti­mal ist. Dar­aus lei­tet sich die pas­sen­de Posi­tio­nie­rung ab, die dann mög­lichst zügig umzu­set­zen ist, um bereit zu sein, wenn die Ruhe vor dem Sturm endet.

Wir durf­ten bereits vie­le Ener­gie­ver­sor­ger bei Fra­ge­stel­lun­gen rund um den Smart Meter Roll­out beglei­ten – sowohl auf Netz- als auch auf Ver­triebs­sei­te.

Ger­ne ste­hen wir auch Ihnen für einen unver­bind­li­chen Aus­tausch zur Ver­fü­gung und unter­stüt­zen Sie bei ihrem Vor­ha­ben. Mel­den Sie sich ein­fach dazu bei unse­ren Ansprech­part­nern Andre­as Vie­ten (vieten@conenergy.com) und Chris­tof Schidlov­ski (schidlovski@conenergy.com) und ver­ein­ba­ren Sie einen Ter­min.

Christof Schidlovski

Christof Schidlovski

Senior-Berater
con|energy unternehmensberatung
schidlovski@conenergy.com

Bei­trag Tei­len:

Facebook
Google+
Twitter
LinkedIn